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Moos im Rasen entfernen: 7 Tipps vom Experten

Moos bietet zwar zum Barfußgehen einen weichen Untergrund, im Rasen ist es jedoch eher unerwünscht. Wir zeigen, wie Sie Moos im Rasen erfolgreich entfernen.

Moos im Rasen fühlt sich zwar schön an, wenn man barfuß darüber geht, bringt allerdings einige Probleme für den Rasen mit sich. Moos entsteht in lichten Grasnarben, wenn der Rasen keine idealen Wachstumsbedingungen vorfindet. Befindet sich erstmal eine schöne Moosschicht am Rasenboden, werden die Bodenbedingungen für den Rasen zunehmend immer schlechter. Die Luft- und Wasserdurchlässigkeit des Bodens wird reduziert und die Graswurzeln werden weniger mit den lebensnotwenigen Elementen Luft und Wasser versorgt.

Moos im Rasen: Die Ursachen

Moose breiten sich immer dann aus, wenn Gräser sich in der Wachstumsruhe befinden (also vom Herbst bis in den Frühling) oder geschwächt sind. Schlechte Wachstumsbedingungen für Rasen, wie Schatten, Verdichtungen, Nährstoffmangel oder mangelnde Durchlässigkeit des Bodens bieten Moosen einen Wachstumsvorsprung. Moos ist an sich kein von sich aus eindringender Feind, sondern das Symptom vernachlässigten Rasens. Die Förderung des Rasenwachstums und der dafür idealen Bodenbedingungen ist dementsprechend die beste Methode zum Vorbeugen und Bekämpfen von Moos.

Die häufigsten Ursachen für Moosbildung:

  • Niederschlagreiche Witterungsperioden
  • Staunässe
  • Mangelnde Nährstoffversorgung des Bodens
  • Saure Böden (pH-Wert unter 5)
  • Verdichtete Böden
  • Schattige Standorte

In den wenigsten Fällen ist es nur einer dieser Faktoren, die die Entstehung von Moos begünstigen. Häufig wirken mehrere der genannten Ursachen zusammen und schaffen Bedingungen, die für Gräser ungünstig und für Moose vorteilhaft sind.

Moos im Rasen: Vorbeugen und vermeiden

Ganz nach dem Motto „vorbeugen ist besser als heilen“ ist es einfacher, präventive Maßnahmen gegen Moos zu treffen, als einen starken Befall zu bekämpfen.

Auswahl der Rasensaat

Dass Moose oft an schattigen, verdichteten oder sehr lehmigen Standorten anzutreffen sind, liegt häufig an der Konkurrenzkraft, an der es den meisten Gräsern unter diesen Umständen mangelt. Sie fühlen sich dort nicht wohl und sind geschwächt. Umso schneller kommt es zu Lücken in der Grasnarbe, die das Moos dann auffüllt. Speziell an schatten- oder nasse Wiesen angepasste Grasarten haben eine höhere Konkurrenzkraft und sorgen dafür, dass sich Moos weniger schnell oder gar nicht durchsetzt. Verwenden Sie deshalb bei der Rasenanlage Saatgutmischungen, die beispielsweise speziell für Schattenrasen geeignet sind. Zum Beispiel das Lägerrispengras (Poa supina)  wächst auch in schattigen Lagen wunderbar und konkurrenzstark. Auch bei sehr schweren Böden lohnt sich die Suche nach daran angepassten Gräsern. Vor jeder Rasenneuanlage sollte der Boden außerdem unbedingt gut vorbereitet werden, bei schweren Böden zum Beispiel mit einer Drainage. Das hilft, um neben dem Moos- auch dem Unkrautbefall vorzubeugen.

Die richtige Rasenpflege und Rasendüngung

Wird der Rasen richtig gepflegt und gedüngt, kann eine übermäßige Ausbreitung von Moosen verhindert werden. Dazu gehört auch das regelmäßige Mähen, denn bei hohem Gras trocknet die Bodenoberfläche schlechter ab und begünstigt somit das Moos. Ebenso gehört zur guten Pflege das regelmäßige Düngen. Es stärkt die Gräser und beugt einer lückenhaften Grasnarbe vor.

Moos im Rasen: Erfolgreich entfernen und bekämpfen

Wenn der Rasen bereits einen weichen Moosflaum besitzt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diesen zu entfernen:

1. Moos im Rasen: Vertikutieren und lüften

Die wichtigste mechanische Maßnahme gegen Moos ist das Vertikutieren. Dabei wird der Boden einige Zentimeter tief eingekratzt und so das Moos und der Bodenfilz entfernt. Die Graswurzeln nehmen nur minimalen Schaden. Nach dem Vertikutieren wird das Moos aus dem Gras gerecht und bei starkem Moosbefall anschließend ein zweites Mal vertikutiert. Nach dem Vertikutieren wird nachgesät und gleichzeitig gedüngt. Verwenden Sie beim Nachsäen Saatgut, das speziell an den Standort angepasst ist, um erneutem Moosbefall vorzubeugen.

2. Kalk gegen Moos im Rasen

Saurer Boden allein verursacht keinen Moosbefall. Oft ist der niedrige pH-Wert die Folge von wasserundurchlässigem Boden. Unter sauren Bedingungen kommen jedenfalls Gräser schlechter zurecht als Moos, welches sich unter sauren Bedingungen somit ungestört ausbreiten kann. Bevor Sie Kalk als Mittel gegen Moos anwenden, sollten Sie unbedingt den pH-Wert Ihres Bodens testen. Liegt dieser unter 5, können Sie kalken. Nach der Kalkung sollte der pH-Wert bestenfalls bei 6 – 6,5, maximal bei 7 liegen. Verändert sich der pH-Wert Ihres Bodens durch das Kalken drastisch, beispielsweise wenn der pH-Wert von 4 auf 6,5 angestiegen ist, verschwindet der Moosbefall eventuell für kurze Zeit komplett. Moos reagiert nämlich sehr empfindlich auf Änderungen des pH-Werts.

Vorsicht: Das Verschwinden des Mooses darf Sie aber auf keinen Fall dazu verleiten, beim nächsten Moosbefall sofort wieder zu kalken. Dies könnte dazu führen, dass der pH-Wert irgendwann zu hoch für die Gräser ist. Vor jeder Kalkung sollte also zuerst der pH-Wert getestet werden.

3. Moos im Rasen: Richtig düngen

Rasen mag nährstoffreichen Boden – Moos kommt hingegen gut mit magerem Boden zurecht. Um die Rasengräser zu stärken, werden ihnen regelmäßig Nährstoffe in Form von Dünger zugeführt. Da Moosbefall vor allem in der kalten Jahreszeit und im auslaufenden Winter begünstigt wird, beugt man ihm am besten mit einer kaliumbetonten Herbstdüngung vor.

4. Düngen mit Kompost

Bei schweren und nassen Böden kann das Düngen mit Kompost helfen, die Bodenstruktur zu verbessern. Kompost kann entweder mit Sand gemischt mithilfe eines Rechens in den Rasen eingearbeitet werden oder einige Wochen nach dem Sanden. Auch eine Kompostdüngergabe im Zuge der Nachsaat ist sehr zu empfehlen. Ein bis fünf Liter feine Komposterde werden pro Quadratmeter in den bestehenden Rasenbestand mit einem Rechen eingearbeitet. Der Kompost bedeckt die Bodenoberfläche oder die gesäten Rasensamen anschließend nicht mehr als einen cm. Bestenfalls regnet es kurz nach der Kompostgabe.

5. Schwere Böden gegen Moos regelmäßig sanden

Um die Luft- und Wasserdurchlässigkeit des Bodens zu verbessern und damit ideale Wachstumsbedingungen für Gräser zu schaffen, werden schwere Böden ein- bis zweimal im Jahr gesandet. Das Rasensanden ist also eine typische Methode zur Ursachenbekämpfung von Moos. Bei leicht sandigen Böden streuen Sie 3 l Sand/m2. Bei sehr lehmigen Böden 5 l/m2. Die Körnung des Sandes sollte zwischen 0,06 und 2 mm liegen.

6. Moos im Rasen: Richtig mähen

Auch wenn es lästig ist, gilt die Regel: Häufiges Mähen mit wenig Masseverlust wird vom Rasen besser vertragen und bewahrt dessen Konkurrenzkraft gegenüber Moos und Unkraut. Je häufiger gemäht wird, desto dichter die Grasnarbe und desto schlechter kann sich Moos zwischen den Gräsern einnisten. Um den Rasen stark gegen Moos zu machen, hat es sich bewährt, immer nur ein Drittel bis maximal die Hälfte der Rasenlänge abzumähen. Gebrauchsrasen, der auf viereinhalb bis sechs cm geschnitten werden soll, wird also bei einer Länge von siebeneinhalb bis maximal elf cm gemäht.

Übrigens: Zierrasen wird häufiger und kürzer gemäht, Schattenrasen weniger tief.

7. Moosvernichter gegen Moos im Rasen

Bringt das mechanische Entfernen des Mooses mit dem Vertikutier-Gerät keine Erfolge, kann im Notfall auf einen sogenannten Moosvernichter zurückgegriffen werden. Eisen-II-Sulfat ist im Vergleich zu Unkrautvernichtern ein relativ umweltverträglicher Wirkstoff, der das Moos absterben lässt. Vor der Behandlung wird der Rasen auf vier cm tief gemäht. Eisen-II-Sulfat lässt das Moos innerhalb von ungefähr zwei Wochen absterben. Anschließend wird der Rasen vertikutiert und gerecht, um das abgestorbene Moos zu entfernen. Zumeist wird nach dem Vertikutieren nachgesät, um Kahlstellen im Rasen zu schließen. Nach dem Einsatz von Moosvernichtern warten Sie besser einige Wochen, da diese Mittel keimhemmend wirken können.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Plantura Bio-Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.
  • Floragard Rasensand: Verbessert die Wasserdurchlässigkeit und erhöht die Belastbarkeit der Rasenfläche.
  • Plantura Bio-Herbstrasendünger: Organischer Dünger zur optimalen Nährstoffversorgung. Fördert einen robusten und dicht wachsenden Rasen.
 
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