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Endiviensalat: Alles zum Pflanzen, Pflegen & Ernten

Der bittere Sommersalat erfreut sich großer Beliebtheit. Was man beim Anpflanzen und Ernten von Endivien beachten sollte, zeigen wir Ihnen hier.

Endiviensalat im Beet
Mit Endivien erntet man auch im Herbst noch leckeren Salat [Foto: NANCY AYUMI KUNIHIRO/ Shutterstock.com]

Wer auch im Herbst noch leckeren Salat genießen möchte, trifft mit einem spätsommerlichen Endiviensalat die perfekte Wahl. Die genügsame Salatpflanze ist reich an Mineralien sowie Vitaminen und kann mit wenig Aufwand im eigenen Garten angebaut werden. Wie das genau funktioniert und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Endiviensalat

Die Endivie (Cichorium endivia) ist eine Pflanzenart der Gattung Zichorien (Cichorium) und gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist eng mit Zuckerhut, Radicchio und Chicorée verwandt, was sich auch bei ihr in der leicht bitteren Note zeigt. Die Bitterstoffe liegen jedoch in den äußeren Blättern, wodurch das Herz der Endivie zart und mild schmeckt. Um das Schossen und Blühen zu vermeiden, ist es wichtig, dass beim Anbau von Endivien sowohl die Temperatur als auch der Zeitpunkt stimmen.

Herkunft und Eigenschaften des Endiviensalats

Seit der Antike wird der Spätsommersalat aus der Gattung der Zichorien bereits kultiviert. Ursprünglich stammt die Endivie aus dem Mittelmeergebiet, sie kann jedoch auch auf bis zu 2000 Metern Höhe noch erfolgreich angebaut werden. Endivien sind zweijährige Pflanzen, die als Salat jedoch nur einjährig kultiviert werden. Im Laufe ihres Wachstums bildet sie keine geschlossenen Salatköpfe, sondern eine große, flache Rosette mit zartgelbem Herz aus. Im blühenden Zustand erreicht die Pflanze eine Höhe von circa 70 Zentimetern.

Endiviensalat-Sorten

Grundsätzlich findet man Endivien in zwei verschieden Formen: Als krausblättrige Endivie, auch Frisée genannt, oder als Glatte Endivie mit dem Namen Escariol. Die Glatte Endivie zeichnet sich durch ganzrandige, dicke Blätter, Robustheit und eine gute Lagerfähigkeit aus. Die Krause Endivie schmeckt hingegen feiner und zeichnet sich durch korallenartig gekrauste Blätter aus. Sie ist jedoch nicht so gut lagerfähig und weniger resistent gegenüber Kälte und Nässe.

Escariol-Sorten der glatten Endivie:

Endiviensalat im Beet
Escariol-Sorten zeichnen sich durch breite, ganzrandige Blätter aus [Foto: sasimoto/ Shutterstock.com]

Frisée-Sorten der krausblättrigen Endivie:

  • ‘Frisée Tres fine Maraichere’: Filigrane, zarte Blätter; sehr frostempfindlich
  • ‘Frisée Milady’: Weitestgehend schossfest und nicht zu bitter; feine, gekrauste Blätter
  • ‘Myrna Frisée’: Geschlitzte Blätter und große Köpfe; verträgt Nässe und Kälte

Endivien-Pflanzen kaufen

Endivien können sowohl als Saatgut als auch als Jungpflanzen gekauft werden. Bei den Jungpflanzen ist es wichtig, dass sie kräftig und gesund aussehen. Bevor sie ins Freiland ausgepflanzt werden, sollten sie zudem bereits vier bis sechs Blätter ausgebildet haben. Saatgut und Jungpflanzen finden Sie in Baumärkten, Gärtnereien oder auch im Internet.

Hinweis: Die Jungpflanzen dürfen keinen Kältereiz bekommen, sonst bilden sie keine Blattrosette aus. Stattdessen wachsen sie in die Höhe und gehen in die Blüte.

Endiviensalat anpflanzen

Unter den richtigen Standortbedingungen ist die Endivie eine genügsame Pflanze, die drei Monate nach der Aussaat geerntet werden kann. Durch ihre späte Aussaat ist sie gut als Folgekultur von Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes), Erbsen (Pisum sativum), frühem Rotkohl (Brassica oleracea var. capitata f. rubra), Frühkartoffeln (Solanum tuberosum) oder Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) geeignet.

Der richtige Standort für Endiviensalat

Endivien mögen sonnige Standorte und einen humusreichen Boden ohne Staunässe. Am besten gedeiht der Salat bei einem pH-Wert von 6,5 bis 7. Als Mittelzehrer braucht die Endivie einen mittelstark nährstoffreichen Boden. Wie Sie den Boden für den Anbau am besten vorbereiten, erfahren Sie weiter unten im Artikel.

Endiviensalat im Beet in der Sonne
In der Sonne fühlt sich die Endivie besonders wohl [Foto: Andre Nery/ Shutterstock.com]

Tipp: Um Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden, empfiehlt sich eine dreijährige Anbaupause von anderen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler. Gut verträglich mit der Endivie sind Lauch (Allium porrum var. porrum), Fenchel (Foeniculum vulgare var. azoricum) und die Bohne (Phaseolus spp.).

Endiviensalat aussäen

Der Anbau von Endivien kann in zwei verschiedenen Zeiträumen erfolgen. Die Eignung für den Früh- oder Herbstanbau ist dabei sortenabhängig.

 AussaatPflanzungErnte
FrühanbauMärzAprilJuni
HerbstanbauJuni – JuliJuli – AugustSeptember – November

Die Aussaat der Endivie erfolgt in Töpfen im Gewächshaus oder auf der Fensterbank. Dafür werden die Samen einen Zentimeter tief abgelegt und mit Erde bedeckt. Zum Keimen sind Temperaturen von 16 bis 20 Grad ideal, höhere Temperaturen können zur Keimhemmung führen. Eine direkte Aussaat ist auch möglich – dann müssen Sie jedoch auf den richtigen Zeitpunkt achten, damit die Jungpflanzen keinen Kältereiz bekommen. Mit der Direktsaat beginnen Sie am besten Ende Juni bis Anfang Juli.

Endivien-Sprossen beim Vorziehen
Nach der Aussaat kann man die Endivien auf dem Fensterbrett vorziehen [Foto: Hand Robot/ Shutterstock.com]

Wie sät man Endiviensalat aus?

  • Anbau als Früh- oder Herbstanbau möglich
  • Voranzucht auf der Fensterbank oder im Gewächshaus
  • Saattiefe: 1 cm
  • Keimtemperatur: 16 – 20 °C
  • Direktsaat ebenfalls möglich

Endiviensalat auspflanzen

Die vorgezogenen Jungpflanzen können dann nach drei bis vier Wochen im Abstand von 30 Zentimetern ausgepflanzt werden. Bei frühen Pflanzterminen, die noch im April und Mai liegen, ist es sinnvoll, die Pflänzchen mit Vlies oder Lochfolie abzudecken. Der Reihenabstand sollte 35 Zentimeter betragen. Im Verlauf der Wachstumsperiode bildet die Endivie dichte Köpfe, die sich fortlaufend immer weiter schließen. Nach drei Monaten ist der Salat dann erntereif. Da es um den Erntezeitpunkt bereits kälter werden kann, lohnt es sich, öfter einmal einen Blick auf das Thermometer zu werfen. Ein paar kühle Nächte übersteht der Salat problemlos, geht es unter den Gefrierpunkt, sollte er jedoch mit einem Vlies abgedeckt oder, wenn bereits möglich, geerntet werden.

Wie wird Endiviensalat ausgepflanzt?

  • Jungpflanzen nach 3 – 4 Wochen auspflanzen
  • Pflanzabstand: 30 cm
  • Reihenabstand: 35 cm
  • Nach 3 Monaten erntereif
  • Frostschutz bei Temperaturen um Gefrierpunkt

Schossen bei Endivien verhindern

Endivien werden durch lange Tage und niedrige Temperaturen zum Blühen angeregt. Erfährt die Jungpflanze Temperaturen unter 17 °C, wird sie irreversibel dazu angeregt, weshalb der Sommersalat nicht zu früh ausgesät werden sollte. Die Tageslänge hat vergleichsweise geringere Auswirkungen.

Um das Schossen und Blühen von Endivien zu verhindern, gilt es, Folgendes zu beachten:

  • Schossfeste Sorten auswählen (‘Frisée Milady’, ‘Eros’, ‘Grob’, ‘Jolie’)
  • Aussaattermine einhalten
  • Kältereiz bei Jungpflanzen vermeiden
Endiviensalat mit Frost
Eine zu niedrige Temperatur kann das Schossen der Endivie begünstigen [Foto: Jeffry Clemens/ Shutterstock.com]

Endiviensalat bleichen

Zwei Wochen vor der Ernte können Sie den Salat noch bleichen. Dazu bindet man die äußeren Blätter der Pflanze zusammen, wodurch an die inneren Blätter keine Sonne mehr herankommt und der Geschmack dementsprechend weniger bitter ist. Den gleichen Effekt kann man erzielen, indem man über den Salat einen Eimer stülpt. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Blätter vor dem Bleichen trocken sind, da sie andernfalls faulen können. Viele neue Sorten sind entweder ärmer an Bitterstoffen oder bleichen sich selbst, indem sie mit enganliegenden Hüllblättern das Herz von der Sonne abschirmen. Leider haben die Sorten oft Probleme mit Calcium-Mangel.

Endiviensalat pflegen: Richtig gießen und düngen

Um der Pflanze ausreichend Nährstoffe zur Verfügung zu stellen, ist es wichtig, frühzeitig Kompost in die Beete einzuarbeiten. Frischen organischen Dünger vertragen die Endivien nicht. Eine gute Wahl sind vornehmlich organische Dünger wie unser Plantura Bio-Tomatendünger. Dieser sorgt für ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis, ganz ohne unnötige Chemie und tierische Ausgangstoffe wie Schlachtabfälle oder Tierkot. Durch die Langzeitwirkung des Düngers sind die Endivien für bis zu drei Monate bis zum Ende der Gartensaison hin ideal versorgt.

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Endivien brauchen viel Calcium. Ein Mangel kann Blattrandbrand, Innenbrand, Kranzfäule oder eine Randnekrose verursachen. Einem Calciummangel kann durch das Ausbringen von löslichem Kalk, vornehmlich organischem Dünger und einer Förderung des Bodenlebens entgegengewirkt werden. Ein Mangel tritt häufiger in schlecht belüfteten Gewächshäusern mit hoher Luftfeuchtigkeit auf. Auch Magnesium ist ein wichtiger Nährstoff für Endivien. Ein Mangel an diesem macht sich durch gelbe Blattränder, die zuerst bei älteren Blättern auftreten, bemerkbar.

Da Endivien im Sommer angebaut werden, ist gerade in der anfänglichen Wachstumsphase regelmäßiges Gießen wichtig. Die Jungpflanzen sind anfällig gegenüber Trockenheit, beim Gießen sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie Staunässe vermeiden. Wenn sich die Blattrosetten gebildet haben, kann das Gießen reduziert werden, da sonst die Blätter eventuell zu faulen beginnen.

Endiviensalat vermehren

Wenn Sie Ihr eigenes Saatgut erzeugen wollen, sollten Sie besonders schöne Salatpflanzen im Garten stehen lassen. Wie viele andere Salatarten auch ist die Endivie eine zweijährige Pflanze, die im zweiten Jahr zu schossen, also in die Höhe zu wachsen, beginnt und ihre Blüte bildet. Dieser Prozess wird durch eine Sonnenscheindauer von über 14 Stunden und die Einwirkung kühler Temperaturen ausgelöst. Wer nicht so lange warten möchte, kann die Endivie auch bereits im Frühjahr aussäen. So erfahren die jungen Pflanzen einen Kältereiz, der sie ebenfalls zum Schossen bringt, wodurch die Pflanze schon im gleichen Jahr blüht.

Achten Sie darauf, dass es sich bei Ihrer ausgewählten Sorte nicht um eine sogenannte F1-Sorte handelt. F1-Sorten sind Hybride, was bedeutet, dass die Sorte in ihren Eigenschaften nicht stabil ist und diese nicht an die nächste Generation weitergeben kann. Bei der Vermehrung von Endivien ist außerdem wichtig, dass sich in der Nähe der Pflanzen keine wilden Arten der Gattung Cichorium befinden. Nur so kann eine sortenreine Vermehrung stattfinden.

Endiviensalat ernten und lagern

Je nach Anbauzeitraum kann der Salat entweder ab Ende Juni oder ab Ende September geerntet werden. Dafür schneidet man mit einem Messer die Rosetten knapp über der Wurzel ab. Danach lagert man den Salat am besten im Gemüsefach des Kühlschranks. Dort bleibt er, am besten nass in ein Tuch eingeschlagen, mehrere Tage haltbar. 

Endiviensalat bei der Ernte
Die Endivie erntet man am besten mit einem scharfen Messer [Foto: mailsonpignata/ Shutterstock.com]

Inhaltsstoffe und Verwendung von Endiviensalat

Endivien sind im Geschmack herb und leicht bitter und bei uns vor allem roh als Salat bekannt. Besonders in Kombination mit süßen Dressings werden sie zu einem besonderen Geschmackserlebnis. Es gibt aber auch andere Verwendungsmöglichkeiten in der Küche, beispielsweise in Smoothies, Eintöpfen oder gegart als Beilage. Das Blattgemüse ist vor allem durch seine Bitterstoffe wie Intybin besonders gesund. Bitterstoffe regen die Galle an und unterstützen dabei die Leber. Zusätzlich sind Endivien reich an Vitamin A, B und C sowie Kalium, Phosphor und Magnesium.

Haben Sie eine Vorliebe für bitteres Gemüse? Dann finden Sie hier alles zum Anbau und zur Pflege von Chicorée.

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