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Oregano: Mediterranes im eigenen Garten

Der gerebelte Oregano auf einer ofenfrischen Pizza vollendet den italienischen Klassiker. Wir stellen alles Wissenswerte über das herb-würzige Kraut vor.

oregano Pflanze

Das beliebte Pizzakraut wächst auch wunderbar ihn Ihrem Garten [Foto: Piccia Neri/ Shutterstock.com]

Oregano (Origanum vulgare) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Viele weitere berühmte Kräuter wie Thymian (Thymus vulgaris) und Salbei (Salvia officinalis) zählen somit zu seiner Verwandtschaft. Häufig wird er auch als Dost bezeichnet – das ist jedoch irreführend. Dost ist nämlich der Trivialname der gesamten Gattung Origanum. Der Oregano ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe zwischen 20 bis 70 cm erreichen kann. Der Oregano wächst mehr oder weniger aufrecht. Er bildet ein Rhizom aus, dessen unterirdischen Rhizome Triebknospen an die Erdoberfläche schieben. Diese filigranen Knospen sind die Überwinterungsorgane des mediterranen Krautes. Seine Winterhärte ist aufgrund des Ursprungs aus den milderen Mittelmeerregionen jedoch relativ eingeschränkt. Dafür ist das Pizzakraut jedoch relativ pflegeleicht was das Gießen anbelangt. Und Oregano kann nicht nur durch die mediterrane Würze, sondern auch mit seiner Heilkraft auftrumpfen. Wir stellen Ihnen den Vertreter der mediterranen Kräuter genau vor und zeigen, wie er auch in Ihrem Garten wachsen kann.
Synonyme: Dost, Dorst, Wilder Majoran, Wohlgemut

Oregano: Anbau im eigenen Garten

Standort
Damit der eigene Anbau von Oregano auch mit Erfolg gekrönt wird, sollte man den Standort im eigenen Garten mit Sorgfalt auswählen. Am liebsten mag das ursprünglich aus der Mittelmeerregion stammende ausdauernde Kraut einen sonnigen und warmen Standort. Zudem sollte der Boden durchlässige Eigenschaften, zum Beispiel in Form eines gewissen Sandanteiles, aufweisen und nicht zu reich an Nährstoffen sein. Schwere Ton- oder Lehmböden kann man durch da Einarbeiten von Sand oder Humus auflockern und für den Anbau von Oregano präparieren. Die Ansprüche gelten sowohl für den Anbau im Beet genauso wie für die Kultur im Topf. Da der Oregano einen ausgeprägten Wurzelstock mit Ausläufern bildet, sollte das Gefäß für den Topfanbau nicht zu klein ausgewählt werden.

Oreganoblüte mit Falter

Die filigrane Blüte macht so mancher Zierpflanze Konkurrenz [Foto: Vicky BrockCC BY-SA 2.0]

Mehr zum Anbau finden Sie in unserem Artikel Oregano anbauen: Der mediterrane Klassiker im eigenen Garten.

Vermehrung
Es bieten sich drei Möglichkeiten, um Oregano zu vermehren. Ist man selbst bereits stolzer Besitzer einer Oreganopflanze oder aber im Umfeld findet sich ein solcher, so kann man von einer bestehenden Pflanze frische, junge Triebe abtrennen und über Stecklinge vermehren. Hierfür bietet sich am besten das Frühjahr ab Mitte Mai an. Ebenso kann die gesamte Pflanze samt Wurzelballen geteilt werden und zu mehreren Pflanzen vereinzelt werden. Dies sollte wenige Wochen eher als die Stecklingsvermehrung geschehen. Natürlich gibt es auch Oreganopflanzen zu kaufen. Auch die Exemplare aus der Gemüseabteilung haben durchaus Überlebenschancen im eigenen Garten. Sie müssen jedoch langsam an die äußerlichen Bedingungen im Garten angepasst werden, denn in den Gewächshäusern der Kräutergärtnereien sind sie geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und kühlen Nachttemperaturen.

Oregano Keimlinge

Junge Oreganopflanzen gibt es auch zu kaufen [Foto: Catalin Petolea/ Shutterstock.com]

Im Handel ist jedoch auch Oregano-Saatgut erhältlich. 20 bis 25 Tage kann es dauern, bis sich bei durchschnittlich 15 °C die ersten Keimlinge zeigen. Im Freiland kann ab Ende April, mit der Vorzucht auf der Fensterbank bereits ab Mitte Februar begonnen werden. Da Oregano zu den Lichtkeimern zählt, wird die Aussaat am besten nicht mit Erde bedeckt, um sie vor Austrocknung zu schützen. Abhilfe kann das Darüberlegen einer Glasscheibe leisten. Sofern es unter der Glasscheibe nicht allzu heiß wird, kann sie solange über der Aussaatscheibe gelassen werden, bis sich die ersten Keimblätter zeigen.
Noch mehr Tipps und Tricks finden Sie unter Oregano: Erfolgreich vermehren.

Gießen und Düngen
Die evolutionäre Anpassung an das trockene Mittelmeerklima ist auch nicht an dem Oregano vorüber gegangen. Er kann mit sehr wenig Wasser auskommen und verübelt auch nicht etwas längere Durststrecken. Staunässe sollte sogar vermieden werden – über die hohe Infektionsgefahr mit Wurzelpilzen kann diese sogar zum Tode des Oregano führen. Während im Beet eher selten während extremer und länger anhaltender Trockenperioden gegossen werden muss, kann ein Oregano im Topf je nach Gefäßgröße bei viel Wärme und Sonne eine tägliche Wassergabe benötigen.

Oregano im Topf mit erdsack

Am besten eignet sich Kräutererde zum Pflanzen von Oregano (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Für die ausreichende Nährstoffversorgung genügt es, im Frühjahr einen organischen Langzeitdünger wie zum Beispiel Hornspäne in den Boden einzuarbeiten. Bei der Topfkultur kann alle vier bis sechs Wochen über das Wässern zugedüngt werden. Das sollte jedoch keinesfalls öfter erfolgen, da die Triebe sonst lang und instabil werden und Aromaintensität verloren geht.

Wir von Plantura empfehlen für Kräuter folgende Produkte:

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Pflege
Werden die Triebe des Oregano mit den Jahren zu lang und unbeblättert, bietet sich ein etwas radikalerer Rückschnitt im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb an. Bei dem Schnitt werden nur etwa 10 cm Trieblänge über der Erdoberfläche stehen gelassen. Das fördert außerdem die Verzweigung der Pflanze.
In Abhängigkeit von der Art beziehungsweise Sorte ist Oregano winterhart. Allerdings trotzen die am härtesten gesottenen Exemplare auch nur Temperaturen bis circa -15 °C. Ein zusätzlicher Winterschutz der Pflanzen im Beet im Reisig oder Mulch ist also ratsam. Oregano-Töpfe können für die kalte Jahreszeit einfach ins Warme gestellt werden.

Oregano im Topf

Für den Oregano ist ein nach Süden ausgerichtetes Fenster ideal [Foto: Anna Andersson Fotografi/ Shutterstock.com]

Sie wollen noch mehr über die richtige Pflege erfahren? Dann schauen Sie doch zu unserem Artikel Oregano pflegen: überwintern, schneiden und umpflanzen.

Oregano: Eigenschaften seiner Unterarten

Die Gattung Origanum, der der beschriebene Lippenblütler angehört, enthält noch ähnliche Verwandte des beliebten Pizzakrautes. So wird es immer wieder mit dem einjährigen und wesentlich milderen Majoran (Origanum majorana) verwechselt. Origanum vulgare hat sich nicht ohne Grund für den weltweiten Anbau als Gewürz etabliert: Fast ausnahmslos hat er gegenüber seinen engen Verwandten deutliche Vorteile in Sachen Frosthärte.

weiße Blüte griechischer Oregano

Die Blüte des griech. Oregano ist reinweiß [Foto: RVCTA Imágenes]

Des Weiteren wird Oregano (Origanum vulgare) je nach spezifischem geographischem Auftreten in sechs Unterarten eingeteilt. Die bekannteste und zugleich beliebteste Unterart ist der Griechische Oregano (Origanum vulgare subsp. hirtum). Er hebt sich gegenüber den meist rosa bis purpurn blühenden anderen Oregano-Vertretern mit einer weißen Blüte ab. Außerdem trotz er kalten Wintern am erfolgreichsten und eignet sich deshalb besonders für den Anbau im Beet.

Oregano ernten und lagern

Oregano kann auf zweierlei Art und Weise den ganzen Sommer über geerntet werden. Zupft man in Kleinstarbeit die einzelnen Blätter, so fördert man die üppige und schnelle Verzweigung der Pflanze. Doch auch wenn ganze Triebe 10 bis 15 cm über dem Boden abgeschnitten werden, erfolgt ein schneller Austrieb der wachstumsstarken Pflanze. Ein radikalerer Ernteschnitt ist jederzeit in der frostfreien Phase möglich. Wird er jedoch zu spät durchgeführt, kann er möglicherweise die zierende Oreganoblüte kosten. Der optimale Zeitpunkt für die Ernte ist kurz vor der Blüte. Dann ist nämlich der Gehalt der aromagebenden ätherischen Öle am höchsten und Geschmack sowie Geruch somit am intensivsten. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, möglichst in den Morgenstunden und nicht bei Regen zu ernten, um das Aroma zu intensivieren.

Oregano im Bündel trocknen

Oregano wird meist im Bündel getrocknet [Foto: Alex “Skud” BayleyCC BY 2.0]

Oregano kann natürlich erntefrisch verwendet werden – muss er aber nicht. Folgende Möglichkeiten bestehen, um die Haltbarkeit des Oregano ohne schwerwiegenden Aromaverlust zu verlängern:

  • Trocknen: Die geernteten Triebe werden kopfüber aufgehängt und können ohne jeglichen Verlust an Aroma luftgetrocknet werden. Nach Abschluss des Trocknungsprozesses werden die Blätter von den Stielen gerebelt und unter Luftabschluss gelagert. So ist das Gewürz länger als ein Jahr sehr gut verwendbar.
  • Einfrieren: Die erntefrischen Oreganoblätter können prima eingefroren werden und je nach Bedarf entnommen werden.
  • Einlegen: Ganze Triebe oder einzelne Blätter können auch in Olivenöl eingelegt werden. Das Öl nimmt die ätherischen Öle des Oregano auf und eignet sich prima zum Kochen, Marinieren oder zum Bereiten eines Salatdressings. Die Pflanzenteile sollten vollkommen vom Öl umschlossen werden, um einer Schimmelbildung durch Luftkontakt entgegenzuwirken.

Noch mehr Wissenswertes finden Sie unter Oregano: Richtig ernten und lagern.

Oregano: Verwendung des mediterranen Krautes

Oregano eignet sich hervorragend zum Kochen und ist wohl jedem aus der Zubereitung klassischer Gerichte der italienischen Küche bekannt. Saucen, Salatdressings und Marinaden lassen sich hervorragend mit dem herb-würzigen Kraut verfeinern. Es kann sowohl frisch als auch getrocknet mediterrane Stimmung bereiten. Zu Fleischgerichten eignet es sich ebenso wie für die Zubereitung von Eispezialitäten. Ein Alleskönner also, der allerdings wie kein Zweiter die passende Garnierung von herzhaften Teigspezialitäten beherrscht. Auf keiner Pizza darf gerebelter Oregano fehlen und auch andere italienische Klassiker wie das salzige Schiacciata oder Ciabatta mit Tomate-Mozzarella weiß Oregano gekonnt zu verfeinern.

Pizza Margerita

Oregano darf auf keiner Pizza fehlen [Foto: Marzia Giacobbe/ Shutterstock.com]

Doch die Heilkraft soll bei all dem Können in der Küche nicht vergessen werden. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe besitzt Oregano einige positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Im Mittelalter wurde er bereits zum Einleiten der Geburt verabreicht und sollte als Räucherpflanze das Böse fernhalten. Heute weiß man, dass er bei Magen- und Darmbeschwerden als Tee eingenommen entkrampfend wirkt. Außerdem kann er bei bakteriellen Atemwegsinfektionen hilfreich sein. Zu Oregano-Öl verarbeitet kann das Kraut entzündungshemmend und allgemein gegen unreine Haut hilfreich sein.

Oregano – das mediterrane Pizzakraut – sollte also nicht nur im Kräutergarten von Liebhabern der italienischen Küche ein Platz gewährt werden.

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