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Kräuter trocknen, einlagern & Co.: 8 Tipps zum Konservieren

Kräuter aus dem eigenen Garten sind immer noch am aromatischsten – wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Kräuter am besten trocknen und lagern können.

Kräuter und Öle auf Holztisch im Garten

Kräuter aus dem eigenen Garten lassen sich leicht konservieren [Foto: Valentina_G/ Shutterstock.com]

Thymian, Rosmarin und Basilikum – Kräuter gehören in jede gute Küche und verfeinern jedes Gericht. Besonders die Kräuter aus dem eigenen Garten mag man kaum missen, denn sie sind ein wahrer Gaumenschmaus. Doch im Winter sieht es im Kräuterbeet oft mager aus: Viele Kräuter sind leider nicht winterhart. Trotzdem braucht man auf die leckeren Gewürze nicht zu verzichten, denn sie lassen sich einfach und leicht konservieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Kräuter am besten trocknen, haltbar machen und lagern.

Kräuter trocknen, konservieren und lagern: 8 Tipps

Wenn auch Sie im Winter nicht auf Kräuter verzichten wollen, finden Sie nachfolgend 8 praktische Tipps, wie man Kräuter am besten trocknet, konserviert und lagert.

8. Kräuter zum richtigen Zeitpunkt ernten

Tatsächlich spielt der Zeitpunkt der Ernte der Kräuter für die Lagerung eine besonders wichtige Rolle. Der Grund: Um nach der Konservierung einen vollen Geschmack zu behalten, sollten die Pflanzen natürlich auch bei der Ernte auf dem Höhepunkt ihres Aromas stehen. Viele Kräuter entwickeln vor ihrer eigentlichen Blütenphase das beste Aroma und sollten dann rasch gepflückt werden – erreichen Pflanzen wie Dill, Oregano und Schnittlauch nämlich ihre Blüte, reduziert sich ihr Aroma schlagartig. Aber auch Tageszeit und Wetter sollten für ein ideales Aroma perfekt sein. Am intensivsten ist dieses an einem sonnigen Vormittag, kurz nachdem der Tau abgetrocknet ist. Werden die Kräuter stattdessen an einem regnerischen Tag gepflückt, ist ihr Aroma nicht nur gemildert, sondern der Trocknungsprozess wird zusätzlich erschwert.

Rosmarin wird in der Sonne geschnitten

An sonnigen Tagen haben die Kräuter ein intensiveres Aroma [Foto: Alexander Raths/ Shutterstock.com]

7. Kräuter nicht waschen

Ein häufig begangener Fehler unter Hobbygärtnern ist, dass die Kräuter vor dem Trocknen noch einmal ordentlich gewaschen werden. Leider führt der Kontakt mit Wasser nicht nur dazu, dass die Trocknung deutlich länger dauert, sondern die Kräuter verlieren auch an Würze. Anstatt die Kräuter zu waschen, sollte man sie nur kräftig ausschütteln – auch so werden die Pflanzen von Staub und unliebsamen Krabbeltieren befreit. Sollte die Pflanze stärker verschmutzt sein, kommt man aber nicht um das Waschbecken herum. Versuchen Sie jedoch, die Pflanzen nur möglichst kurz und mit kaltem Wasser zu säubern, so wird das Aroma geschont. Nach dem Bad sollten Sie die Kräuter von überschüssigem Wasser befreien – am besten geht das durch vorsichtiges Trockentupfen mit Küchenpapier. Beim Einfrieren und Einlegen von Kräutern ist das Waschen dagegen ausdrücklich erlaubt, denn es hat keinen Einfluss auf die Konservierung.

Kräuter werden gewaschen

Die Kräuter vor dem Trocknen zu waschen ist ein häufiger Fehler [Foto: Rawpixel.com/ Shutterstock.com]

6. Kräuter an der Luft trocknen

Sie ist nicht nur die bekannteste, sondern auch schonendste Art zum Trocknen von Kräutern: Bei der Trocknung an der Luft werden die Kräuter zu lockeren Sträußen mit Garn oder einem Gummiband zusammengebunden und kopfüber aufgehängt. Große Blätter von Lorbeeren oder Salbei werden dagegen am besten einzeln auf einer Darre getrocknet. Ideal für die Trocknung ist ein windgeschützter, schattiger und warmer Platz, wobei besonderes Augenmerk auf die Temperatur gelegt werden muss. Ist es nämlich zu kalt, können die Kräuter nicht richtig trocknen und fangen im schlimmsten Fall an zu faulen. Ist es dagegen zu warm, besteht die Gefahr, dass sich die ätherischen Öle der Pflanzen verflüchtigen und die Pflanzen somit an Aroma verlieren. Deshalb sollten die Kräuter im Idealfall keinen Temperaturen höher als 35 °C, aber auch keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Nach 3 bis 4 Tagen sind die Kräuter durchgetrocknet und können in einem aromadichten Behälter bis zu ihrem Einsatz aufbewahrt werden.

Kräuter zum Trocknen kopfüber aufgehängt

Bei der Trocknung an der Luft werden die Kräuter kopfüber aufgehängt [Foto: angelakatharina/ Shutterstock.com]

5. Kräuter trocknen – Dörrautomat, Backofen oder Mikrowelle?

Zwar ist die Trocknung an der Luft einfach und altbewährt, jedoch auch sehr zeitaufwendig und braucht viel Platz. Wer nicht so lange warten will, kann auch auf moderne Hilfsmittel zurückgreifen: Dörrautomat, Backofen und Mikrowelle lassen sich ebenfalls zum Trocknen von Kräutern benutzen. Besonders der Dörrautomat ist zu empfehlen, da er mit einer Temperatur zwischen 30 und 70 °C (idealerweise nicht höher als 50 °C) den Kräutern schonend das Wasser entzieht und so den Aromaverlust begrenzt. Aber auch die Trocknung im Backofen ist möglich. Dazu wird der Backofen auf die geringste Temperatur vorgeheizt und die Kräuter zerkleinert auf einem Backblech mit Backpapier ausgebreitet. Damit die entstehende Feuchtigkeit entweichen kann, sollte die Tür des Backofens einen kleinen Spalt aufstehen. Nach etwa drei Stunden sind die Kräuter fertig getrocknet. Das Trocknen mit der Mikrowelle ist dagegen nicht zu empfehlen, da die Kräuter hier sehr viel Aroma verlieren. Sollte man die Mikrowelle trotzdem nutzen, ist es sinnvoll eine möglichst geringe Wattzahl einzustellen und in mehreren Zyklen zu trocknen, die nicht länger als 30 bis 45 Sekunden dauern, um nicht zu viel Aroma zu verlieren.

getrockneter Salbei und andere Kräuter mit Säckchen

Wer bei der Trocknung nicht so lange warten will, kann auch auf moderne Hilfsmittel zurückgreifen [Foto: 5PH/ Shutterstock.com]

4. Welche Kräuter kann man trocknen?

Grundsätzlich kann man fast alle Kräuter trocknen und anschließend lagern. Doch viele fragen sich, welche Teile man dafür benutzten sollte. Klassischerweise werden vor allem die Blätter zum Trocknen gesammelt: Rosmarin, Thymian, Zitronengras, Basilikum, Oregano und Minze sind nur eine kleine Auswahl von Pflanzen, deren Blätter zum Würzen genommen werden und deshalb getrocknet werden sollten. Aber auch andere Pflanzenteile können sich durchaus für die Trocknung eigenen. Von Lavendel, Kamille, Bergamotte, Dill und Schnittlauch lässt sich beispielsweise auch die Blüte wunderbar trocknen und später weiterverarbeiten. Aber auch Samen von Senf, Anis, Sellerie und vielen weiteren lassen sich gut sammeln und trocknen, sodass man die Pflanzen im nächsten Jahr wieder neu aussäen kann.

getrocknete Kamille in Schüssel auf Holzunterlage

Bei der Kamille lässt sich auch die Blüte trocknen [Foto: images72/ Shutterstock.com]

3. Kräuter einfrieren

Viele Kräuter lassen sich nicht nur wunderbar trocknen, sondern auch hervorragend einfrieren. Besonders Pflanzen mit weichem Blatt (zum Beispiel Schnittlauch, Basilikum und Petersilie) sind geradezu geschaffen für die Kühltruhe. Durch das Einfrieren werden die Inhaltstoffe und ätherischen Öle nämlich bestens konserviert und der Geschmack bleibt dadurch besonders intensiv. Zusätzlich ist diese Methode auch noch kinderleicht: Die Kräuter müssen nur zerkleinert, in einem geeigneten Behälter (beispielsweise einer Eiswürfelform) portioniert, mit Wasser übergossen und anschließend eingefroren werden. Hier sind sie bis zu zwölf Monate haltbar und können zum Kochen ganz einfach und portionsgerecht entnommen werden.

gefrorene Kräuter in Eiswürfelform

Viele Kräuter lassen sich auch hervorragend einfrieren [Foto: Ahanov Michael/ Shutterstock.com]

2. Kräuter in Öl einlegen

Eingelegte Kräuter haben für viele nur noch einen nostalgischen Charme – dabei ist diese Art der Konservierung gar nicht altmodisch und sogar noch sehr schonend für das Aroma der Kräuter. Besonders in der mediterranen Küche ist das Einlegen von Basilikum und Co. noch immer weit verbreitet und die eingelegten Kräuter gehören in jede gute Küche. Dazu werden die Kräuter gewaschen, geschnitten und in einem Gefäß mit Öl übergossen. Wichtig ist hierbei, dass es sich beim Öl um eine hochwertige Sorte handelt und alle Kräuter mit Öl bedeckt sind. Vorteil dieser Methode ist, dass man die Kräuter auch miteinander, aber auch mit Chili und Knoblauch mischen kann. Nach drei bis vier Wochen kann man das Öl schließlich abseihen und umfüllen: Es enthält nun den vollen aromatischen Geschmack der Kräuter. Nach dem gleichen Prinzip können die Kräuter übrigens auch in mildem Essig eingelegt werden.

Kräuter in Öl verschiedene Flaschen

Besonders in der mediterranen Küche ist das Einlegen von Basilikum und Co. weit verbreitet [Foto: Africa Studio/ Shutterstock.com]

1. Welches Kraut für welche Methode?

Nicht jedes Kraut lässt sich mit jeder Methode ohne Probleme und Aromaverlust konservieren, weshalb man sich vorher über die passende Konservierung informieren sollte. Die meisten Kräuter lassen sich problemlos trocknen, besonders die mediterranen Kräuter (mit Ausnahme von Basilikum), aber auch Lavendel, Kamille, Bohnenkraut und Majoran sind hierfür besonders gut geeignet. Basilikum, Blattkoriander und Kerbel vertragen das Trocknen dagegen gar nicht und sollten lieber eingelegt werden. Besonders prädestiniert beim Einlegen ist außerdem der Dill, von dem sowohl Dolden als auch die Blätter auf diese Weise konserviert werden können. Zum Einfrieren sind, wie oben bereits erwähnt, am besten Kräuter mit weichen Blättern und Trieben geeignet. Basilikum stellt aber auch hier wieder eine Ausnahme: Im Eisschrank werden seine Blätter braun und matschig und verlieren beinahe ihr ganzes Aroma.

frisch geschnittene Kräuter auf Holzbrett

Nicht jedes Kraut lässt sich mit jeder Methode problemlos konservieren [Foto: marcin jucha/ Shutterstock.com]

Weitere Inspiration zum Thema „Konservieren“ finden Sie auf unserer Pinterest-Seite:

Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

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