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10 Kräuter, die man selber vermehren kann

Mit selbst angebauten Kräutern lässt es sich viel aromatischer kochen. Wir zeigen, welche 10 Kräuter Sie einfach selbst vermehren können, sodass sie das Ganze Jahr über etwas davon haben.

Basilikum Stecklinge zum einfachen Vermehren
Basilikum lässt sich auch ganz einfach über Stecklinge vermehren [Foto: Geshas/ Shutterstock.com]

Selbst angebaute Kräuter schmecken häufig viel intensiver als gekaufte. Doch meist kommt man nicht das ganze Jahr über in diesen Genuss – denn der Winter macht einem da häufig einen Strich durch die Rechnung. Natürlich kann man die meisten Kräuter auf unterschiedlichste Weisen konservieren und so lagerfähig machen. Doch bedeutet das häufig viel Arbeit oder ist nicht jedermanns Sache. Deshalb stellt sich die Frage, welche Kräuter man gut selbst vermehren kann und im eigenen Anbau auch für die Ernte im Winter vorbereiten kann. Sollte man die würzigen Freunde dann lieber reinholen und auf der Fensterbank kultivieren oder können sie auch einfach im Winter aus dem Beet geerntet werden? Und welche Kräuter eignen sich hierfür eigentlich? Das sind nur ein paar der Fragen, auf die die folgenden Zeilen eine Antwort wissen.

Kräuter selbst vermehren

Kräuter – egal ob Heil- oder Gewürzkräuter – selbst zu vermehren, geht in den meisten Fällen schnell und einfach. Dabei hat man die Qual der Wahl mittels welcher Methode die Pflanzen vermehrt werden. Die adäquatesten sind Aussaat, Stecklingsvermehrung und Teilung. Wir nehmen die drei Methoden nachfolgend genauer unter die Lupe.

Kräuter vermehren mit Stecklingen im Topf
Die Vermehrung über Stecklinge ist einfach und vor allem schnell [Foto: Cristina Sanvito – CC BY 2.0]

Kräuter aussäen: Zeitpunkt, Wärme, Licht und Feuchtigkeit

Jegliche Kräuter können einfach und bequem durch die Aussaat von Samen vermehrt werden. Saatgut eines jeden Krautes, häufig sogar verschiedener Sorten, ist im gut sortierten Fachhandel erhältlich. Dennoch müssen einige Bedingungen für die erfolgreiche Aussaat von Kräutersamen bekannt sein.

  • Zeitpunkt
    Wichtig ist zu wissen, wann man die Kräuter am besten aussät. Soll die Saat direkt ins Freiland erfolgen, so ist dies nicht vor Anfang Mai vorzunehmen. Andernfalls könnten drohende Spätfröste zu Zeiten der Eisheiligen die zarten Keimlinge gefährden und dahinstrecken. Im geschützten Haus auf der warmen Fensterbank kann hingegen schon ab Ende Februar losgelegt werden. Ab Mitte Mai dürfen die gestärkten Jungpflanzen dann mit einem klaren Wachstumsvorsprung ins Freie ausgepflanzt oder im Topf im Garten platziert werden.
  • Wärme
    Damit der Keimprozess der Samen induziert wird, wird in der Regel Wärme benötigt. Bei den meisten Kräutern liegt die optimale Temperatur während der Keimung um 20 °C. Niedrigere Temperaturen richten an sich keinen Schaden an. Nur umso weiter die Temperatur unterhalb der optimalen Keimtemperatur liegt, desto länger dauert der Keimvorgang. Wie warm es das Saatgut des jeweiligen Krautes am liebsten hat, ist in der Anleitung auf der Rückseite der Saatguttütchen nachzulesen.
  • Licht
    Auch das Licht ist ein entscheidender Faktor, der bei der Keimung von Samen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. So handelt es sich bei manchen Kräutern wie Basilikum (Ocimum basilicum) oder Oregano (Origanum vulgare) um sogenannte Lichtkeimer. Das bedeutet, dass das Saatgut dieser Vertreter Licht zum Keimen benötigt. Deshalb kann es nicht mit einer vor Austrocknung schützenden Substratschicht bedeckt werden. Andere Samen wiederum benötigen zwingend Dunkelheit, damit bei ihnen der Reiz zum Keimen ausgelöst wird. Wieder anderen Arten ist es vollkommen egal und so keimt ihr Saatgut sowohl bei Dunkelheit als auch bei Licht.
  • Feuchtigkeit
    Für Keimlinge ist es äußerst problematisch, wenn sie Trockenheit während des Keimungsprozesses erfahren. Deshalb ist darauf zu achten, dass sie stets gleichmäßig feucht gehalten werden. Generell wird deshalb nach der Aussaat mit einer feinen Brause gut angegossen. Bei den Dunkelkeimern kann außerdem eine Substratschicht die keimenden Samen vor Austrocknung schützen. Dies ist bei den Lichtkeimern nicht möglich, weshalb besonders regelmäßig gegossen werden muss. Wichtig ist, dass stets eine feine Brause verwendet wird, damit das Saatgut nicht weggespült wird.
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Kräuter über Stecklinge vermehren

Eine beliebte und schnelle Möglichkeit zur Vermehrung von Pflanzen, ist die Bewurzelung von Stecklingen. Natürlich ist dies auch bei Kräutern möglich. Allerdings müssen die Kräuter krautige Pflanzenteile ausbilden, damit dies funktioniert. Da das jedoch bei fast allen Kräutern der Fall ist, listen wir diejenigen auf, bei denen die Vermehrung über Stecklinge nicht so gut funktioniert.

  • Kräuter, die sich nicht gut über Stecklinge vermehren lassen
Zitronenthymian im Garten
Zitronenthymian hat auf Grund seiner Blattfärbung einen hohen Zierwert im Garten [Foto: Skyprayer2005/ Shutterstock.com]

Kräuter-Stecklinge: Die richtigen Bedingungen

Auch bei Stecklingen gibt es einige Dinge zu beachten, damit man die gärtnerischen Bemühungen mit der erfolgreichen Stecklingsvermehrung krönen kann:

  • Zeitpunkt
    Am besten ist das späte Frühjahr oder der zeitige Sommer für die Vermehrung von Kräutern über Stecklinge geeignet. Dann haben die Mutterpflanzen, von denen man die Stecklinge entnimmt, bereits neue junge Triebe ausgebildet. Die Entwicklung ist aber noch nicht so weit vorangeschritten, dass sich bereits Blüten ausbilden. Diese kosten nämlich extrem viel Kraft und verschlechtern die Bewurzelung der Stecklinge.
  • Feuchtigkeit
    Das A und O in der Vermehrung durch Stecklinge ist es, eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erzeugen. Stecklinge haben keine Wurzeln, mit denen sie den Wasserverlust, der über die Blätter erfolgt, ausgleichen können. Herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit in der Umgebung, wird die Wasserverdunstung der Blätter verringert und es muss für keine Nachlieferung von Wasser gesorgt werden. Am besten eignen sich hierfür kleine Mini-Gewächshäuser für die Fensterbank.
  • Wärme und Licht
    Damit die Stecklinge schnell neue Wurzeln ausbilden, benötigen sie Licht und Wärme. Besonders im Wurzelraum wirken sich Temperaturen um 20 °C positiv aus. Im Fachhandel gibt es spezielle Heizmatten, auf die man seine Mini-Gewächshäuser zur Anzucht der Stecklinge platzieren kann.
Rosmarin im Topf angebaut
Rosmarin können Sie auch gut im Topf anpflanzen [Foto: Antigoni Lekka/ Shutterstock.com]
Folgende Produkte haben sich bei uns bewährt:
  • Floragard Bio-Erde Aromatisch: Bio-Spezialerde ohne Torf zur Anzucht und zum Umtopfen von Jungpflanzen und Kräutern wie Oregano, Basilikum, Thymian, Rosmarin, Minze & Co.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.

Kräuter-Stecklinge: Eigenschaften optimaler Stecklinge

Große Fehler können auch passieren, wenn man die Stecklinge falsch schneidet. Deshalb muss man auch hier genau wissen, wie man vorgeht und nach welchen Kriterien man das Stecklingsmaterial auszuwählen hat:

  • Nur krautige, junge Triebe schneiden, die möglichst nicht verholzt sind.
  • Ausschließlich Stecklinge ohne Blüten oder Blütenknospen verwenden.
  • Lieber Stecklinge der Triebspitze – sogenannte Kopfstecklinge – verwenden.
  • Stecklinge möglichst nicht lagern, sondern lieber direkt stecken.
  • Die Größe von Stecklingen sollte zwei bis drei Blattpaare oder maximal 5 bis 10 cm betragen.

Kräuter teilen und so vermehren

Hat man bereits eine Pflanze, die man gerne vermehren würde, im eigenen Garten, so kann dies in manchen Fällen über Teilung geschehen. Jedoch sind nicht alle Kräuter hierfür geeignet. Im unteren Pflanzenteil stark verholzende Kräuter kann man nicht teilen und so vervielfältigen. Folgende Kräuter lassen sich jedoch hervorragend und schnell teilen und so vermehren:

  • Kräuter, die sich gut teilen lassen
Schnittlauch mit lila Blüten
Besonders während der Blüte ist Schnittlauch im Gartenbeet eine wahre Zierde [Foto: blueeyes/ Shutterstock.com]

Nach dem Teilen können die vervielfältigten Exemplare der Mutterpflanze entweder ins Beet ausgepflanzt oder in einen Topf mit frischem Substrat eingepflanzt werden. In jedem Fall muss im Anschluss jedoch gut angegossen werden, damit sich das Substrat beziehungsweise die aufgelockerte Erde im Beet gut setzen und das Wasser von den Wurzeln der geteilten Pflanze aufgenommen werden kann.

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