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Hortensien: Expertentipps zum Pflanzen, Pflegen & Schneiden

Hortensien dürfen in keinem Garten fehlen. Hier erfahren Sie alles, was Sie über Pflegen, das Schneiden und Überwintern von Hortensien wissen müssen.

Die Gattung der Hortensien (Hydrangea) umfasst über 70 verschiedene Arten, die zumeist ursprünglich aus ostasiatischen Gebieten stammen. Bei sämtlichen Arten handelt es sich um verholzende Pflanzen, die auf verschiedene Art wachsen können – beispielsweise als Strauch oder sie erobern kletternd luftige Höhen. Die Blüten sind meist in Rispen oder doldenartigen Blütenständen angeordnet. Dabei sind die augenscheinlichen, größeren Blüten, die den eigentlichen Zierwert ausmachen, lediglich sogenannte Scheinblüten. Die wirklichen Blüten, welche zur Samenentwicklung beitragen, liegen im Inneren der Blütenstände verborgen und auf den ersten Blick zunächst nicht sichtbar. Von den vielen verschiedenen Hydrangea-Arten konnte sich eine Art ganz besonders in unsere Gärten und selbst auf die heimische Fensterbank drängen: Die Gartenhortensie (Hydrangea macrophylla). Diese wollen wir nun genauer unter die Lupe nehmen und genau wissen, welche Pflege sie benötigt, um prächtig und reichhaltig zu blühen.
Mehr zu den verschiedenen Hortensien finden Sie in unserer Sortenübersicht.

Hortensien pflanzen: Der richtige Standort

Hortensien im Beet pflanzen

Bevor Hortensien gepflanzt werden, sollte man die Standortbedürfnisse der asiatischen Pflanze kennen. Der Boden darf ruhig einen etwas saureren pH-Wert zwischen 4 und 5 aufweisen. Alkalischere Böden sind in der Regel zwar kein Problem für das Wachstum der Hortensien, doch können diese bei der gewünschten Farbausbildung der Blüten zu Überraschungen führen – doch dazu später mehr. Außerdem fühlt sich das durstige Gewächs auf etwas feuchterem Untergrund wohl.

Hydrangea macrophylla 'Endless Summer Neuaustrieb Hortensie

Hortensien bevorzugen einen halbschattigen Standort mit saurem Boden [Foto: Peter StevensCC BY 2.0]

Ansonsten ist eher ein windgeschützter Standort, an dem im Winter kein extremer Kälteeinfall zu erwarten ist, auszuwählen. Optimal ist zudem ein halbschattiger Standort. Zu viel Schatten schadet dem Wuchs der Hortensie in jedem Fall. Eher kann sie mit der Zeit und etwas Gewöhnung mit einem tendenziell sonnigeren Platz im Garten auskommen.

Hortensien im Topf pflanzen

Natürlich kann eine Hortensie auch in einen Topf eingepflanzt werden. Bezüglich des Standortes hat die Hortensie im Topf natürlich die gleichen Vorlieben. Und auch im Wurzelraum sollte das Substrat entsprechende Eigenschaften aufweisen wie sie vom Boden im Hortensien-Beet gefordert sind. Aufgrund des großen Durstes der Hortensie sollte keinesfalls ein zu kleines Gefäß gewählt werden, denn sonst kann in heißen Sommern schnell mehrmaliges Gießen erforderlich sein. Das kommt nicht von ungefähr – die Gartenhortensie hat nämlich sehr große Blätter (macrophylla bedeutet auch „großblättrig“) und legt so eine große und wasserzehrende Verdunstung an den Tag.

Hortensie im Topf mit Erde

Topfhortensien eignen sich wunderbar als Zimmerpflanzen (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Oftmals werden Hortensien auch bereits zu Jahresbeginn als Topfhortensien im Fachhandel angeboten. Diese Exemplare eignen sich hervorragend für die Fensterbank. Mit dem rauen Außenklima kommen sie jedoch nicht zurecht. Nach ihrer Blüte können sie einfach ins Beet ausgepflanzt werden – im nächsten Jahr werden sie wieder blühen.
Mehr Informationen zum richtigen Pflanzen finden Sie hier.

Hortensien pflegen

Hortensien gießen

Hortensien haben Durst. Deshalb müssen sie regelmäßig gegossen werden. Vor allem bei sommerlich heißen Temperaturen kann es vorkommen, dass Hortensien im Topf mehrmals täglich gegossen werden müssen. Auch Hortensien, die ins Beet ausgepflanzt sind, können dann vor Wassermangel ächzen und müssen regelmäßig gegossen werden, um einen unerwünschten Trockenschaden zu vermeiden (vertrocknete Blätter und Blüten).

Hortensien Gießkanne gießen rote und blaue Hortensien im Topf im GArten

Hortensien haben sehr viel Durst [Foto: Galina Grebenyuk/ Shutterstock.com]

Hortensien düngen: Der Schlüssel zur Blütenfarbe
  • Hortensien – wie viel düngen?

Insgesamt haben die Hortensien einen höheren Nährstoffbedarf. Während der Wachstumsphase zwischen Mai und September sind sie deshalb mehrmals mit einem handelsüblichen Vollnährstoffdünger zu versorgen. Beim Anbau im Beet genügt dies alle vier bis sechs Wochen. Wird sie im Topf kultiviert, ist es empfehlenswert, den Zeitraum zwischen zwei Düngegaben auf drei bis vier Wochen zu verkürzen.

  • Wie werden Hortensien blau?

Die Düngung kann auch für die Blütenfarbe, welche die Hortensie in den Monaten Juni bis August ausbildet, entscheidend sein. Berühmt sind die Gartenhortensien schließlich für ihre tiefblauen und kräftig lilafarbenen Blüten. Diese Farben kämen ohne die passende Düngung nicht zustande. Rosa und rote Sorten enthalten einen Farbstoff namens Delphinidin. Wird nun Aluminium gedüngt, kann dieses dafür sorgen, dass Blau und Lila statt Rot und Rosa als Blütenfarben im Garten erstrahlen. Mit weißen Sorten funktioniert die Blaufärbung übrigens nicht, da ihnen der Farbstoff Delphinidin fehlt.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über das Bläuen von Hortensien.

Hortensie blau Blüte Garten färben mit Dünger

Rote Hortensiensorten können mit Dünger blau gefärbt werden

  • Blaue Hortensien sind nicht mehr blau – was tun?

So kann es vorkommen, dass blaue Hortensien irgendwann nicht mehr blau oder lila sind und wieder ihre Ursprungsfarbe (rot oder rosa) annehmen. Zum einen kann der Farbumschwung durch einen zu hohen pH-Wert bedingt sein. Zum anderen kann es einfach an den Aluminiumionen mangeln, welche für die Ausbildung des Blaus oder Lilas erforderlich sind. Dann muss mit einem Aluminiumdünger nachgedüngt werden, um wieder zur Ursprungsfarbe zurückzukehren. Hierfür sind im Fachhandel spezielle Aluminiumdünger für Hortensienblau erhältlich. Es muss nicht in jedem Jahr mit einem Aluminiumdünger gedüngt werden. Zu viel Aluminium kann sogar eine toxische Wirkung für die Hortensien haben. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der pH-Wert im Boden zu hoch ist. Dann wird das für die Blaufärbung erforderliche Aluminium im Boden festgelegt und ist somit nicht frei für die Pflanzen verfügbar.

  • Blaue Hortensien: Der pH-Wert als Einflussfaktor

Ein geringer Boden-pH zwischen 4 und 5 begünstigt die Ausbildung blauer und lilafarbener Blüten. Deshalb empfiehlt es sich, die Hortensie mit einem ammoniumhaltigen Dünger, welcher den pH senkt, zu versorgen. Ist der pH jedoch zu weit im Keller, erkennt man dies an sogenannten Eisenmangelchlorosen: Das komplette Blatt vergilbt, während die Blattadern kräftig grün gefärbt werden. Dem entgegenwirkend kann dann der Boden mit Gartenkalk aufgekalkt und der pH so angehoben werden.

Noch mehr Wissenswertes finden Sie in unserem Artikel Hortensien Pflege: Düngen, Gießen & Stützen.

Hortensien schneiden

Hortensien sind Gehölze und freuen sich deshalb auch über einen gelegentlichen Schnitt, um vital und in Form zu bleiben. Doch hier kann man einiges falsch machen und es kann zum bösen Erwachen kommen. Deshalb hier das Wichtigste zum Schneiden von Hortensien zusammengefasst:

kleine Hortensie einzeln Blüten mit weiteren Hortensien im Hintergrund

Um neue Blüten zu erhalten, müssen vertrocknete Blüten abgeschnitten werden [Foto: Photosite/ Shutterstock.com]

  • Triebe schneiden

Es sollte nicht die gesamte Hortensie gleichzeitig heruntergeschnitten werden. Die blühkräftigen Gehölze legen nämlich ihre Blütenknospen bereits im Herbst an, sodass die Hortensien im nächsten Jahr bei einem radikalen Schnitt nämlich nicht blühen würden.

  • Jedes Jahr ein paar Triebe

Um stets in den Genuss einer blühenden Hortensie zu kommen – auch wenn sie durch einen Schnitt in Form gehalten werden soll – sollten nicht alle Triebe auf einmal eingekürzt werden. Sehr wohl aber kann man jedes Jahr einen gewissen Teil aller Triebe schneiden. So erhält man ein gewisses Maß zwischen Rückschnitt und Formerhaltung sowie Blütenpracht.

  • Vertrocknete Blüten abschneiden

Zum Herbst trocknen die großen Blütenstände der Hortensie ein. Die braunen Relikte, die von der schönen Sommerpracht der Hortensie zeugen, müssen für neue Blüten weichen. Es empfiehlt sich, die vorjährigen Blüten erst im nächsten Frühjahr vor dem Neuaustrieb abzuschneiden. Auch hier muss man Vorsicht walten lassen, damit man nicht die oberen Triebe mit den Blütenanlagen abtrennt.

Hortensien überwintern

Die Bauernhortensien legen ihre Blütenknospen für das nächste Frühjahr bereits im Herbst an. Drohen strenge Minusgrade und steht die Hortensie im Garten an einem offenen und ungeschützten Ort, so kann ein extra Winterschutz von Nöten sein. Folgendermaßen gehen Sie am besten beim Überwintern von Hortensien vor:

Hydrangea quercifolia winter

Auch im Winter haben die Blüten noch einen Zierwert [Foto: Fred OrtlipCC BY 2.0]

  • Hortensien im Topf

Hortensien im Topf können statt draußen am besten an einem kühlen, aber frostfreien Ort überwintert werden. Dabei ist es nicht tragisch, wenn dieser dunkel ist. Ein kühler Kellerraum bietet sich also perfekt an. Wichtig ist jedoch, dass die Hortensie zumindest im Herbst und zu Beginn des Frühjahrs kühlere Temperaturen zu spüren bekommt. Denn so geht man sicher, dass sie im nächsten Jahr auch prächtige, große Blütenstände ausbildet.

  • Hortensien im Beet bei Bedarf abdecken

Sind die geliebten Hortensien im Garten nicht schützend, als beispielsweise in der Nähe einer Hauswand oder Hecke, ausgepflanzt, so kann es erforderlich sein, sie bei extremen Minusgraden zu schützen. Dazu eignet sich entweder Jute oder Gartenvlies. Mit diesen Materialien kann die Hortensie prima wärmend eingewickelt werden. Wichtig ist es, vor dem Einwickeln, die vertrockneten Blütenstände und Blätter zu entfernen. Unter den schützenden Textilien sind sie nämlich ein Garant für Schimmel, welcher der ganzen Hortensie Schaden zufügen kann.

Hortensie sargentiana Winter

Schützen Sie Ihre Hortensie vor Schnee und Frost [Foto: Randi HauskenCC BY-SA 2.0]

  • Hortensien im Beet ohne Abdeckung überwintern

Auch bei den Bauernhortensien, die ihre Blüten ja bereits im Herbst für das kommende Blütenjahr ausbilden, kann die Überwinterung ohne zusätzlichen Schutz gewagt werden. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass bei zu extremen Frösten ein Verlust aller Blütenknospen drohen kann. Fällt der Entschluss zugunsten einer Überwinterung ohne zusätzlicher Überwinterungsmaterialien wie Jute oder Gartenvlies, so ist es ratsam, die vertrockneten Blütenstände erst im kommenden Frühjahr zu entfernen. Die Schnittstellen erleichtern es nämlich dem Frost, in die Hortensienpflanze einzudringen und so schneller und extremer Schaden anzurichten.

Hortensien vermehren

Auch Hortensien können leicht selbst vermehrt werden. Für den Hobbygärtner eignet sich die Vermehrung durch Aussaat nicht. Die Früchte und Samen sind winzig klein – wenn die Hortensien überhaupt Samen ausbilden. Einfacher ist es, den Gartenbewohner durch Stecklinge selbst zu vermehren. Dazu werden Triebspitzen ohne Blüte zu Sommerbeginn entnommen. Die Stecklinge sollten ein fast vollständig entwickeltes Blattpaar enthalten. Dann werden die entnommenen Sprossspitzen unter hoher Luftfeuchtigkeit bewurzelt und zur Jungpflanze herangezogen.

öffnende Scheinblüten Hortensie

Diese Blüten sind noch geschlossen [Foto: Forest and Kim StarrCC BY 2.0]

Mehr zur Vermehrung finden Sie unter Hortensien vermehren: Ableger und Stecklinge. Für Ihre Hortensien empfehlen wir folgende Produkte:
  • Floragard Endless Summer HortensienerdePrachtvoller Blütenzauber, den ganzen Sommer lang – die Endless Summer Erde ist eine gebrauchsfertige Spezialerde für wunderschönen Pflanzen.

  • Cuxin Hortensiendünger: Spezialdünger für prächtige Blüten. Enthält viele organische Rohstoffe für eine milde Düngewirkung.

  • NEUDORFF Azet Hortensiendünger: Spezieldünger mit bodenbelebenden Mikroorganismen und natürlicher Langzeitwirkung . Für ein kräftiges Wachstum und fabenfrohe Blüten

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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