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Mehltau an Rosen: Echten & Falschen Mehltau erkennen und bekämpfen

Ein weißer oder grauer Belag auf Rosen deutet oft auf Mehltau hin. Wir verraten, wie man Falschen und Echten Mehltau bei Rosen erkennt und wie man ihn mit Hausmitteln und Co. bekämpfen kann.

Die Rose (Rosa) gehört zu den am längsten kultivierten Zierpflanzen überhaupt und ist so vielfältig wie kaum eine andere Pflanze. Mehrere tausend Sorten mit unterschiedlichsten Blüten- und Wuchsformen schmücken die deutschen Gärten. Doch es gibt einen weit verbreiteten Krankheitserreger, der die Blütenpracht schon ab Anfang Mai bedrohen kann. Genau genommen sind es sogar zwei Krankheitserreger: Der Echte und der Falsche Mehltau.

Echter Mehltau an Rosen

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, wie sich der Echte Mehltau an Rosen (Podosphaera pannosa) und der Falsche Mehltau an Rosen (Pseudoperonospora sparsa)unterscheiden. Nicht nur ihre Namen sind unterschiedlich, tatsächlich sind die beiden Pilze nur entfernt verwandt. Während der Falsche Mehltau zu den Eipilzen (Peronosporomycetes) gehört, wird der Echte Mehltau den Schlauchpilzen (Ascomycota) zugeordnet. Ihre Überlebens- und Vermehrungsstrategien sind unterschiedlich, daher ist es für die erfolgreiche Bekämpfung von Bedeutung, welchen Pilz man vor sich hat.

Echten Mehltau an Rosen erkennen

  • Mehlig-weißer Belag auf den Rosen, der das Blatt teilweise oder vollständig ober- und unterseits bedeckt. Dieser Belag lässt sich mit den Fingern leicht abwischen und so von Kalkflecken oder Ähnlichem unterscheiden.
  • Auch Triebe und Knospen können den weißen Belag tragen. Am verholzten Stamm der Rose kommt der Belag allerdings nicht vor.
  • Mit einer Lupe können kleine Ärmchen (Konidienträger) erkannt werden, welche mehrere Kugeln, die sogenannten Konidien, tragen. Diese sind Sporen zur Verbreitung des Pilzes.
  • Was man nicht sieht: Das Pilz-Mycel – also das Geflecht – wächst durch die Spaltöffnungen auch in das Blatt hinein und nimmt dort Nährstoffe aus den oberen Zellschichten auf.
  • Bei einem starken Befall verfärben sich die Blätter Rot und rollen sich ein oder werden sogar abgestoßen.
  • Es kann auch zum Krüppelwuchs der Triebspitzen und zur Bildung deformierter Blätter kommen, außerdem wird das Pflanzenwachstum gehemmt.
Echter Mehltau an Rosenknospe und -blättern
Echter Mehltau befällt alle Pflanzenorgane [Foto: Tunatura/ Shutterstock.com]

Echten Mehltau an Rosen bekämpfen

Weil der Echte Mehltau nicht im Laub, sondern nur unter den Knospenschuppen der jüngeren Triebe überwintert, ist auch bei seiner Bekämpfung der Rosenschnitt im Frühjahr besonders wichtig. Abgesehen von den allgemeinen Vorbeugemaßnahmen wie einer guten Rosendüngung und dem richtigen Standort, sollten bereits bei einem schwachen Befall gezielt wirksame Hausmittel eingesetzt werden. Diese werden wir Ihnen nachfolgend vorstellen. Bei einem starken Befall helfen manchmal nur noch professionelle Pflanzenschutzmittel – doch auch hier haben wir im Folgenden biologische Präparate für Sie zusammengetragen.

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Falscher Mehltau an Rosen

Falschen Mehltau an Rosen erkennen

  • Ober- und unterseits sind bräunlich-rote oder violette Flecken erkennbar, die sich oft zwischen den Blattadern der Pflanze befinden.
  • Unter feuchten Bedingungen wird ein dünner, grau-weißer Schimmelrasen auf der Blattunterseite gebildet. Mit einer Lupe lassen sich die einzelnen Sporenträger erkennen, die jeweils nur eine einzige Spore tragen. Mit diesen Sporen verbreitet sich der Pilz.
  • Auch Triebe können infiziert werden und zeigen dann rötliche Flecken und eventuell einen Schimmelrasen.
  • Bei starkem Befall werden Laubblätter abgestoßen.
  • Knospen können eintrocknen.
  • Das Pflanzenwachstum wird gehemmt.

Tipp: Der FalscheMehltau tritt sehr viel seltener bei Rosen auf als der Echte Mehltau. Auch wird er in der Regel gar nicht mit dem Echten Mehltau verwechselt, da sich die beobachteten Symptome stark unterscheiden. Der Falsche Mehltau zeigt niemals den unverwechselbaren weißen Belag auf den Rosenblättern.

Falscher Mehltau auf Blättern
Falscher Mehltau verursacht bräunliche bis violette Flecken und Schimmelrasen blattunterseits [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Falschen Mehltau an Rosen bekämpfen

Weil die Sporen des Falschen Mehltaus im Blatt und den Trieben der Pflanze überwintern, ist die Entfernung des Laubes nach dem Blattfall im Herbst besonders wichtig. Außerdem sollte der alljährliche Auslichtungs- und Pflegeschnitt der Rosen unbedingt beim ersten Austrieb und ruhig großzügig erfolgen. Laub und Triebe werden im Restmüll entsorgt oder verbrannt. Hat alle Vorsorge nichts geholfen oder wurde Sie unglücklicherweise versäumt, findet sich eine kleine Auswahl von Hausmitteln und biologischen Pflanzenschutzmitteln zur gezielten Bekämpfung des Pilzes. Beide Möglichkeiten stellen wir Ihnen im weiteren Verlauf vor.

Hausmittel gegen Mehltau an Rosen

Genau wie bei Mehltau an Gurken gibt es auch bei Mehltau auf Rosen ein paar wirksame Hausmittel:

  • Behandlung mit Milch: Eine Mischung aus Milch und Wasser (Verhältnis 1:9) wird bei Auftreten eines Befalls täglich auf die Blätter gespritzt. Durch die Milchsäurebakterien wird der Echte Mehltaupilz angegriffen und im besten Fall vollständig unterdrückt. Ob die Milch-Mischung gegen den Falschen Mehltau ebenso wirksam ist, gilt es noch herauszufinden.
  • Behandlung mit Backpulver: Das im Backpulver enthaltene Kalium(hydrogen)carbonat ist stark basisch und macht sowohl Echtem Mehltau als auch Falschem Mehltau das Leben schwer. Die Wirkung einer 0,5 % Lösung mit Wasser (5 Gramm in einem Liter Wasser) wurde bereits in mehreren Versuchen bestätigt.
  • Eine Leserin unseres Magazins wendet Kamillentee vorbeugend an. Die in der Kamille enthaltenen ätherischen Öle hemmen wahrscheinlich ebenfalls die Anfangsentwicklung des Pilzes, sodass der Befall gar nicht erst auftritt.
  • Auch Spritzbrühen aus Fenchelkraut und Ackerschachtelhalm haben laut wissenschaftlichen Untersuchungen einen Effekt, solange der Befall mit Mehltau nicht zu stark ist. 
Person spritzt Flüssigkeit auf Rosenpflanzen
Gute Hausmittel sind richtig angewendet durchaus wirksam [Foto: LDprod/ Shutterstock.com]

Wichtig: Die oben genannten Methoden werden von einigen Hobbygärtnern erfolgreich angewendet, andere können keinen Effekt beobachten. Es lohnt sich aber definitiv, Hausmittel bei einem leichten Befall oder vorbeugend auszuprobieren und sich das Geld für Spritzmittel zu sparen.

Weitere Mittel gegen Mehltau an Rosen

Sie haben keine Zeit zum Ansetzen einer Spritzbrühe oder Ihre Rosen sind bereits stark befallen? Dann haben Sie noch die Möglichkeit, Mehltau an Rosen biologisch zu bekämpfen. Wirksame Mittel sind zum Beispiel Equisetum Plus, das vor allem aus Ackerschachtelhalm-Extrakt besteht. Auch Netzschwefel-Produkte verschiedener Hersteller wirken sehr effektiv gegen Pilze, können bei zu hoher Dosierung allerdings auch Nützlingen schaden. Gleiches gilt für Kupfer-Präparate, die zwar im ökologischen Landbau angewendet werden dürfen, sich auf Dauer jedoch im Boden zu bedenklichen Konzentrationen anreichern.
Bei der richtigen Anwendung dieser Mittel wird auch ein stärkerer Befall mit Mehltau bald vorübergehen. Im Herbst und im kommenden Frühjahr sollten dann vorbeugende Maßnahmen getroffen werden, um einen erneuten starken Befall zu verhindern.

Wir empfehlen folgende Produkte gegen Pilzerkrankungen:
  • Celaflor Pilzfrei Saprol N: Zur Bekämpfung häufiger Pilzkrankheiten an Rosen und anderen Zierpflanzen sowie Gemüse. Schont Nützlinge und ist nicht bienengefährlich.
  • Neudorff AF Pilzfrei: Spritzmitel gegen Pilzkrankheiten, ist jedoch bienengefährlich.
  • Cuxin Urgesteinsmehl: Dient der Wiederanreicherung des Bodens mit wertvollen Mineralsubstanzen, reagiert leicht basisch und wirkt so der Bodenübersäuerung entgegen.

Mehltau bei Rosen vorbeugen

Damit Ihre Rosen generell von jeglicher Art Schadpilz erst gar nicht erst befallen werden, können Sie einige Tipps beherzigen:

  1. Rosen brauchen unbedingt einen sonnigen Standort mit etwas Luftbewegung. Ein guter Standort beugt bereits vielen Krankheiten und Schädlingen vor. Um ein schnelles Abtrocknen des Laubes zu gewährleisten, sollten Rosen möglichst frei und nicht unter Traufkanten von Bäumen oder Gebäuden stehen.
  2. Pflanzen Sie Rosen nicht dorthin, wo bereits zuvor Rosengewächse wuchsen. Zu den Rosengewächsen zählen übrigens auch fast alle Obstbäume und Erdbeeren.
  3. Ihre Rose sollte optimal mit Nährstoffen versorgt sein und sich in Ihrem Stück Boden wohl fühlen. Erreichen können Sie das mithilfe hochwertiger Blumenerden wie unserer Plantura Bio-Blumenerde und sanften, vornehmlich organischen Düngern wie dem Plantura Bio-Rosendünger.
  4. Achten sie beim Gießen darauf, nur den Boden und nicht das Blatt zu treffen. Pilzsporen benötigen ein Minimum an Flüssigkeit, um zu keimen und in das Blatt eindringen zu können.
  5. Bei der Wahl neuer Rosen für Ihren Garten können sie gezielt auf ADR-Rosen setzen. Die ADR-Prüfung (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) prüft über mehrere Jahre die ästhetischen und gesundheitlichen Fähigkeiten von Rosen.
  6. Es gibt auch neue Züchtungen, die eine Resistenz gegen Mehltau-Pilze aufweisen. Als resistent haben sich zum Beispiel die Sorten Apfelblüte, Heidetraum, Palmengarten Frankfurt und Sommerwind herausgestellt.
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Tipp: Während Falscher Mehltau während der Keimung auf eine hohe Temperatur und Blattfeuchte angewiesen ist – optimal sind 20 °C und tropfendes Wasser – entwickelt sich Echter Mehltau am Besten bei Trockenheit und Sonnenschein. Er benötigt nur das Tauwasser der kühlen Nacht und wird von tropfendem Wasser sogar geschädigt.

Blühender Rosenstrauch mit roten Rosen
Eine gesunde Rose wird seltener von Mehltau und anderen Schadpilzen befallen [Foto: toriru/ Shutterstock.com]

Sie möchten alljährlich die schönsten und meisten Blüten bewundern? Wir erklären Ihnen, wie der Rosenschnitt und die perfekte Rosendüngung funktionieren.

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