Kapuzinerkresse pflanzen: Aussaat, Standort & Pflege

Alina
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Seit mehreren Jahren pflanze ich hobbymäßig in meiner Freizeit viel verschiedenes Gemüse an, wodurch ich letztendlich zu dem Studiengang Gartenbau an der Hochschule in Freising gefunden habe. Ich bin davon fasziniert, die Pflanzen vom Samen bis zur Frucht wachsen zu sehen und am Ende die Ernte zu verarbeiten.

Lieblingsobst: Kirschen und Erdbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch

Die würzige Kapuzinerkresse kommt in vielerlei Situationen hervorragend zur Geltung: Ob im Hochbeet, am Gartenzaun oder über eine Mauer rankend – in Kräuter- und Bauerngärten darf sie auf keinen Fall fehlen.

Jungpflanzen der Kapuzinerkresse
Die Aussaat der würzigen Pflanze funktioniert sehr einfach [Foto: Sarah Marchant/ Shutterstock.com]

Die aus Südamerika stammenden Kapuzinerkressen (Tropaeolum) bilden eine eigene Familie, doch in Europa hat sich insbesondere die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) durchgesetzt. Welchen Standort die Kapuzinerkresse bevorzugt und wie der Anbau mit den dazugehörigen Pflegemaßnahmen gelingt, erklären wir in diesem Artikel.

Standort für Kapuzinerkresse

Auf frischen, mäßig nahrhaften und lehmig-humosen Böden an einem sonnig bis halbschattig gelegenen Standort fühlt sich die Große Kapuzinerkresse am wohlsten. Sind zu viele Nährstoffe im Boden enthalten, so entwickelt die Pflanze deutlich mehr Blätter als Blüten. Trockenfallende Erde, aber auch Staunässe sollte vermieden werden, da dies der Kapuzinerkresse sichtbar Schwierigkeiten bereitet. Die Durchlässigkeit von verdichteten, schweren Böden kann durch Beimischen von Sand verbessert werden. Bei sandigen Böden optimiert man die Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen durch Beimischen von organischem Material wie reifem Kompost.

Blühende Kapuzinerkresse
Die Erde sollte nicht zu viele Nährstoffe enthalten [Foto: Branislav Cerven/ Shutterstock.com]

Braucht Kapuzinerkresse eine Rankhilfe?

Die Kapuzinerkresse benötigt nicht zwingend eine Rankhilfe. Die Notwendigkeit ist vor allem sortenabhängig: Es gibt Sorten, die in ihrem Wachstum eher langsamer und begrenzt sind – andere dagegen wuchern stark und können sehr lange Triebe bilden. Diese Triebe wachsen entweder kriechend über den Boden oder von einem Balkon, einer Hängeampel, einem Hochbeet oder einer Mauer herunter rankend. Setzt man die wüchsige Kapuzinerblume beispielsweise an den Gartenzaun, so erspart man sich das Anbringen einer zusätzlichen Rankhilfe und verschönert gleichzeitig die Gartenbegrenzung.

Welche Erde eignet sich?

Wer dem würzigen Gewächs perfekte Startbedingungen bei der Pflanzung schaffen möchte, der mischt den Erdaushub mit einer hochwertigen Pflanzerde. Dafür bietet sich zum Beispiel unsere torffreie Plantura Bio-Blumenerde an, da sie durch die enthaltenen Kokos- und Holzfasern eine lockere, durchlässige Struktur besitzt. Dabei wird bereits der Grundbedarf an Nährstoffen der Pflanze mit dem enthaltenen Qualitätskompost und Dünger gedeckt. Vor allem die Blütenbildung wird mit der Erde hervorragend unterstützt. Auch für die Pflanzung im Topf kann diese Erde gut verwendet werden. Worauf außerdem noch geachtet werden sollte, wenn die Kapuzinerkresse im Topf angebaut wird, erfahren Sie in unserem weiterführenden Artikel.

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Aussaat von Kapuzinerkresse

Da die Kapuzinerkresse sehr empfindlich gegenüber kalten Temperaturen ist, sollte mit der Aussaat im Freiland erst nach den Eisheiligen begonnen werden. Wer die Kapuzinerkresse vorziehen möchte, kann in der Wohnung bereits ab Mitte April aussäen. Kapuzinerkresse ist ein Dunkelkeimer, deshalb sollten die Samen mit etwa 2 cm Erde bedeckt werden. Wird das Substrat feucht gehalten, so lassen sich bei einer Keimtemperatur von 20 bis 25 °C bereits nach circa 7 bis 10 Tagen die ersten Keimlinge entdecken. Haben Sie mehrere Samen in ein Töpfchen gelegt, so sollten Sie die Sämlinge im Keimblattstadium pikieren, damit sich diese optimal weiterentwickeln können.

Tipp: Der Herbst ist der perfekte Zeitpunkt zur Saatgutgewinnung von eigenen Pflanzen für die nächste Gartensaison. Die Keimfähigkeit der gesammelten Samen beträgt etwa drei Jahre.

Kapuzinerkresse in der Mischkultur

Im Bereich der Mischkultur kann die Kapuzinerkresse tatsächlich eine gewisse Funktion übernehmen. In bestimmten Fällen trägt sie zur Abwehr oder Ablenkung von Schädlingen bei. Sie wird beispielsweise in die Nähe von Rosen (Rosa) gepflanzt, um die Blattläuse (Aphidoidea) von den Gewächsen abzulenken. Auch in der Nähe von Kohlgewächsen (Brassicaceae) soll sie gegen den Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) helfen, da dieser bevorzugt auf der Kapuzinerkresse seine Eier ablegt.

Einpflanzen der Kapuzinerkresse nach draußen
Das Aussetzen der Jungpflanzen ins Freiland sollte erst ab Mitte Mai geschehen [Foto: lezia_melo/ Shutterstock.com]

Pflege der Kapuzinerkresse

Ist Kapuzinerkresse erst einmal vorgezogen und am geeigneten Standort gepflanzt, sind kaum noch Pflegemaßnahmen notwendig. Was zur Unterstützung des Wachstums getan werden kann, erläutern wir folgend.

Gießen, Düngen und Schnitt

Das Düngen der Kapuzinerkresse sollte nur in Maßen und mit einem nicht zu hohen Stickstoffanteil stattfinden, da sonst mehr Blätter als Blüten ausgebildet werden. Am besten eignet sich ein dafür ein biologischer Langzeitdünger, der seine Nährstoffe schonend an die Kapuzinerkresse abgibt. Dieses Kriterium erfüllt beispielsweise unser Plantura Bio-Blumendünger vollkommen – außerdem ist das Nährstoffverhältnis dieses Düngers so abgestimmt, dass vor allem die Blütenbildung durch den Phosphoranteil gefördert wird, aber auch das Laub erstrahlt durch den Stickstoff in sattem Grün. Das enthaltene Kalium fördert insgesamt die Vitalität Ihrer Pflanzen durch Stärkung der Widerstandskräfte. Eine Düngergabe im Frühjahr, die direkt bei der Pflanzung stattfinden kann, reicht in den meisten Fällen aus.

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Wenn das Kraut viel Sonne ausgesetzt ist, sollte die Pflanze in Trockenperioden und an heißen Tagen mit zusätzlichen Wassergaben unterstützt werden. Bei einer Pflanzung im Topf oder Balkonkasten kann es unter diesen Umständen durchaus notwendig sein, die Kapuzinerkresse täglich zu gießen. Beachten Sie dabei, das Wasser bodennah zu geben und nicht über die Pflanze zu verteilen.
Die Triebe der Kapuzinerkresse kann man schneiden, falls diese zu lang werden oder stören. Die Pflanze an sich benötigt grundsätzlich keine Schnittmaßnahmen. Allerdings fördert es deutlich die Blütenbildung, wenn regelmäßig verwelkte Blüten entfernt werden, falls diese nicht sowieso geerntet werden. Welche Teile Sie noch von der Kapuzinerkresse ernten können, erklären wir in unserem Spezialartikel.

Kapuzinerkresse-Blüte
Durch regelmäßiges Entfernen verwelkter Blüten wird die Blühphase verlängert [Foto: aniana/ Shutterstock.com]

Kapuzinerkresse hat gelbe Blätter: Was tun?

Falls Sie an Ihrer Kapuzinerkresse zunehmend gelbe Blätter entdecken, die nicht mehr auf den normalen Alterungsprozess schließen lassen, so kann das verschiedene Ursachen haben:

  • Wassermangel: Hängen die Blätter zusätzlich zur gelben Färbung schlaff nach unten und haben teilweise eingerollte Rändern, so kann Trockenstress die Ursache dafür sein. An sonnigen Plätzen kann das an besonders warmen Tagen oder längerer Zeit ohne Regen durchaus vorkommen. Achten Sie unter diesen Umständen darauf, Ihre Kapuzinerkresse mit zusätzlichen Wassergaben zu unterstützen.
  • Staunässe: An ungünstigen Standorten, die zu Staunässe neigen, oder bei übermäßigem Gießen ist das Faulen der Wurzeln der Kapuzinerkresse nicht abwegig. Auch hier können sich als Folgeerscheinung die Blätter gelb verfärben.
  • Überdüngung: Wie bereits beschrieben verträgt die Kapuzinerblume eine mäßige Düngung über längere Zeit am besten. Eine Überversorgung kann schnell vorkommen, wenn man es etwas zu gut mit der Pflanze meint. Im weiteren Verlauf sollte auf Dünger verzichtet und öfter gegossen werden, ohne jedoch Staunässe zu verursachen, damit die Nährstoffe im Boden nicht mehr so konzentriert vorliegen.
  • Mangelerscheinung: Auch wenn die Kapuzinerkresse keinen sonderlich hohen Nährstoffbedarf hat, heißt das nicht, dass sie ohne Nährstoffe optimal wächst. Ist der Gartenboden dann noch mager und nährstoffarm, so können gelblich verfärbte Blätter auf eine Unterversorgung hindeuten. In diesem Fall sollte eine Düngung durchgeführt werden.
Kapuzinerkresse mit gelblichen Blättern
Die hellen, gelblich verfärbten Blätter können verschiedene Ursachen haben [Foto: aniana/ Shutterstock.com]

Häufige Schädlinge an Kapuzinerkresse

Es wurde bereits erwähnt, dass die Kapuzinerkresse bestimmte Schädlinge anzieht. Folgend gehen wir näher auf diese ein und erklären, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten.

  • Großer Kohlweißling: Der weiße Schmetterling legt seine Eier auf den Blättern der Kapuzinerkresse ab. Bemerkt werden meist erst die Fraßspuren der geschlüpften Raupen. Sobald Eier oder Raupen auf den Pflanzen entdeckt werden, sollten diese abgesammelt werden. Um diesem Schädling vorzubeugen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein Befall kann mit einigen Methoden zur biologischen Bekämpfung angegangen werden, auf die wir in unserem Spezialartikel zum Kohlweißling näher eingehen.
  • Blattläuse: Gegen einen Blattlausbefall helfen häufig einfache Hausmittel wie das regelmäßige Besprühen mit Seifenlauge. Stark befallene Triebe können entfernt werden. Wie bei allen Pflanzen, die irgendwann auf dem Teller landen sollen, sind giftige Spritzmittel dagegen nicht das Mittel der Wahl. Denn auch mit natürlichen und biologischen Mitteln lassen sich Blattläuse bekämpfen – mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel.
  • Erdflöhe (Psylliodes): Bevorzugt an jungen Blättern fressen die Erdflöhe Löcher in das Laub. Bei trockener Witterung im Frühjahr kann es zu einem verstärkten Befall kommen. Wie man Erdflöhe bekämpfen und ihnen verbeugen kann, erläutern wir ausführlich in unserem Spezialartikel.
Kapuzinerkresse mit Blattläusen
Ein Befall mit Blattläusen ist keine Seltenheit bei der Kapuzinerkresse [Foto: Jozef Klopacka/ Shutterstock.com]

Obwohl sich die Kapuzinerkresse und die Gartenkresse (Lepidium sativum) sowohl geschmacklich als auch namentlich ähneln, sind die beiden Pflanzen nicht miteinander verwandt. In unserem Spezialartikel finden Sie Wissenswertes zur Gartenkresse.

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