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Rasen nach dem Winter: Erstes Mähen, Düngen & Vertikutieren

Erwacht der Rasen aus dem Winterschlaf, geht auch die Pflege wieder los. Doch wann und wie düngt und mäht man den Rasen das erste Mal nach dem Winter?

Rasen mit rotem Rasenmäher im Garten

Nach dem Winter geht die Rasenpflege wieder los [Foto: Gabe Smith/ Shutterstock.com]

Der Rasen – die liebste und am meisten umsorgte Fläche in vielen deutschen Gärten. Ein grüner, dichter und gesunder Rasen gilt vielerorts als Statussymbol und zeichnet seinen Pfleger als Besitzer eines besonders grünen Daumens aus. Eine gute Rasenpflege nach dem Winter soll Ihrem heimischen Rasenflor daher die besten Startbedingungen für das kommende Jahr zuteilwerden lassen. Mit diesem Artikel helfen wir Ihnen bei Entscheidungen, die den Zeitpunkt des ersten Mähens, die richtige Schnitthöhe nach dem Winter und die erste Düngung betreffen, und erklären, weshalb das Frühjahr auch die beste Zeit zum Vertikutieren ist.

Rasen nach dem Winter mähen

Wenn die wärmenden Sonnenstrahlen die Bodentemperaturen auf über 8 °C treiben, dann beginnt der Rasen wieder zu wachsen. Aber erst wenn das Wachstum voll eingesetzt hat, sollten Sie Ihren Mäher aus der Versenkung des Winters zurückholen.

Wann nach dem Winter das erste Mal den Rasen mähen?

Je nachdem, welche Art von Boden sich unter Ihrem Rasen befindet, fängt dieser früher oder später im Jahr an zu wachsen. Erst wenn er fast die doppelte Höhe seiner gewünschten Schnitthöhe erreicht hat, kann der erste Schnitt erfolgen. Dieser Zeitpunkt liegt für gewöhnlich etwa im April, wird aber stark von der Witterung beeinflusst. Eine zu frühe erste Mahd kann den nun aus der Basis nachtreibenden Rasen im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischen: Die hellgrünen Blattspitzen sind nämlich noch nicht ausreichend abgehärtet und würden einen Frostschaden davontragen, sollten Spätfröste auftreten.

Junges Gras im Frühling gefroren

Die jungen Halme der Graspflanzen sind weniger gut abgehärtet und können Spätfrösten schlecht Widerstand leisten [Foto: Vaclav Volrab/ Shutterstock.com]

Aber wie beeinflusst die Bodenart den Zeitpunkt, ab wann Ihr Rasen zu wachsen beginnt? Die Bodentemperatur steigt im Frühjahr in verschiedenen Bodentypen unterschiedlich schnell. Ein leichter Boden – also ein Boden mit hohem Sandanteil und geringem Tonanteil – enthält viele große Poren, die für gewöhnlich mit Luft gefüllt sind. Die Luft in den Poren lässt sich verhältnismäßig schnell erwärmen, wenn eine Wärmequelle wie die Sonne am Werk ist. Anders verhält es sich mit einem schweren Boden – also einem Boden, der einen hohen Anteil an Ton oder Lehm aufweist. Ein solcher enthält mehr kleine Poren, in denen sich hartnäckig wie in einem Schwamm das Wasser hält. Wasser lässt sich sehr viel langsamer erwärmen als Luft und somit bleibt ein feuchter oder gar nasser Boden im Frühjahr länger kalt.

Für den wissensdurstigen Leser: Dass Luft sich schnell erwärmen lässt und sich Wasser langsamer erwärmt liegt daran, dass Wasser und Luft sich in ihrer sogenannten „Wärmekapazität“ unterscheiden. Die Wärmekapazität eines Stoffes gibt an, wie viel Energie einem definierten Volumen zugeführt werden muss, ehe es seine Temperatur um 1 °C erhöht. Angegeben wird diese Einheit in Joule/cm3. Das Joule kennen Sie vielleicht von der Nährwertangabe auf der Rückseite von Lebensmitteln – es ist die Einheit der Energie. Nun ist es so, dass die Wärmekapazität von Wasser sehr viel höher ist als die von Luft. Zur Erwärmung von 1000 l trockener Luft um 1 °C bräuchte man etwa 1300 Joule Energie – das entspricht etwa einem tausendstel Anteil einer Tafel Milchschokolade. Zur Erwärmung von 1000 l Wasser benötigte man immerhin die Energie von zwei Tafeln Milchschokolade. Dieses Beispiel soll aber nicht verdeutlichen, dass wir alle weniger Schokolade essen sollten, sondern dass Wasser große Mengen von Energie aufnimmt, ohne dass sich an seiner Temperatur viel ändert.

Zusammenfassung: Wann nach dem Winter das erste Mal den Rasen mähen?

  • Die erste Mahd sollte erst erfolgen, wenn der Rasen fast die doppelte Höhe seiner Wunschhöhe erreicht hat.
  • Dieser Zeitpunkt tritt normalerweise etwa im April ein, auf leichten Böden unter Umständen früher als auf schweren Böden – auch abhängig von der Witterung.
  • Ein zu frühes erstes Mähen kann bei Spätfrösten zu Frostschäden an den jungen Blättchen führen.
Rasen wird von jungem Mann gemäht

Meist erfolgt die erste Mahd im April [Foto: StockWithMe/ Shutterstock.com]

Übrigens: Während sich die Graspflänzchen oberirdisch erst ab etwa 8 °C Bodentemperatur richtig zu rühren beginnen, wachsen die Wurzeln bereits bei niedrigeren 3 bis 5 °C Bodentemperatur.

Wie tief nach dem Winter den Rasen mähen?

Je nach Rasentyp unterscheiden sich die empfohlenen Schnitthöhen um mehrere Zentimeter. Nach dem Winter darf der Rasen zu Anfang etwa 1 bis 2 cm länger bleiben. Halten Sie sich streng an die Regel, dass nie mehr als die Hälfte – eher nur ein Drittel – des Halmes bei einem Schnitt entfernt werden sollte, sonst droht dem plötzlich sehr kurzen Rasen ein Sonnenbrand. Mähen Sie wenn nötig in Etappen. Ab der dritten Mahd können Sie auf der gewohnten Höhe mähen. Den besten Schnittzeitpunkt können Sie der nachstehenden Tabelle entnehmen, wählen Sie hierbei für die ersten Schnitte tendenziell die höhere Angabe. Wenn Sie einen Rasen in schattiger Lage haben, sollten Sie diesen nicht unter 5 cm Länge schneiden, denn das geringere Lichtangebot muss hier mit mehr Blattmasse ausgeglichen werden. Bei trockenem Wetter und ohne Bewässerung sollte das Gras nie kürzer als 4 cm sein.

Bei Ihrem heimischen Flor handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Gebrauchsrasen oder einen Strapazierrasen. Die beiden Typen unterscheiden sich zwar in der Schnitthöhe nicht bedeutend, wohl aber in der Gräserzusammensetzung und der Schnitthäufigkeit. Ein Strapazierrasen – zu dem übrigens auch Sportplatzrasen zählt – wird etwas häufiger gemäht und weist aus diesem Grund eine dichtere und trittfestere Grasnarbe auf.

RasentypSchnitt bei Höhe [cm]Zielschnitthöhe [cm]
Zierrasen3 – 6 2 – 3
Gebrauchsrasen6 – 93 – 4,5
Strapazierrasen6 – 83,5 – 4
Extensivrasen6 – 10

Tipp: Zu den Extensivrasen zählen öffentliche Grünstreifen und wenig betretene Parkflächen genauso wie Wildwiesen und alle anderen selten und gering strapazierten Rasenflächen, die eine wenig trittsichere Grasnarbe aufweisen. Solche Rasenflächen sind bereits mit zwei bis drei Mähgängen pro Jahr gut versorgt.

Zusammenfassung: Wie tief nach dem Winter den Rasen mähen?

  • Lassen Sie Ihren Rasen zu Anfang der Wachstumsperiode zunächst 1 bis 2 cm länger als gewöhnlich.
  • Die richtige Rasenhöhe richtet sich nach dem Rasentyp und liegt für die meisten Rasenflächen im Privatgarten bei 3 bis 4 cm.

Rasen nach dem Winter düngen

Eine Düngung kann nur dann optimal wirken, wenn sie im richtigen Zeitfenster ausgebracht wird. Der richtige Düngetermin variiert je nach Bodenart, Intensität der Nutzung, Art des Düngers und Witterung. Zeigt Ihr Rasen nach dem Winter eine gelbe oder braune Farbe oder ist er matschig, ist bei der Herbstpflege vermutlich etwas schiefgelaufen. Vielleicht finden Sie in diesem Artikel heraus, was Sie hätten besser machen können. 

Rasen mit braunen Flecken

Wenn ihr Rasen nach dem Winter oder nach der ersten Düngung so aussieht, kann der Grund eine Düngung in falscher Dosierung oder zum falschen Zeitpunkt sein [Foto: SingjaiStock/ Shutterstock.com]

Wann den Rasen nach dem Winter düngen?

Durch die vorliegende Bodenart wird der Düngetermin insofern beeinflusst, als dass ein leichter, sandiger Boden früh gedüngt wird, ein fetter, toniger Boden hingegen spät. Dies lässt sich wie folgt erklären:

  • Ein sandiger Boden kann weniger gut Nährstoffe speichern, denn ihm fehlt es an Bodenteilchen, die Nährstoffe binden können. Humusmoleküle und Tonminerale sind die Bodenteilchen, die dazu besonders gut in der Lage sind. Beide sind jedoch in einem leichten Sandboden rar.
  • Ein fetter, nährstoffreicher Boden besitzt viele der nährstoffspeichernden Bodenteilchen. Tonminerale und Humusmoleküle sind in der Lage, sogenannte Ton-Humus-Komplexe zu bilden, die besonders effektiv Nährstoffe binden.
  • Aus diesem Grund wird ein Rasen auf leichtem Boden bereits im März oder April gedüngt, um das Wachstum durch die Bereitstellung gut verfügbarer Nährstoffe anzuregen. Ein schwerer Boden enthält die nötigen Nährstoffe für den ersten Wachstumsschub noch aus der vorangegangenen Herbstdüngung und muss deshalb erst Ende Mai oder Anfang Juni gedüngt werden, wenn das natürliche Wachstum nachzulassen beginnt. Wenn Ihr Boden sich etwa in der Mitte zwischen einem leichten und einem schweren Boden bewegt, wird auch der natürliche Wachstumsschub früher nachlassen. Sie erkennen dies daran, dass Sie seltener mähen müssen. Indem Sie sich diesen Zeitpunkt vermerken, können Sie sich im kommenden Jahr an ihm orientieren. Falls im Frühjahr vertikutiert, belüftet und/oder besandet wird, erfolgt die erste Düngung nach dem letzten Arbeitsschritt.

Auch im Frühjahr gelten die wichtigen allgemeinen Düngeregeln:

  1. Vor allem mineralischen Dünger sehr sorgfältig dosieren, wenn überhaupt.
  2. Gleichmäßige Verteilung – auf großen Flächen am besten mit einem Düngerstreuer – schützt vor „Verbrennungen“ oder sichtbar ungedüngten Stellen.
  3. Düngung möglichst durchführen, wenn noch am selben Tag Regen zu erwarten ist oder bereits niedergeht; ansonsten Einsatz einer Beregnung nach dem Düngen.
Rasendünger wird in Händen gehalten

Organischer Dünger hat eine natürliche Langzeitwirkung

Tipp: Setzen Sie auch beim Düngen Ihres Rasens auf organische Langzeitdünger. Diese haben viele Vorteile, die wir Ihnen hier zusammengetragen haben.

Zusammenfassung: Wann den Rasen nach dem Winter düngen?

  • Leichte Böden werden im März/April zum ersten Mal gedüngt.
  • Schwere Böden werden im Mai/Juni zum ersten Mal gedüngt.
  • Alle Böden, die weder das eine noch das andere Extrem sind, erhalten ihre Düngung, wenn das natürliche Wachstum spürbar nachlässt.
  • Beachten Sie die allgemeinen Düngeregeln, um Schäden an Ihrem Rasen zu vermeiden.

Womit den Rasen nach dem Winter düngen?

Wie in allen Gartenbereichen stehen Ihnen auch bei der Düngung Ihres Rasens viele Produkte zur Auswahl. Denn auch ein Rasen kann organisch, organisch-mineralisch oder rein mineralisch mit Nährstoffen versorgt werden. Für einen guten Überblick fassen wir Ihnen in der folgenden Tabelle die Vor- und Nachteile zusammen.

Organischer Rasendünger

Vorteile:

  • Nachhaltige Bodenverbesserung
  • Geringer Arbeitsaufwand
  • Natürliche Langzeitwirkung
  • Keine Gefahr der Überdüngung
  • Ökologisch nachhaltig
  • Gut für das Bodenleben

Nachteile:

  • Langsamere Wirkgeschwindigkeit
  • Preislich oft etwas höher

Anwendung: 1 – 3 Mal jährlich

Dünger wird in Händen gehalten

Mit organischem Dünger besteht keine Gefahr der Überdüngung

Mineralischer Rasendünger

Vorteile:

  • Schnellere Verfügbarkeit
  • Geringerer Preis
  • Höherer Nährstoffgehalt

Nachteile:

  • Überdüngung mit Pflanzenschäden wahrscheinlich
  • Umweltschäden möglich
  • Verarmung des Bodens bei alleiniger Anwendung
  • Ohne Langzeitwirkung
  • Anwendung alle ein bis zwei Monate nötig

Anwendung: 3 – 6 Mal jährlich

Mineralischer Dünger wird mit Handschuhen in Händen gehalten

Mineralischer Dünger sollte alle ein bis zwei Monate angewendet werden [Foto: Vitalii Petrushenko/ Shutterstock.com]

Generell gilt für die Düngung von Rasen: Im Frühjahr oder Frühsommer sollte stickstoffbetont gedüngt werden, im Herbst kaliumbetont. Sehr schnell verfügbarer Stickstoff ist nur in mineralischem oder organisch-mineralischem Dünger enthalten. Wollen Sie also organisch düngen, was wir klar empfehlen, müssen Sie wegen der etwas langsameren Umsetzung etwa zwei Wochen früher düngen und den Rasen ab diesem Zeitpunkt leicht feucht halten.

Zusammenfassung: Womit den Rasen nach dem Winter düngen?

  • Möglich sind eine organische oder eine mineralische Rasendüngung im Frühjahr bis zum Frühsommer.
  • Die Stärken der organischen Dünger sind vor allem der geringe Aufwand, die große Sicherheit bei der Anwendung und die nachhaltige Versorgung des Rasens.
  • Die Stärken der mineralischen Dünger sind die schnelle Wirkung und der geringe Preis – die großen Schwächen sind die Gefahr der Überdüngung, die Pflanzen- und Umweltschäden zur Folge haben kann, sowie die wahrscheinlichere Verarmung des Bodens.
  • Kompost oder Mist können natürliche Alternativen sein, sollten zunächst aber sparsam ausgebracht werden.
  • Wählen Sie für die erste Düngung des Jahres einen stickstoffbetonten Dünger.
  • Wir empfehlen sowohl für die Düngung im Frühjahr und Sommer als auch im Herbst, einen organischen Langzeitdünger zu verwenden, wie unseren Plantura Bio-Rasendünger und Plantura Bio-Herbstrasendünger.

Rasen nach dem Winter vertikutieren

Das Frühjahr ist die optimale Zeit, um zu vertikutieren. Ideal geeignet sind die Monate April und Mai, sofern wüchsiges, also feuchtes und warmes Wetter, herrscht. Von besonderer Bedeutung ist, dass dem Rasen ausreichend Zeit bleibt, um sich zu regenerieren und die entstandenen Lücken zu schließen. Sollten April und Mai also trocken und kühl sein, ist ein Verschieben der Tätigkeit in den Spätsommer oder den frühen Herbst sinnvoll. Wenn Sie Ihren Rasen tatsächlich nachhaltig verbessern wollen, sind das Sanden, eine kräftige Düngung und eine Nachsaat unerlässlich.

Rasenpflege Auskämmen des Rasens

Das Auskämmen des Rasens entfernt Rasenfilz und sorgt so für einen bessere Belüftung der Grasnarbe [Foto: photowind/ Shutterstock.com]

Tipp: Vertikutieren gegen Moos oder Filz?

Das Vertikutieren des Rasens soll Verfilzungen und Moosteppiche oberhalb der Grasnarbe zerschneiden oder verkrustete Bodenoberflächen wieder öffnen, sodass das Wachstum der Gräser gefördert wird. Richtig angewendet hat es einen positiven Effekt auf die Graspflanzen und einen negativen auf viele unerwünschte Wildkräuter. Ausläufer bildende Wildkräuter wie Quecke, Ackerschachtelhalm oder Giersch können jedoch weitläufig in der Fläche verteilt werden. Das Vertikutieren sollte als ausgesprochene Regenerationsmaßnahme nur im Abstand mehrerer Jahre, mindestens jedoch mit einem Jahr Abstand, angewendet werden.

Das Vertikutieren allein hilft aber nicht, um Moos im Rasen dauerhaft zu bekämpfen. Große Mengen Moos im Rasen entstehen, wenn die Bedingungen für den Rasen schlecht, für das Moos dagegen gut sind. Gute Bedingungen für Moos herrschen auf nährstoffarmen, schattigen und feuchten Flächen und Böden mit einem pH-Wert deutlich unter 6 (also sauer), die verdichtet und aus diesem Grund schlecht belüftet sind. Optimale Bedingungen für den Rasen zu schaffen, ist also die einzige Möglichkeit, Moos dauerhaft zu verdrängen. Daher raten wir vom jährlichen Vertikutieren zur alleinigen Moosbekämpfung ab.

Vertikutieren in 8 Schritten:

  1. Mähen Sie den Rasen sehr kurz auf 1 bis 3 cm Höhe und entfernen Sie das Schnittgut.
  2. Bearbeiten Sie die Fläche mit dem Vertikutiergerät längs und quer. Wenn Sie manuell arbeiten, harken Sie ebenfalls längs und quer.
  3. Entfernen Sie nach jedem Überfahren mit dem Vertikutiergerät das herausgearbeitete Material. Sie können es zum Beispiel als Mulchmaterial verwenden oder kompostieren.
  4. Besanden Sie die Fläche gegebenenfalls mit etwa 2 bis 3 l Sand pro Quadratmeter. Verwenden Sie hierzu einen feinen Sand (Körnung 0/2). Wenn sie ihre Rasenfläche im Anschluss an das Vertikutieren noch lüften wollen, verfahren Sie wie im folgenden Absatz beschrieben.
  5. Verteilen Sie den Sand mit einem Rechen oder einem groben Besen gleichmäßig.
  6. Säen Sie bei großen Lücken mit der richtigen Saatgutmischung nach, harken sie flach ein und drücken sie an.
  7. Düngen und wässern Sie den Rasen ausgiebig. Wenn Sie eine Nachsaat durchgeführt haben, düngen Sie nur die Hälfte der auf dem Rasendünger angegebenen Menge.
  8. Betreten Sie den Rasen erst wieder, wenn die Grasnarbe geschlossen ist und wässern Sie in der Zwischenzeit täglich.
Gartenarbeit mit Rechen und Rasenmäher

Bei dem Vertikutieren oder Auskämmen fallen oft große Mengen Moos und Filz an [Foto: mykhailo pavlenko/ Shutterstock.com]

Rasen nach dem Winter lüften (aerifizieren) und sanden

Das Belüften der Rasenfläche beseitigt oberflächliche Verdichtungen und schafft Hohlräume in der oberen Bodenschicht. Auch ohne eine Besandung führt dies zu einer besseren Sauerstoff-, Wasser- und Nährstoffversorgung, denn alles von oben auf den Rasen Fallende oder Fließende wird leichter aufgenommen. Mögliche Geräte hierfür sind Nagelwalzen, Schuhe mit Nägeln oder einfache Grabegabeln, wie sie bei vielen Gartenbesitzer bereits im Schuppen stehen. Außerdem gibt es motorisierte Geräte – diese lockern den Boden mit Schlitzmessern oder Hohlwerkzeugen (sogenannten „spoons“, also „Löffeln“), die an einer rotierenden Welle befestigt entweder schlitzen oder ganze Erdkegel ausstechen. Die letztere der beiden Methoden ist gerade auf sehr verdichteten Böden effektiver. Die dabei entstehenden Löcher sind etwa 10 cm tief.

Im Anschluss an das Belüften kann gesandet werden. Vor allem bindige, schwere Böden erfahren durch eine Besandung eine verbesserte Durchlüftung und Drainage. Ein gut drainierter Boden hat die Fähigkeit, überschüssiges Wasser in tiefere Bodenschichten abzuführen, sodass es nicht zu Staunässe kommt. Dieser positive Effekt resultiert aus der verhältnismäßig groben Körnung des Sandes: Durch die großen Sandkörner entstehen Bodenporen, aus denen Wasser schnell abfließt, sodass sie stattdessen mit Luft gefüllt sind. Das Verschieben der Bodenzusammensetzung zugunsten des Sandanteils lässt den Rasen zudem widerstandsfähiger gegenüber Scherkräften werden, weshalb die Besandung insbesondere auf Sportplätzen durchgeführt wird.

Erdkegel nach der Belüftung

Bei der Bearbeitung des Rasens mit Hohlwerkzeugen fallen diese als „plugs“ bezeichneten Erdkegel an, die nach der Belüftung entfernt werden müssen [Foto: IanRedding/ Shutterstock.com]

Durch die Kombination mit dem vorangegangenen Aerifizieren dringt der Sand in die entstandenen Hohlräume und somit tief in das Bodengefüge ein. Dementsprechend wird mehr Sand benötigt als in dem Fall, wenn nach dem Vertikutieren besandet wird. Der verwendete Sand sollte die Körnung 0/2, also Korngrößen zwischen 0 und 2 mm, aufweisen. Optimal ist die Verwendung von gewaschenem Sand, denn er enthält nur geringste Feinanteile, sodass viele große Luftporen entstehen können.

Zusammenfassung Aerifizieren und Besanden des Bodens:

  • Den Rasen mähen und abharken.
  • Die Fläche mit einem Aerifiziergerät oder durch eine der anderen oben genannten Methoden belüften.
  • Besanden mit 3 bis 5 l Sand pro Quadratmeter. Bei der Aerifizierung mit einem Gerät mit Hohlwerkzeugen wird viel Sand verbraucht, bei den anderen Methoden weniger. Verwendet werden sollte wenn möglich gewaschener Sand der Körnung 0/2.
  • Den Sand mit Besen oder (falls vorhanden) einem Schleppnetz verteilen und in die Löcher einrieseln.
  • Anschließend Düngen und wässern.
  • In den folgenden drei bis vier Wochen sollte die Rasenfläche nicht betreten werden.

Falls Sie kontinuierlich Informationen zum Thema Rasen erhalten möchten, dann melden Sie sich gerne zu unserem Newsletter, der Plantura Garten-Post an. Am Ende des Artikels können Sie direkt Ihre E-Mail-Adresse eingeben.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Plantura Bio Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.
  • Floragard Rasensand: Verbessert die Wasserdurchlässigkeit und erhöht die Belastbarkeit der Rasenfläche.
  • Plantura Bio Herbstrasendünger: Organischer Dünger zur optimalen Nährstoffversorgung. Fördert einen robusten und dicht wachsenden Rasen.
 

Kati

Ich bin Gärtnerin im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau und studiere an der Universität Hannover Gartenbauwissenschaften. Für mich ist der gesamte grüne Bereich wahnsinnig spannend, besonders liegen mir aber der Boden und ein nachhaltiger Umgang mit diesem am Herzen.
Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

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