skip to Main Content

Apfelbaumblüte: Keine Blüte oder Frostschäden

Beim Apfel ist die Blütezeit die kritischste Zeit. Es entscheidet sich, wie der Ertrag ausfallen wird. Wir zeigen, was es bei der Blüte zu beachten gilt.

Blühender Apfelbaum auf Wiese

Apfelbäume bilden bereits im Frühsommer Blütenknospen [Foto: schab/ Shutterstock.com]

Apfelbäume (Malus domestica) bilden bereits im Frühsommer die Blütenknospen für das kommende Jahr. Durch die Winterruhe der Pflanzen und eigene Frostschutzmechanismen kommen sie gut durch die kalte Jahreszeit. Im Frühjahr werden die Schutzmechanismen allerdings deaktiviert, die jungen Blütenknospen erwachen, sobald sie eine bestimmte Periode an kühlen Temperaturen erfahren haben und treiben in der Folge bei passenden, warmen und sonnigen Bedingungen aus. Diesen Reiz zum Austrieb in Folge kühler Temperaturen nennt man Vernalisation. Dieser Mechanismus ist nicht nur beim Apfel, sondern auch bei vielen anderen Pflanzen anzutreffen. In der Regel erfolgt der Blütenaustrieb beim Apfel jedoch zu einer Zeit, in der auch noch frostige Temperaturen herrschen können. Dann wird es kritisch für die Apfelblüte: Spätfröste im Frühjahr können die gesamte Apfelernte zunichtemachen.

Apfelblüte vor spätem Frost schützen

Apfelblüte vor Frost schützen

Die Blüten der Apfelbäume sind besonders empfindlich, wenn sie schon weit geöffnet sind [Foto: Sergey Kohl/ SHutterstock.com]

Die Blüten der Apfelbäume sind besonders empfindlich, wenn sie schon weit geöffnet sind. Späte Fröste sind daher ein großes Problem für die Bäume. Schon beim Pflanzen kann man aber einige Dinge beachten, um die Pflanzen vor bedrohlichen Spätfrösten zu schützen. Ein geschützter und wenig windanfälliger Standort trägt viel zum Schutz vor Frösten bei. Sie können Ihren Apfelbaum zusätzlich mit einem luftdurchlässigen Vlies vor Frost in kalten Nächten während der Apfelblüte schützen. Einige alte Sorten sind zudem weniger frostanfällig, ihr Anbau kann sich daher lohnen.

Im Erwerbsanbau werden weitere Methoden zum Frostschutz der Blüten angewendet, zum Beispiel die Frostschutzberegnung. Die Bäume werden ständig mit Wasser besprüht, sodass ein Eispanzer um sie herum entsteht. Durch die Kristallisationswärme des gefrierenden Wassers, sinkt die Temperatur im Inneren nicht weit unter Null und die Blüten erfrieren nicht. Obstbauern installieren außerdem in ihren Plantagen Feuertonnen und „heizen“ ihren blühenden Apfelbäumen in kalten Nächten ein, um die sensible Blüte vor Ausfällen zu schützen.

Frost auf austreibenden Apfelbaum mit Blütenknospen

Spätfrost kann dem bereits austreibenden Baum gefährlich werden [Foto: lichko/ Shutterstock.com]

Apfelblüte: Zu viele Blüten und kleine Früchte ausdünnen

Viele Apfelbäume setzen mehr Früchte an, als sie ernähren können. Das hat zur Folge, dass die Früchte klein bleiben. Um die Bildung der Früchte zu fördern, dünnen Sie Ihren Apfelbaum am besten aus. Der Baum wirft beim Junifall schon selber die unbefruchteten Blüten ab. Sollten dann dennoch übermäßig viele Blüten am Apfelbaum sein, entfernen Sie diese per Hand. Zu dicht stehende oder beschädigte Äpfel entfernen Sie, sobald Sie diese erkennen. Je Kurztrieb sind zwei bis drei Äpfel eine optimale Anzahl, um ein perfektes Verhältnis zwischen Quantität (Erntemenge) und Qualität (Größe und Geschmack der Äpfel) zu schaffen.

Bereits blühender Apfelbaum wird ausgedüngt

Um die Bildung von Früchten zu fördern, muss der Apfelbaum ausgedüngt werden [Foto: PRESSLAB/ Shutterstock.com]

Der Apfelbaum blüht nicht: Woran liegt das?

Blüht Ihr Apfelbaum nicht gleich im ersten Jahr, ist das kein Grund, in Panik zu verfallen. Junge Bäume blühen erst nach einigen Jahren. Bei einem selbst gezogenen Sämling dauert es noch einmal deutlich länger als bei einem veredelten Exemplar (lesen Sie hier mehr zum Veredeln von Apfelbäumen). Bis zur ersten Ernte kann es je nach Sorte schon mal 5 bis 10 Jahre dauern. Umgekehrt kann der Baum auch zu alt sein und befindet sich bereits im „Ruhestand“, sodass er nicht mehr oder bestenfalls sehr spärlich blüht.

Können Sie eine jährliche Abhängigkeit in der Üppigkeit der Apfelblüte beobachten, so sind Sie auf die sogenannte „Alternanz“ aufmerksam geworden. Einem guten Blüh- und Erntejahr wird ein Jahr mit deutlich geringerer Blüte und geringerem Fruchtansatz folgen. Auch aus diesem Grund wird in Apfelplantagen die Blüte gezielt ausgedünnt, um jedes Jahr eine möglichst ausgewogene Blütenanzahl je Baum und somit auch gleichmäßige Ernte zu erzielen.

Generell sollte man bedenken, dass der Apfelbaum an einjährigen Trieben keine Früchte trägt. Der Rückschnitt im Winter spielt daher eine große Rolle. Um sicherzugehen, dass Sie im kommenden Jahr eine Ernte einfahren können, müssen Sie darauf achten, nicht alle zwei- beziehungsweise mehrjährigen Triebe abzuschneiden. Ein noch so üppiger Neuaustrieb wird nicht für eine ebenso üppige Ernte sorgen, denn die neu ausgetriebenen Triebe werden keine Früchte tragen. Dabei ist zu beachten, dass manche Sorten, wie beispielsweise ‚Rote Sternrenette‘ ihre Knospen lieber weiter vorne an den Trieben bilden. Ein zu starkes Einkürzen der Triebe verhindert in diesem Fall Blüten- und somit auch Fruchtbildung.

Apfelbaum wird im Winter zurückgeschnitte

Der Rückschnitt im Winter spielt eine große Rolle, es dürfen aber nicht alle zwei- beziehungsweise mehrjährigen Triebe abgeschnitten werden [Foto: agrofruti/ Shutterstock.com]

Neben dem Alter des Baumes, der Alternanz und einem mangelhaften Schnitt können weitere Gründe für das Ausbleiben der Apfelblüte vorliegen:

Die Gründe für die fehlende Apfelblüte können vielfältig sein. In manchen Fällen können Sie Ihrem Apfelbaum gezielt zu einer üppigen und erfolgreichen Blüte verhelfen. Doch auch das Blühen des Baumes ist noch kein Garant für eine gute Ernte. Frostschäden können Ihnen immer einen Strich durch die Rechnung machen.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Plantura Bio Universaldünger: Unser Universaldünger ist 100% bio-zertifiziert und enthält nur tierfreie Inhaltsstoffe. Besonders gut für Kräuter und Ziergewächse sowie für alle Gemüsearten geeignet, die einen erhöhten Kaliumbedarf haben.
  • Bodenaktivator Cuxin: Der Bodenaktivator vitalisiert schwere und sandige Böden.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

Back To Top