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Lavendel trocknen: Tipps zur Lagerung & weiteren Verwendung

Der Duft des Lavendels entfaltet sich erst richtig mit dem Trocknen. Wie man Lavendel trocknet und wo die Blüten Verwendung finden, zeigen wir hier.

Lavendel getrocknet mit Glas

Lavendelblüten können ganz einfach getrocknet werden [Foto: Nitr/ Shutterstock.com]

Der duftende Lavendel (Lavandula) war bereits den alten Ägyptern bekannt, die ihn zur Einbalsamierung ihrer Verstorbenen einsetzten. Später sprach der Lavendel den Römern vor nahenden Schlachten Mut zu und diente ihnen als Heilpflanze für Soldaten. Heute werden zumeist die getrockneten Blüten des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) genutzt, welche in der Kosmetik, im Haushalt und sogar in der Küche Verwendung finden. Aber was macht das lilafarbene, mediterrane Kraut so besonders und wie trocknet man es am besten? Die Antworten auf diese Fragen haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Lavendel trocknen

Die Haupterntezeit des Lavendels liegt in dessen Blütezeit zwischen Juni und August. Damit die Blüten schneller trocknen und nicht Gefahr laufen zu schimmeln, sollte man den Lavendel aber nur an trockenen Tagen ernten. Schneiden Sie den ganzen Lavendelstrauch am besten zur Hochblüte (Mitte Juli) zurück. Für die Trocknung werden dabei nur die blühenden Zweigspitzen verwendet. Kürzen Sie die Stiele daher am besten etwa 10 Zentimeter unterhalb des Blütenansatzes. Nach der Ernte werden die frisch geschnittenen Blütenrispen zunächst auf einem Tuch ausgebreitet und angetrocknet. Nach ein paar Tagen können sie auch bündelweise aufgehängt werden. Damit das Aroma nicht schon nach kurzer Zeit verloren geht, sollten Sie die getrockneten Lavendelblüten an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort lagern – beispielsweise in einem luftdicht verschlossenen Einmachglas im Vorratskeller.

Zusammenfassung Lavendel trocknen:

  • Erntezeit von Juni bis August
  • Nur an trockenen Tagen ernten
  • Zweige etwa 10 cm unterhalb des Blütenansatzes abschneiden
  • Diese auf einem Tuch ausbreiten
  • Nach einigen Tagen büschelweise aufhängen
  • Dunkle, trockene Lagerung in Gläsern oder Dosen
Lavendel getrocknet aufgehangen

In Büscheln aufgehängt, trocknet Lavendel innerhalb kürzester Zeit [Foto: PHOTOCREO Michal Bednarek/ Shutterstock.com]

Inhaltsstoffe und Verwendung von Lavendel

Getrocknete Lavendelblüten enthalten neben Gerbstoffen und weiteren sekundären Pflanzenstoffen bis zu drei Prozent ätherisches Öl, das ihnen ihr würziges Aroma verleiht. Die Zusammensetzung des ätherischen Öls ist dabei äußerst komplex. Bis jetzt konnten Forscher in diesem über 150 Verbindungen feststellen. Die Hauptbestandteile Linalool und Linalylacetat erreichen zusammen einen Anteil von bis zu 75 Prozent. Doch auch andere Bestandteile – wie zum Beispiel Cineol, Borneol und Campher – spielen eine wichtige Rolle für das Gesamtaroma.

Verwendung von Lavendel als Heilpflanze

Für die Verwendung in der Kosmetik und der Naturheilkunde wird das ätherische Öl durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Es zählt hierbei zu den wenigen ätherischen Ölen, die direkt auf die Haut aufgetragen werden können. So kann es beispielsweise als Wundheilmittel bei Verbrennungen und kleinen Verletzungen eingesetzt werden. Aber auch als Mückenabwehr aufgetragen leistet es an lauen Sommerabenden gute Dienste.

In aufregenden Zeiten sorgt der Duft von Lavendel zudem für Ruhe und Ausgleich. Er vertreibt wirkungsvoll Schlafräuber und hellt die Stimmung auf. Lavendel ist ein klassisches Nervenberuhigungsmittel, das entspannend wirkt, ohne uns müde zu machen. Bei Kopfschmerzen sorgt das mediterrane Kraut ebenfalls für Entspannung. Neben der Verwendung des ätherischen Öls können Sie die getrockneten Blüten auch als Tee trinken oder als Badezusatz verwenden.

Lavendelöl

Lavendelöl hat eine beruhigende Wirkung [Foto: LiliGraphie/ Shutterstock.com]

Für den Hausgebrauch können die Blüten auch zur Herstellung eines Ölauszugs verwendet werden. Dabei sollten alle Pflanzenteile gut mit nativem Pflanzenöl (zum Beispiel Olivenöl) bedeckt sein, um eine Schimmelbildung zu vermeiden. Nach 10 bis 14 Tagen ist das selbstgemachte Lavendelöl fertig und Sie können es abgeseiht als duftendes Massageöl gegen verspannte Muskeln verwenden.

Verwendung von Lavendel im Haushalt

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe ist Lavendel ein natürliches Desinfektionsmittel und kann die Luft in Räumen spürbar reinigen. Schon der lateinische Name der Pflanze deutet auf ihren Nutzen hin, denn „lavare“ bedeutet übersetzt „waschen“. Lavendelauszüge und das ätherische Öl können sehr gut zur nachhaltigen Haushaltsreinigung eingesetzt werden. Geben Sie einfach einige Tropfen in das Wischwasser für den Boden oder reinigen Sie Kühlschränke und Regale damit. Als zart duftendes Bügelwasser kann es ebenfalls verwendet werden, um die Wäsche zu befeuchten. Wer dann immer noch nicht genug von dem aromatischen Duft hat, kann auch kleine Duftkissen mit Lavendelblüten aus dem eigenen Garten füllen und so seine Wäsche parfümieren – diese helfen sogar gegen Motten im Kleiderschrank.

Verwendung von Lavendel in der Küche

Das intensive Lavendelaroma schmeckt in der Küche am besten in der Kombination mit anderen Kräutern und Gewürzen. Besonders beliebt ist zum Beispiel die Mischung „Kräuter der Provence“, aber auch die Kombination mit Salbei, Rosmarin, Zitronenschale oder Orangenschale zu mediterranen Gerichten aller Art, würzigem Käse oder gegrilltem Fleisch. Auch in selbstgemachter Kräuterbutter, Lavendelessig oder Kräutersalz schmecken Lavendelblüten einfach großartig. Sogar in Süßspeisen harmoniert das leicht herbe Lavendelaroma erstaunlich gut mit Pfirsichen, Aprikosen, Zitrusfrüchten oder Honig.

Muffins mit Lavendel

Lavendel kann wunderbar für Süßspeisen verwendet werden [Foto: AS Food studio/ Shutterstock.com]

Wenn Sie sich für die Vielfalt des Lavendels interessieren, sollten Sie unbedingt einen Blick auf unsere Arten- und Sortenauflistung hier werfen.

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