Die Zucchini und das tödliche Cucurbitacin

Zucchinis sind lecker & gesund. Baut man Zucchinis im Garten an, muss man einige Punkte beachten, um eine Vergiftung zu vermeiden. Wir zeigen welche.  

Dass man sich mit dem Verzehr von Obst und Gemüse etwas Gutes tut, das ist für die meisten Menschen eine eindeutige Angelegenheit. Doch einen 79 Jahre alten Mann aus Baden-Württemberg hat der Verzehr von Zucchini 2015 sogar das Leben gekostet.

Zucchini und auch Kürbisse können nämlich einen giftigen Stoff enthalten – das Cucurbitacin. Dieser Bitterstoff wurde eigentlich aus den Pflanzen rausgezüchtet und ist daher auch in normaler Supermarktware nicht anzutreffen. Doch bei Selbstaufzucht durch Samen und mögliche Rückmutationen, ist es durchaus möglich, dass der gefährliche Bitterstoff in manchen Gartenpflanzen vorhanden ist.

Auch der 79-Jährige hatte wohl eine Zucchini aus dem Eigenanbau eines Nachbarn gegessen, bevor er mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus geliefert wurde, wo er dann auch an den Folgen der Vergiftung verstarb.

Doch die Pflanze gibt eigentlich deutliche Warnsignale ab, wenn sie das Cucurbitacin enthält: durch einen extrem bitteren Geschmack und Geruch. Wenn also eine Zucchini fast ungenießbar bitter schmeckt, dann sollte sie auf gar keinen Fall verzehrt werden! Auch bei Kürbissen sollte das beachtet werden. Dass diese Bitterstoffe in Zucchinis besonders gesund sind, ist ein trügerischer Irrglaube!
Ebenfalls ist nicht nur rohe Zucchini betroffen, sondern auch erhitzt zubereite Speisen mit diesen Gemüsesorten bergen ein Risiko, denn der Bitterstoff geht beim Kochen nicht kaputt.

Zucchini ertragreiche Sorten

Reiche Zucchini-Ernte aus dem eigenen Garten. [Foto: Cristina]

Um wirklich ganz sicher zu gehen, sollte vor dem Verzehr einer selbstangebauten Zucchini, ein rohes Stück probiert werden. Beim normalen Zucchini-Geschmack sollte sich das milde, teilweise fast süßliche Aroma im Mund ausbreiten. Bei bitterem Geschmack gilt es, die Zucchini zu entsorgen.
Weitere Vorsichtsmaßnahmen für Hobbygärtner wären, dass man Saatgut besser im Handel kauft und die Samen der eigenen Pflanzen im Garten eben nicht für das nächste Jahr verwendet.

Wenn man diese grundsätzliche Vorsicht anwendet, dann besteht jedoch an sich keine Gefahr, Zucchini und anderes Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten in vollen Zügen zu genießen und zu wissen, dass man sich und seiner Gesundheit damit sicher etwas Gutes tut.

Ausgefallene Zucchini-Sorten für den eigenen Garten:

Ein besonderer Dank an die Photographen: Cristina und Rob Bertholf.

Melissa

Während ihres fast abgeschlossenen Studiums im Bereich Kommunikation und Journalismus hat Melissa bereits in verschiedenen Medienunternehmen hospitiert. In den letzten Jahren interessiert sie sich vor allem für Themen im Bereich gesunder Ernährung und ökologischer Verantwortung, besonders im globalen Kontext.