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Fenchel: Der Siegeszug der leckeren Knolle in den heimischen Gärten

Fenchel: Die mediterrane Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze ist sehr beliebt lässt sich mittlerweile auch bei uns problemlos anbauen.

Fenchelknolle in Beet
Durch die Entwicklung neuer Sorten, kann Fenchel problemlos im eigenen Garten angebaut werden [Foto: Maria Bobrova/ Shutterstock.com]

Im Sommerurlaub trifft man in den mediterranen Ländern häufig auf Wildformen des gelbblühenden Gemüsefenchels (Foeniculum vulgare) oder auch kurz Fenchel genannt. Dieser gehört zur Familie der Doldenblütler und wurde 2009 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Dank des Fortschritts in der Züchtung können mittlerweile auch Hobbygärtner die schmackhafte Knolle problemlos im Garten anbauen – schossfesten Sorten sei Dank!

Fenchel anbauen

Durch moderne Sorten ist der Anbau von Fenchel auch für Hobbygärtner außerhalb der Weinbauregionen recht einfach geworden. Wilder Fenchel und alte Sorten des Gemüsefenchels tendieren zur Blütenbildung sobald die Tage länger werden. Blühen die Pflanzen so nennt man dies schießen. Das Schießen ist unerwünscht, da die Pflanze ihre Kraft in das Ausbilden der Blüte und der Samen steckt. Am Ende des Jahres will man jedoch eine saftige und große Knolle ernten. Deshalb wurde Fenchel früher erst recht spät gesät (Ende Juni). Die Knollen erreichten jedoch nur in klimatisch sehr günstigen Lagen eine ausreichende Größe vor dem ersten Frost. Mittlerweile gibt es jedoch schossfeste Sorten, welche bereits ab Anfang Februar auf der Fensterbank vorgezogen werden können.

Auf einer hellen Fensterbank setzt man die Fenchelsamen etwa einen Zentimeter tief. Bei Temperaturen von 18 – 22 °C keimt das Saatgut innerhalb von ein bis zwei Wochen. Mit einer Größe von 5 – 8 Zentimeter pikiert man die Fenchelsämlinge und setzt diese in größere Töpfe. Einige Wochen später (ab April) können die Jungpflanzen direkt ins Freiland ausgepflanzt werden.

Fenchel hat einen mittelhohen Nährstoffbedarf und kann nach der Kultur von Starkzehren angebaut werden. Vor der Kultur sollte jedoch etwas Kompost in den Boden eingearbeitet werden. Sonnige und windgeschützte Standorte werden bevorzugt. Besonders bei später Aussaat von nicht schossfesten Sorten ist dies ein Muss.

Fenchelpflanze in der Sonne
Beim Pflanzen von Fenchel sollte zwischen den Pflanzen genügend Abstand gelassen werden [Foto: pilialoha/ Shutterstock.com]

Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte 25 und zwischen den Reihen 40 Zentimeter betragen. Ab April kann man neue, schossfeste Sorten auch direkt ins Freiland pflanzen. Einzelne Samen sollen ebenfalls auf 25x40cm gesetzt werden. Denn im Frühjahr bildet der Fenchel schnell seine Tiefwurzel aus und kann deshalb nur äußerst schlecht verpflanzt werden. Ältere, nicht schossfeste Sorte können erst ab Ende Juni bis Ende Juli angepflanzt werden.

Während der Wachstumsperiode muss eigentlich kaum gedüngt werden. Besonders auf eine Stickstoffdüngung sollte verzichtet werden, da der Fenchel schnell Nitrat anlagert. Um ein gutes Wachstum zu garantieren und die Knollenbildung zu fördern, sollte regelmäßig gegossen werden. Stress durch Trockenheit quittiert die Pflanze mit niedrigem Ertrag.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anbau von Fenchel finden Sie hier.

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Fenchelsorten

Auf unseren Tellern landet meistens nur der Gemüsefenchel. Daneben gibt es die Varietäten Gewürzfenchel und Wilder Fenchel, die deutlich aromatischer aber auch bitterer sind und wenn überhaupt nur sehr kleine Knollen ausbilden. Für den Fenchelanbau im eigenen Garten unterscheidet man schossfeste und nicht schossfeste Sorten. Befindet sich der eigene Garten nicht in einem Weinanbauklima oder hat man kein Gewächshaus zur Hand, müssen schossfeste Sorten gewählt werden.

  • Römischer Fenchel: frühe Sorte aus Italien mit großer und dichter Knolle; guter Geschmack und zarte Textur. (ital. Syn.: Finocchio Romanesco)
  • Selvatico: diese italienische Sorte bildet keine große Knolle aus; das Grün wird als Gemüse oder Suppeneinlage verwendet; robuster und ordentlicher Wuchs.
  • Finale: schossfeste Sorte für den frühen Anbau; ordentliche Knollengröße und guter Ertrag; aromatisch mit zarter Textur.
  • Rondo (F1): schossfeste Sorte für die frühe Aussaat; große, dichte Knollen; guter Geschmack.
  • Di Parma Sel. Prado: italienische Sorte für den späten Anbau; große und dichte Knollen; sehr ertragreich und guter Geschmack.
  • Fino: moderne, schossfeste Sorte mit großen und schneeweißen Knollen; bestens geeignet für den frühen Anbau im Freiland; sehr gutes Aroma.
  • Selma: schossfeste und schnellwachsende Sorte mit schönen und großen Knollen; guter Ertrag und Geschmack.
  • Bianco Perfezione: italienische, schossfeste Sorte mit gutem Wuchs; große und schmackhafte Knollen.
  • Zarter aus Florenz: italienische Sorte mit exzellenter Qualität; Sorte neigt bei ungünstigen Bedingungen zum Schossen.

Eine ausführliche Liste mit vielen weiteren Fenchelsorten finden Sie hier.

Fenchelknollen geerntet
Bis November kann der Fenchel geerntet werden [Foto: Colloidial/ Shutterstock.com]

Ernte und Lagerung von Fenchel

Fenchel benötigt viel Wärme und Sonne. Bei uns braucht die Pflanze mehr Zeit, um die schmackhaften Knollen auszubilden. Dennoch sollte spätestens Anfang November geerntet werden. Hierfür trennt man die Knolle an der Wurzel (circa zwei bis drei Zentimeter unterhalb vom Knollende) mit einem scharfen Messer ab. Die Knollen können in feuchten Sand eingeschlagen an einem kühlen Ort über einige Wochen gelagert werden. Schlägt man die Knollen in ein feuchtes Küchentuch ein, hält er sich auch im Kühlschrank ein bis zwei Wochen.

Fenchel: Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Die Knollen enthalten in nennenswerten Mengen die Mineralstoffe Eisen und Kalium sowie die Vitamine E, C und A. Fenchel enthält zudem viele ätherische Öle, die für den Anisgeschmack verantwortlich sind. Fenchel gilt als besonders bekömmlich und wird gerne bei Magenbeschwerden empfohlen. Neben positiven Eigenschaften auf Magen-Darm, soll Fenchel auch eine beruhigende Wirkung haben. Ernährungsphysiologisch ist Fenchel definitiv sehr wertvoll und mit weniger als 20kcal pro 100 auch diätgeeignet. Diese Faktoren dürften ihm unter anderem zum Titel der Arzneipflanze 2009 verholfen haben.

Fenchelknolle geschnitten in der Küche
Fenchel ist sehr gesund und wirkt beruhigend [Foto: Sabino Parente/ Shutterstock.com]

Fenchel: Schädlinge und Krankheiten

Fenchel ist besonders außerhalb vom Intensivanbau eine sehr robuste Pflanze. Ist der Sommer sehr regnerisch und feucht, können vereinzelt Pilzkrankheiten auftreten. Auch kann es ab und an zu Fraß durch hungrige Nagetiere kommen. Viel wichtiger als Krankheiten ist es, ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen aus der Gruppe der Doldenblütler zu halten. Busch- und Stangenbohnen und Tomaten sind ebenfalls schlechte Nachbarn.

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