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Rasen düngen mit Blaukorn: Anwendung & Nachteile

Viele Gärtner greifen beim Rasendüngen gerne zu den blauen Körnern. Wir zeigen, warum Sie beim Rasendüngen lieber die Finger von Blaukorn lassen.

Blaukorn im Sack auf Rasen

Bei dem mineralischen Dünger Blaukorn besteht schnell die Gefahr der Überdüngung und Auswaschung nicht genutzter Nährstoffe [Foto: Kym McLeod/ Shutterstock.com]

Ursprünglich wurde Blaukorn von Compo Expert entwickelt, inzwischen jedoch vielfältig kopiert. Wir erklären Ihnen hier, ob die Eigenschaften von Blaukorn diesen auch zu einem geeigneten Dünger für Ihren Rasen machen.

Rasen düngen mit Blaukorn

Nachfolgend erläutern wir Ihnen die Wirkung und Anwendung von Blaukorn, anschließend benennen wir die wichtigsten Nachteile. Wir gehen dabei stets vom ursprünglichen Produkt und nicht von eventuellen Kopien anderer Marken aus. Zum Schluss weisen wir Sie zudem noch auf gute Alternativen hin, die Ihren Rasen gesünder versorgen.

Rasen düngen mit Blaukorn: Wirkung und Anwendung

Blaukorn ist ein bekannter mineralischer Universaldünger mit der Zusammensetzung 12 – 8 – 16 – 3 – 10. Diese Angabe steht für 12 % Stickstoff, 8 % Phosphoroxid, 16 % Kaliumoxid, 3 % Magnesiumoxid und 10 % Schwefel, die in Blaukorn enthalten sind. Daneben sind noch die Spurennährelemente Bor, Eisen und Zink enthalten. Bei speziellen Sonderreihen – beispielsweise „Blaukorn Premium“ – kann die Zusammensetzung auch anders ausfallen. Kopien anderer Hersteller sind ebenfalls verändert zusammengesetzt und profitieren nur von der Prominenz der blauen Kügelchen. Mehr Informationen zu mineralischen Düngern im Allgemeinen finden Sie in diesem Spezialartikel.

Blauer Dünger in einer Hand

Bei der Ausbringung mineralischer Dünger sollten Sie Handschuhe tragen, um Ihre Haut zu schützen [Foto: Wathana/ Shutterstock.com]

Wie wirkt Blaukorn auf den Rasen?

Blaukorn-Dünger ist so konzipiert, dass er bei Wasserkontakt besonders schnell zerfällt. Seine Inhaltsstoffe sind sehr leicht löslich und sollen innerhalb kürzester Zeit für Pflanzen verfügbar werden. Laut Herstellerangaben ist er geeignet für Böden mit nachweislich geringen bis mittleren Phosphor- und Kaligehalten. Auch der Nitrifikationshemmstoff DMPP ist zum Teil enthalten, allerdings können wir dies mit Sicherheit nur von den originalen Blaukorn-Düngern von Compo Expert behaupten. Die Anwendung sollte immer nach den Herstellerangaben erfolgen, die im Zweifelsfall auf der zugehörigen Internetseite abgefragt werden können. Der Anwendungszeitraum ist zudem streng auf die Hauptvegetationszeit (Mitte März bis September) beschränkt.

Tipp: Der Einsatz von Nitrifikationshemmern hemmt die Aktivität von Nitrosomona-Bakterien. Diese sorgen im Boden für die Oxidation von Ammonium zu Nitrat. Nitrat ist zwar gut zur Aufnahme durch Pflanzen geeignet, allerdings wird es enorm leicht ausgewaschen und sollte daher nie in zu großen Mengen ungenutzt im Boden vorliegen. Bei starker Nitrifikation kommt es auch vermehrt zum Ausgasen von gesundheits- und klimaschädlichen Stickoxiden (NOX). Nitrifikationshemmer helfen also, Stickstoff effizienter zu nutzen und Umweltschäden zu vermeiden.

Streuwagen mit Blaukorn

Auch wenn Blaukorn dem Rasen schnell Nährstoffe liefert, sprechen einige Argumente gegen den dauerhaften Einsatz [Foto: ND700/ Shutterstock.com]

Nachteile von Blaukorn

Blaukorn-Dünger ist ein rein mineralischer Universaldünger mit schneller Wirkung. Was zunächst einmal recht positiv klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung jedoch als Problem:

  • Mineralische Dünger umgehen den natürlichen Zersetzungsprozess des Bodens, liefern nützlichen Bodenlebewesen keine Nahrung und lassen die Bodenfauna damit verarmen. Nicht nur die bekannten Regenwürmer, auch andere kleine Helfer, die an der Verfügbarmachung von Nährstoffen, der Wasserversorgung der Pflanzen und teilweise sogar an ihrer Verteidigung gegen Krankheiten beteiligt sind, werden in ihrer Zahl verringert.
  • Einige wenige Bakterienarten werden mit großen Mengen schnell verfügbaren Stickstoffs dazu motiviert, im Boden enthaltenes organisches Material abzubauen. Wird jedoch nicht zugleich neues Material eingebracht, beginnen sie damit, Humus abzubauen. Welche besonderen Eigenschaften Humus hat und weshalb Sie ihn eher fördern als verringern sollten, können Sie hier nachlesen.
  • Die schnelle Verfügbarkeit kann bei falscher Anwendung zur Überdüngung führen. Alles zur Überdüngung von Rasen finden Sie hier.
  • Die rasche Verfügbarkeit kann bei falscher Anwendung zudem zu einer Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser und zur Ausgasung von Stickoxiden in die Atmosphäre führen, sobald die Wirkung der Nitrifikationshemmer nach vier bis zehn Wochen nachlässt.
Zwei kleine Stellen kranker Rasen

Ein mit Stickstoff überversorgter Rasen ist anfälliger für Krankheiten wie die Anthraknose [Foto: mykhailo pavlenko/ Shutterstock.com]

  • Universaldünger sollen eine breite Auswahl verschiedener Pflanzen abdecken. Die hohen Phosphor- und Kaliumgehalte werden für die meisten Pflanzen allerdings nicht vonnöten sein. Rasengräser profitieren zwar von Kalium, das am Wasserhaushalt und am Zellwandaufbau beteiligt ist, die in Blaukorn enthaltene Menge übersteigt den Bedarf jedoch bei Weitem. Phosphor ist zudem in sehr vielen Gartenböden in ausreichenden Mengen vorhanden und kann bei starkem Überschuss durch Erosion in empfindliche Ökosysteme gespült werden. Auch die enthaltenen Spurenelemente sollten nur dann gedüngt werden, wenn tatsächlich ein Mangel besteht, da sie nur in geringsten Mengen von Pflanzen benötigt werden. Auch von der ökonomischen Warte aus ist die Verwendung von Blaukorn zur Rasendüngung also nicht sinnvoll.
  • Die sofortige Stickstoffverfügbarkeit kann bei Rasen zu stoßartigem Wachstum führen. Die entstehenden Halme sind durch den Stickstoffüberschuss oft nicht ausreichend gegenüber Hitze und Pilzinfektionen geschützt.
  • Mineralischer Dünger wird industriell hergestellt oder aus fossilen Vorkommen abgebaut. Gerade die Phosphor-Vorkommen sind begrenzt und ihr Abbau stellt eine eigentlich unnötige Belastung der Umwelt dar: In vielen organischen Materialien ist bei Weitem genug Phosphor zur Pflanzendüngung.

Alternativen zu Blaukorn als Rasendünger

Ihren Rasen – oder Pflanzen allgemein – nur mit den mineralischen Nährstoffen zu versorgen, die Pflanzen aufnehmen und nutzen, ist sehr kurz gedacht. Bei der Düngung sollte es auch darum gehen, den Boden unter den Pflanzen zu pflegen und seine Qualität zu erhalten. Denn der Boden ist mehr als nur etwas Dreck, in dem sich die Wurzeln festhalten: Es handelt sich vielmehr um ein empfindliches, komplexes und sehr leistungsfähiges System, das die Ernährung von Pflanzen, das Speichern von Wasser, das Binden von Kohlendioxid und viele weitere Aufgaben täglich leisten muss.

Unser Plantura Bio-Rasendünger wird in einem Feld hochgehalten

Unser Plantura Bio-Rasendünger schützt mit seiner Langzeitwirkung den Rasen vor Pilzinfektionen und anderen Widrigkeiten

Aus diesem Grund empfehlen wir organische Rasendünger mit Bio-Zertifikat für die Rasendüngung. Diese wirken nicht nur als Pflanzendünger, sondern auch als Bodendünger. Mikroorganismen werden gefördert und der Humusgehalt wird stabilisiert oder sogar gesteigert. Überdüngungen und Auswaschungen sind so gut wie ausgeschlossen und der natürliche Langzeiteffekt sorgt für ein gleichmäßiges und gesundes Wachstum. Rasengräser sind dadurch besser auf Widrigkeiten – wie Pilzinfektionen, Hitze- und Trockenstress oder Frost – vorbereitet. Wir haben daher unseren Plantura Bio-Rasendünger und Plantura Bio-Herbstrasendünger entwickelt, damit Sie Ihren Boden und Ihre Pflanzen gleichermaßen schützen und können.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Plantura Bio Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.
  • Floragard Rasensand: Verbessert die Wasserdurchlässigkeit und erhöht die Belastbarkeit der Rasenfläche.
  • Plantura Bio Herbstrasendünger: Organischer Dünger zur optimalen Nährstoffversorgung. Fördert einen robusten und dicht wachsenden Rasen.
 

Kati

Ich bin Gärtnerin im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau und studiere an der Universität Hannover Gartenbauwissenschaften. Für mich ist der gesamte grüne Bereich wahnsinnig spannend, besonders liegen mir aber der Boden und ein nachhaltiger Umgang mit diesem am Herzen.
Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

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