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Kräuter vermehren: Aussaat, Stecklinge & Teilung

Mit selbst angebauten Kräutern lässt es sich viel aromatischer kochen. Wir zeigen, wie Sie Kräuter einfach selbst vermehren können, sodass Sie das ganze Jahr über etwas davon haben.

Basilikum Stecklinge zum einfachen Vermehren
Basilikum lässt sich auch ganz einfach über Stecklinge vermehren [Foto: Geshas/ Shutterstock.com]

Selbst angebaute Kräuter gehören zu den beliebtesten Pflanzen im Gemüsebett oder auf der Fensterbank. Kein Wunder, schließlich schmecken sie häufig nicht nur viel intensiver als gekaufte –Kräuter selber zu ziehen ist auch spielend leicht, sodass sich ihr Anbau auch für Anfänger eignet. Da viele Kräuter bei uns nur einjährig kultiviert werden können, stellt sich für viele Gärtner nach ein paar Jahren die Frage, ob man wirklich Saatgut kaufen muss, oder ob man Kräuter nicht selber vermehren kann. Tatsächlich ist das Kräuter-Vermehren gar nicht so schwer, wenn man weiß, wie es funktioniert. Welche verschiedenen Methoden es zur Anzucht und Vermehrung von Kräutern gibt, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Kräuter selbst vermehren

Egal ob Heil- oder Gewürzkraut: Kräuter selbst zu vermehren geht in den meisten Fällen schnell und einfach. Dabei hat man die Qual der Wahl, mittels welcher Methode die Pflanzen vermehrt werden sollen. Die bekannteste Methode ist wahrscheinlich die Aussaat von Kräutern, Sie können Kräuter aber auch durch Stecklinge vermehren oder die Kräuter teilen. Welche Methode man zur Kräuteranzucht bevorzugt, hängt oftmals auch von der Pflanze selber ab. Wir nehmen die drei Methoden nachfolgend genauer unter die Lupe und zeigen, welche Bedingungen zu erfüllen sind, damit man die Kräuter erfolgreich vermehren kann.

Zitronenthymian im Garten
Zitronenthymian hat aufgrund seiner Blattfärbung einen hohen Zierwert im Garten [Foto: Skyprayer2005/ Shutterstock.com]

Kräuter aussäen: Zeitpunkt und Bedingungen

Eine einfache und bequeme Methode um Kräuter zu vermehren, ist mithilfe von Samen. Auf diese Weise lassen sich jegliche Kräuter Zuhause ziehen. Ein weiterer Vorteil: Saatgut eines jeden Krautes, häufig sogar verschiedener Sorten, ist im gut sortierten Fachhandel erhältlich. Dennoch müssen einige Bedingungen für die erfolgreiche Aussaat von Kräutern bekannt sein.

  • Zeitpunkt:
    Wichtig ist zu wissen ist, zu welchem Zeitpunkt man die Kräuter aussäen sollte. Soll die Saat direkt ins Freiland erfolgen, so ist dies nicht vor Anfang Mai vorzunehmen. Andernfalls könnten drohende Spätfröste zu Zeiten der Eisheiligen die zarten Keimlinge gefährden und dahinraffen. Im geschützten Haus auf der warmen Fensterbank können hingegen schon ab Ende Februar Kräuter gesät werden. Ab Mitte Mai dürfen die gestärkten Jungpflanzen dann mit einem klaren Wachstumsvorsprung ins Freie ausgepflanzt oder im Topf im Garten platziert werden. Saatpackungen von Kräutern enthalten in der Regel ganz klare Empfehlungen dazu, wann die Saat ausgesät werden sollte.
  • Wärme:
    Damit der Keimprozess der Samen induziert wird, wird in der Regel Wärme benötigt. Bei den meisten Kräutern liegt die optimale Temperatur während der Keimung um 20 °C. Niedrigere Temperaturen richten an sich keinen Schaden an. Es gilt jedoch: Je weiter die Temperatur unterhalb der optimalen Keimtemperatur liegt, desto länger dauert der Keimvorgang. Eine gute Möglichkeit, um den Samen von Kräutern auch im Freiland die benötigten Keimtemperaturen zu bieten, ist es, die Kräuter in ein Hochbeet oder Frühbeet zu säen. Hier herrschen wärmen Bedingungen als im freien Beet, sodass die Kräuter schneller keimen. Welche Temperatur das Saatgut des jeweiligen Krautes am liebsten hat, ist in der Anleitung auf der Rückseite der Saatguttütchen nachzulesen.
  • Licht:
    Auch das Licht ist ein entscheidender Faktor, der beim Ziehen von Kräutern aus Samen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. So handelt es sich bei manchen Kräutern wie Basilikum (Ocimum basilicum) oder Oregano (Origanum vulgare) um sogenannte Lichtkeimer. Das bedeutet, dass das Saatgut dieser Vertreter Licht zum Keimen benötigt, weshalb es nicht mit einer Substratschicht bedeckt werden sollte. Andere Kräutersamen wiederum benötigen zwingend Dunkelheit, damit bei ihnen der Reiz zum Keimen ausgelöst wird. Wieder anderen Arten ist es vollkommen egal und so keimt ihr Saatgut sowohl bei Dunkelheit als auch bei Licht.
  • Feuchtigkeit:
    Für Keimlinge ist es äußerst problematisch, wenn sie während des Keimungsprozesses Wassermangel erfahren. Deshalb ist darauf zu achten, dass sie bei der Anzucht der Kräuter stets gleichmäßig feucht gehalten werden. Generell wird deshalb nach der Kräuteraussaat mit einer feinen Brause gut angegossen. Bei den Dunkelkeimern kann außerdem eine Substratschicht die keimenden Samen vor Austrocknung schützen. Dies ist bei Lichtkeimern nicht möglich, weshalb besonders regelmäßig gegossen werden muss. Wichtig ist, dass stets eine feine Brause verwendet wird, damit das Saatgut nicht weggespült wird.
Rosmarin im Topf angebaut
Rosmarin können Sie auch gut im Topf anpflanzen [Foto: Antigoni Lekka/ Shutterstock.com]

Kräuter über Stecklinge vermehren

Eine beliebte und schnelle Möglichkeit zur Vermehrung von Pflanzen ist die Bewurzelung von Stecklingen. Natürlich ist dies auch bei Kräutern möglich – allerdings müssen die Kräuter krautige Pflanzenteile ausbilden, damit Stecklingsvermehrung bei Kräutern funktionieren kann. Bei einem Großteil der Kräuter ist dies der Fall, sodass man problemlos die Kräuter durch Stecklinge vermehren kann.

Kräutervermehrung mit Stecklingen: Die richtigen Bedingungen

Auch bei Stecklingen gibt es einige Dinge zu beachten, damit man die gärtnerischen Bemühungen mit der erfolgreichen Anzucht von Kräutern krönen kann:

  • Zeitpunkt:
    Am besten ist das Frühjahr oder der frühe Sommer für die Vermehrung von Kräutern durch Stecklinge geeignet. Dann haben die Mutterpflanzen, von denen man die Stecklinge entnimmt, bereits neue junge Triebe ausgebildet. Den optimalen Zeitpunkt haben Sie gefunden, wenn die Triebe grün und weich sind und noch keine Blüten gebildet haben.
  • Feuchtigkeit:
    Das A und O bei der Vermehrung durch Stecklinge ist, eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erzeugen. Stecklinge haben keine Wurzeln, mit denen sie den Wasserverlust, der über die Blätter erfolgt, ausgleichen können. Herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit in der Umgebung, wird die Wasserverdunstung der Blätter verringert und es muss weniger für eine Nachlieferung von Wasser gesorgt werden. Am besten eignen sich für das Kräuterziehen Zuhause kleine Mini-Gewächshäuser für die Fensterbank. Achten Sie aber darauf, dass Sie abgedeckte Stecklinge regelmäßig lüften, sonst kann es zur Schimmelbildung kommen.
    Auch die Erde sollte in der Bewurzelungsphase regelrecht nass sein. Bilden sich die ersten neuen Blätter, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch schon Wurzeln am unteren Ende gebildet wurden. Ab diesem Zeitpunkt wird die Erde nur noch feucht gehalten.
Steckling von Minze abgeschnitten
Viele Kräuter lassen sich gut als Steckling vermehren [Foto: lzf/ Shutterstock.com]

  • Wärme und Licht:
    Damit die Stecklinge schnell neue Wurzeln ausbilden, benötigen sie Licht und Wärme. Ein heller Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung eignet sich gut zur Stecklingsanzucht. Besonders im Wurzelraum wirken sich Temperaturen um 20 °C positiv aus. Im Fachhandel gibt es spezielle Heizmatten, auf die man seine Mini-Gewächshäuser zur Anzucht der Stecklinge platzieren kann.
  • Lockere Anzucht-Erde:
    Nicht umsonst verwenden sowohl professionelle Erwerbsgärtnereien als auch erfahrene Hobbygärtner für die Bewurzelung von Stecklingen eine besondere Anzucht-Erde. Diese kann aus nährstoffarmer, feiner Pflanzerde und einem Drittel Sand oder Perlite selbst angemischt werden. Entscheidend ist, neben der Nährstoffarmut, dass das Anzuchtsubstrat locker ist und ausreichend viel Luft enthält, da der Steckling bei der reichlichen Wasserversorgung sonst leicht von Fäulniserregern befallen werden könnte.
    Kinderleicht ist die Anzucht mit speziellen Mischungen für diesen Zweck. Entscheidend ist, dass diese Erde nur minimal gedüngt ist, was die Stecklinge zur Bildung kräftiger Wurzeln anregt.
  • Pflanzenhormone:
    Manche Kräuter wie Thymian oder Rosmarin bilden nur schwerlich Wurzeln an Stecklingen. Ob Wurzeln an der Schnittstelle gebildet werden, hängt von der Ausschüttung zweier Pflanzenhormone – Auxin und Cytokinin – im richtigen Verhältnis ab. In schwierigen Fällen kann mit Pflanzenhormonen in Pulverfom nachgeholfen werden. Das Präparat wird einfach an die Schnittstelle des Stecklings gestrichen. Wurzelfix ist ein solches Präparat, das vielen Gärtnern bekannt ist.
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Eigenschaften optimaler Kräuter-Stecklinge

Wenig erfolgsversprechend ist die Kräutervermehrung über Stecklinge, wenn man die Stecklinge falsch schneidet. Deshalb muss man auch hier genau wissen, wie man vorgeht und nach welchen Kriterien man das Material für die Stecklingsvermehrung von Kräutern auswählt:

  • Nur junge Triebe schneiden, die möglichst wenig verholzt sind.
  • Ausschließlich Stecklinge ohne Blüten oder Blütenknospen verwenden.
  • Kräuter lassen sich durch Kopfstecklinge besonders gut vermehren, doch auch Abschnitte ohne Spitze können Wurzeln bilden.
  • Stecklinge möglichst nicht lagern, sondern direkt stecken.
  • Die Größe von Stecklingen sollte zwei bis drei Blattpaare oder maximal 5 bis 10 cm betragen.
  • Stecklinge lang und schräg mit einem scharfen Messer anschneiden.
  • Alle Blätter bis auf das oberste Blattpaar entfernen, bei Pflanzen mit großen Blättern die Blätter halbieren.
  • Stecklinge möglichst tief einsetzen und kräftig andrücken.

Kräuter durch Teilung vermehren

Hat man bereits eine Pflanze, die man gerne vermehren würde, im eigenen Garten, so kann dies in manchen Fällen über Teilung geschehen. Folgende Kräuter lassen sich hervorragend durch Teilung vermehren, weil sie sich von selbst beständig durch die Bewurzelung von Ablegern ausbreiten, sodass separat lebensfähige Klone der Mutterpflanze einfach durchs Abtrennen dieser Triebe gewonnen werden können.

Wurzelballen von Schnittlauch geteilt
Einige Kräuter lassen sich auch durch Teilung des Wurzelballens gut vermehren [Foto: Travel_Master/ Shutterstock.com]

Beispiele für Kräuter, die sich gut teilen lassen:

  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Minze (Mentha)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Oregano und Majoran (Origanum vulgare/Origanum majorana)
  • Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans)
  • Beifuß (Artemisia vulgaris)
  • Beinwell (Symphytum officinale)
  • …und alle weiteren Kräuter, die von sich aus Wurzeln an Seitentrieben bilden

Zum Teilen einer flächig wachsenden Pflanze wie Majoran wird diese einfach mit einem scharfen Spaten zerstochen und der abzutrennende Teil von der Mutterpflanze abgenommen. Bei buschig wachsenden Kräutern wie Salbei werden einzelne bewurzelte Triebe mit einer Rosenschere vom Rest der Mutterpflanze getrennt. Nach dem Teilen können die natürlichen Ableger der Mutterpflanze ins Beet ausgepflanzt werden. Alternativ kann man die Kräuter auch in einen Topf mit frischem Substrat einpflanzen. In jedem Fall muss im Anschluss jedoch gut angegossen werden, damit sich das Substrat beziehungsweise die aufgelockerte Erde im Beet gut setzen und das Wasser von den Wurzeln der geteilten Pflanze aufgenommen werden kann.

Tipp: Manche Kräuter wie Pfefferminze und Schnittlauch haben einen höheren Nährstoffbedarf und sollten zusätzlich gedüngt werden. Eine nachhaltige und wirksame Wahl stellt unser Plantura Bio-Universaldünger mit Langzeitwirkung dar.

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Übrigens: Viele Vorteile hat die Pflanzung der frisch vermehrten Kräutern in einer Kräuterspirale, denn hier können die verschiedenen Standortvorlieben der aromatischen Pflanzen befriedigt werden. Wie Sie die Kräuterspirale richtig bepflanzen, erfahren Sie in unserem Artikel.

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