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Marienkäfer gegen Blattläuse: Hilft der kleine Nützling gegen die Plage?

Fressen Marienkäfer oder ihre Larven Blattläuse? Wir haben die Antwort und verraten, wie man Marienkäfer im Garten unterstützen kann, um Blattläuse im Garten zu bekämpfen.

Marienkäfer und Blattläuse auf einer Pflanze
Blattläuse sind die Lieblingsspeise von Marienkäfern [Foto: Karin Jaehne/ Shutterstock.com]

Marienkäfer (Coccinellidae) sind aus vielfältigen Gründen bei Gärtnern gern gesehene Gäste. Sie sind nicht nur als Glücksbringer bekannt, sondern können dem Volksmund nach auch unverheirateten Frauen verraten, wann sie heiraten werden. Jede Sekunde, die der Käfer auf der Hand verbringt, bedeutet ein weiteres Jahr bis zur Hochzeit. Neben den ihm im Volksmund zugesprochenen Fähigkeiten ist der Marienkäfer zudem eine große Hilfe beim Bekämpfen von Blattläusen. Die Vorliebe des kleinen Nützlings für die kleinen Tierchen hilft Ihnen gegen die Plage. Wir zeigen Ihnen, wie Marienkäfer gegen Blattläuse helfen und wie Sie Marienkäfer in Ihrem Garten fördern können.

Wie helfen Marienkäfer gegen Blattläuse?

Bereits im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Käfer aufwärmen, beginnen sie, ihre Lieblingsspeise, die Blattläuse, aufzusuchen. Ein einziger Marienkäfer kann bis zu 100 von ihnen an einem Tag vertilgen. Auf Pflanzen mit vielen Blattläusen legen die Weibchen im Frühjahr ihre Eier ab, aus denen nach etwa einer Woche Marienkäferlarven schlüpfen. Diese Larven sind je nach Art und Entwicklungsstadium 2 bis 15 Millimeter groß und überwiegend schwarz mit gelber Zeichnung. Die Larven werden nicht ohne Grund auch Blattlauslöwen genannt: Bis sich eine Larve zu einem ausgewachsenen Marienkäfer verpuppt, frisst sie bis zu 500 Blattläuse.
Was die Frage angeht, ob Marienkäfer oder die Marienkäferlarven Blattläuse fressen, gibt es somit eine positive Antwort: Sowohl die ausgewachsenen Marienkäfer als auch die Marienkäferlarven fressen Blattläuse. Erfreulich ist auch, dass Marienkäfer nicht nur gegen Blattläuse, sondern auch gegen Schildläuse eingesetzt werden können. Marienkäfer finden Blattläuse vor allem an Triebspitzen und Blütenknospen. Sie spüren einen Befall aktiv auf und fliegen zur betroffenen Stelle. Blattläuse können die Pflanze oder einzelne Triebe so stark schwächen, dass es zu einem verminderten Wuchs oder sogar zum Verlust von Trieben oder Blüten kommt. Besonders häufig sind Blattläuse an Rosen zu finden, was oftmals zu einer verminderten oder deformierten Blütenbildung führt.

Marienkäfer-Larve auf einer Pflanze
Die Marienkäferlarven sind noch gefräßiger als die ausgewachsenen Marienkäfer [Foto: Christian Musat/ Shutterstock.com]

Marienkäfer gegen Blattläuse einsetzen

Am häufigsten kommen in Deutschland der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) und der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) vor. Larven des Zweipunkt-Marienkäfers können im Internet bei spezialisierten Anbietern – wie Nuetzlinge-shop.de – erworben werden.
Der gezielte Einsatz von gekauften Marienkäferlaven gegen Blattläuse ist vor allem im geschützten Anbau wie in einem Gewächshaus erfolgversprechend. Im Freiland wandern die Tiere schnell wieder ab, wenn die Lebensbedingungen nicht mit den Ansprüchen des Marienkäfers übereinstimmen. Einen langanhaltenden Erfolg beim Einsatz von Marienkäfern gegen Blattläuse erzielen Sie, wenn Sie den Käfern einen Lebensraum anbieten, in welchem sie sich wohlfühlen und so dauerhaft erhalten bleiben. Wie das geht, erfahren Sie nun im Folgenden.

Tipp: Wussten Sie, dass einheimische Marienkäfer nicht alle rot mit schwarzen Tupfen sind? Sie können auch orange oder gelb sein, mit einem bis 15 Punkten. Die Anzahl an Punkten gibt hierbei keinen Hinweis auf das Alter des Tieres, sondern auf die Art. In Europa existieren über 75 verschiedene Gattungen mit über 200 verschiedenen Arten und Unterarten. Auch außerhalb von Europa finden sich zahlreiche verschiedene Marienkäferarten. Der bei uns natürlich vorkommende Sechzehnfleck-Marienkäfer (Halyzia sedecimguttata) ernährt sich nicht von Blattläusen, sondern von Mehltaupilzen. Diese Gattung kann Ihnen daher helfen, Ihre Pflanzen vor einem Befall mit Mehltaupilzen zu beschützen.

Sie möchten Ihre Pflanzen kurzfristig von Blattläusen befreien, um eine Ernte zu retten, oder es geht Ihnen um Freilandpflanzen, an denen die Marienkäfer nicht bleiben würden? Dann greifen Sie bitte nicht direkt zu nützlingsschädigenden synthetischen Pflanzenschutzmitteln, welche auch alle Marienkäfer in der Umgebung schädigen könnten. Mit einem biologischen Mittel wie unserem Plantura Bio Schädlingsfrei Neem können Sie ein Mittel verwenden, das auch im biologischen Landbau zugelassen ist und die Umwelt so wenig wie möglich belastet.

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Marienkäfer im Garten unterstützen

Da sich Marienkäfer im Garten nur schwer gezielt ansiedeln lassen, stellt sich die Frage, wie man Marienkäfer anlocken und fördern kann. Marienkäfer suchen im Sommer vor allem nach Blattläusen. Anziehend wirkt auf sie eine Fläche mit einheimischen Pflanzen, an denen Blattläuse nicht aktiv bekämpft werden. Eine solches Refugium für Nützlinge und Marienkäfer können Sie leicht mit unserem Plantura Nützlingsmagneten anlegen. Wenn keine Blattläuse zu finden sind, weichen einige Marienkäfer übrigens auch auf Pollen als Nahrung aus. Hierbei fressen sie besonders gerne die Pollen von Kräutern wie Fenchel, Dill, Schnittlauch, Minze oder Kamille. Auch der Pollen von Ringelblumen, Löwenzahn, Buchweizen, Klee und Klatschmohn steht bei einigen Marienkäfer gern auf dem Speiseplan. Nicht nur in diesem Refugium, sondern in Ihrem gesamten Garten, können Sie auf einen insektenschonenden Pflanzenschutz achten und ökologische Pflanzenschutzmaßnahmen wählen. Hiermit schützen Sie nicht nur den Marienkäfer, sondern auch weitere Nützlinge gegen Blattläuse.
Neigt sich das Jahr dem Ende zu, suchen sich die Marienkäfer einen Unterschlupf für den Winter. Dabei haben Sie die Möglichkeit, sie zu unterstützen, indem Sie die Beete etwas unaufgeräumt lassen, Staudenschnitt liegen lassen oder auch kleine Stöße aus Rindenschuppen, Holzstämmchen und Laub errichten. Weitere Tipps finden Sie in unserem Artikel zur insektenfreundlichen Gartengestaltung.

Zusammenfassung: So können Sie Marienkäfer in Ihrem Garten fördern

  • Naturbelassenes Blumenbeet mit Futterpflanzen für Blattläuse, das Marienkäfer anlockt
  • Pflanzen anbieten, deren Pollen Marienkäfer gerne essen, wie Fenchel, Schnittlauch und Ringelblume
  • Insektenschonende Pflanzenschutzmaßnahmen
  • Unterschlupf zum Überwintern aus Rindenschuppen oder einem Laubhaufen

Tipp: Haben Sie keine Sorge, dass aus der Nützlingswiese Blattläuse auf Ihre Kulturpflanzen abwandern. Schädlinge und Nützlinge bilden rasch ein natürliches Gleichgewicht, in dem die Schädlinge unter einer relevanten Schadensschwelle gehalten werden.

Wollen Sie mehr über die gepunkteten Nützlinge in Ihrem Garten wissen? Wir stellen 7 interessante Fakten über Marienkäfer vor.

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