Klettererdbeeren: Pflanzen, Überwintern & geeignete Rankhilfen

Franziska
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Ich studiere ökologische Landwirtschaft an der Uni Hohenheim und bin sehr pflanzen- und naturverbunden. Zuhause bewirtschaften wir einen kleinen Biobetrieb mit einigen Tieren, verschiedenen Ackerfrüchten und etwas Wald. Die Gewinnung von gesunden Lebensmitteln im Einklang mit der Natur begeistert mich jedes Mal wieder aufs Neue.

Lieblingsobst: Apfel, Birne und Zwetschge
Lieblingsgemüse: Kartoffel, Kürbis und Spinat

Sie möchten im Sommer reichlich Erdbeeren ernten, haben aber nur begrenzten Platz? Wie wäre es mit Klettererdbeeren? Wir fassen alles Wichtige über diese Erdbeeren zusammen.

Erdbeeren als Kletterpflanzen
Erdbeeren wachsen nicht nur auf dem Boden, sie können auch klettern [Foto: cha_cha/ Shutterstock.com]

Erdbeeren (Fragaria) lassen sich nicht nur klassisch im Beet anbauen. Es gibt auch kletternde Exemplare, die ein Blickfang auf jeder Terrasse sind und gleichzeitig leckere Früchte hervorbringen. Wir informieren Sie über geeignete Sorten und darüber, wie man Klettererdbeeren pflanzt und pflegt.

Klettererdbeeren: Eigenschaften

Klettererdbeeren gehören zu den Erdbeeren und somit zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die mehrjährige Staude ist in Amerika, Europa und Asien natürlich verbreitet. Die Blüten der Erdbeere haben eine einfache Struktur mit fünf Blütenblättern, die meistens weiß, bei manchen Sorten jedoch auch rosa oder rot sind. Die dreiteiligen, am Rand gezähnten Blätter der Erdbeere erscheinen in einem satten Grün. Die Erdbeere selbst ist eine Sammelscheinfrucht, auf der die kleinen gelben Erdbeersamen oder Nüsschen sitzen. Das heißt, eigentlich ist die Erdbeere eine Nuss, und zwar eine sogenannte Sammelnussfrucht.

Klettererdbeeren
Die weißen Blüten sind typisch für die Erdbeerpflanze [Foto: hydebrink/ Shutterstock.com]

Was sind Klettererdbeeren genau? Bei Klettererdbeeren handelt es sich um eine spezielle Wuchsform der Erdbeere, die rasch Ausläufer bildet, welche an einer Rankhilfe hinaufklettern. Beachten Sie, dass Erdbeeren keine Kletterpflanzen sind, da sie sich mit ihren Ranken nirgends festhalten und nicht von alleine in die Höhe wachsen können. Deshalb benötigen Klettererdbeeren im Topf und im Freiland eine Rankhilfe, an der Sie die Triebe vorsichtig in die Höhe binden müssen. Diese Art des Erdbeeranbaus erfordert nicht mehr Platz als einen Kübel oder Blumentopf und macht es leicht, einen Ort auf dem Balkon oder der Terrasse hierfür zu finden. Zusätzlich sieht der vertikale Anbau von Erdbeeren auch noch dekorativ aus. Natürlich ist der Anbau von Klettererdbeeren auch im Freiland möglich, wo oft noch höhere Erträge erzielt werden.

Rankhilfe für Klettererdbeeren
Beim vertikalen Erdbeeranbau klettern oder hängen die Pflanzen [Foto: Luoxi/ Shutterstock.com]

Kletternde Erdbeersorten

  • ‘Hummi’: Diese immertragende Sorte bildet sehr lange und starke Ranken aus. Sie trägt bereits im ersten Jahr besonders süße Früchte, weshalb sie so beliebt ist. Außerdem ist sie im Vergleich zu anderen Sorten nicht so anfällig gegen Fäulekrankheiten wie beispielsweise Grauschimmel-Fruchtfäule (Botrytis cinerea).
  • ‘Mountainstar’: Ebenso immertragende Sorte, deren süße, aromatische Früchte ab Mitte Juni bis in den Oktober hinein geerntet werden können.
  • ‘Kletter Toni’: Von dieser Sorte können Sie ab Juni bis zum ersten Frost laufend süße, dunkelrote, saftige und große Erdbeeren ernten.
  • ‘Super Star’: Die Sorte ‘Super Star’ bringt eine besonders reiche Ernte an süßen, aromatischen Früchten, die ab Mitte Juni bis in den Herbst hinein geerntet werden können.
  • ‘Parfum Freeclimber’: Auch diese Sorte blüht und fruchtet den ganzen Sommer über. Die großen Früchte haben ein süßes und saftiges Waldbeeraroma.
Rankerdbeeren
Die meisten Klettererdbeeren sind immertragende Sorten [Foto: Peydg/ Shutterstock.com]

Klettererdbeeren pflanzen: Standort und Vorgehen

Der optimale Standort für Klettererdbeeren liegt an einem sonnigen, vor Witterung und Wind geschützten Ort. Die leckeren Früchte gedeihen auch im Halbschatten, dann werden sie allerdings nicht so süß. Der Boden sollte durchlässig, nährstoffreich und humos sein. Achten Sie darauf, dass der Boden-pH-Wert zwischen 6 und 7 liegt, also im leicht sauren Bereich. Des Weiteren sollte der Standort eine Rankhilfe anbieten, wie zum Beispiel einen Gartenzaun oder ein Spalier.

Klettererdbeeren können entweder in einen Kübel oder ins Beet gepflanzt werden. Im Folgenden erfahren Sie, was man dabei beachten sollte.

  • Pflanzzeitpunkt: Am besten pflanzt man Erdbeeren Anfang April oder im Vorjahr ab Juli bis in den zeitigen Herbst.
  • Substrat: Für den Blumentopf eignet sich schwach saure Pflanzerde, wie beispielsweise unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde. Diese gut strukturierte Erde gibt den Erdbeeren Halt und optimale Wachstumsbedingungen. Gartenerde kann mit Kompost aufgewertet werden.
  • Pflanzabstand: Halten Sie im Beet einen Pflanzabstand von 20 bis 30 cm ein. In einem Topf mit einem Durchmesser von 30 cm haben maximal drei Erdbeerpflanzen Platz.
  • Vorbereitung: Bereiten Sie das Erdbeerbeet schon zwei Wochen vor der Pflanzung vor, sodass sich der Boden wieder ordentlich setzen kann. Hierzu wird der Boden gut aufgelockert sowie Beikraut und Steine entfernt. Wenn die Erdbeeren in einen Topf gepflanzt werden, sollte man auf einen guten Wasserablauf achten. Dazu baut man am besten im unteren Bereich des Topfes eine Drainageschicht aus Tonscherben ein.
  • Pflanzung: Achten Sie beim Einpflanzen der Erdbeeren darauf, dass die Pflanzen nicht zu tief in der Erde sitzen. Die Herzknospe muss noch aus der Erde herausschauen. Anschließend werden die Pflänzchen gut angegossen.
  • Sobald die ersten Ranken zum Vorschein kommen, können diese an der Kletterhilfe befestigt werden, um der Pflanze bereits die Richtung vorzugeben.

Tipp: Entfernen Sie bei den Jungpflanzen die ersten Ausläufer. Auf diese Weise bilden sich kompakte Pflanzen mit vielen Trieben.

Rankerdbeeren-Pflanzen
Klettererdbeeren wachsen sowohl im Beet als auch im Topf [Foto: Alexander Raths/ Shutterstock.com]

Die richtige Rankhilfe für Klettererdbeeren

Erdbeeren klettern nicht von selbst, sondern mithilfe einer Rankhilfe nach oben. Die Ausläufer, die die Erdbeerpflanzen bilden, können sich nicht selbst festhalten oder um etwas herumschlingen. Damit die Klettererdbeeren in die Höhe wachsen, müssen Sie die Triebe nach und nach behutsam an der Rankhilfe nach oben binden.

Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Rankgitter oder -turm, ein Spalier oder auch ein Gartenzaun. Im Topf sind vor allem Kletterspiralen gut geeignet, da sie nicht viel Platz wegnehmen und einfach in die Erde hineingesteckt werden können. Die Rankhilfe sollte eine Höhe von 1,5 m haben.

Tipp: Bei großem Fruchtbehang werden die Triebe schnell sehr schwer. Achten Sie deshalb darauf, sie gut zu befestigen, damit die Triebe nicht herausrutschen oder abbrechen.

Klettererdbeeren-Ausläufer
Die Ausläufer binden Sie einfach an einer Rankhilfe nach oben [Foto: Elena Masiutkina/ Shutterstock.com]

Tipps zur Pflege

Um die Klettererdbeeren in die Höhe wachsen zu lassen, brauchen sie etwas Pflege.

  • Gießen: Klettererdbeeren benötigen relativ viel Wasser und sollten daher regelmäßig gegossen werden, sodass die Erde immer feucht ist.
  • Düngen: Auch regelmäßiges Düngen ist wichtig, da die Pflanzen einen hohen Nährstoffbedarf haben. Hierfür eignet sich beispielsweise ein organischer Flüssigdünger wie unser Plantura Bio-Tomaten- & Gemüsedünger. Er lässt sich ganz bequem über das Gießwasser ausbringen und bietet den Erdbeeren ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis. Er enthält einen erhöhten Kaliumanteil, was unter anderem für die Überwinterung der Klettererdbeeren wichtig ist. Als Alternative eignet sich beispielsweise unser Plantura Bio-Universaldünger. Der vornehmlich organische Bio-Langzeitdünger, kann gleich zu Beginn in die Pflanzerde gemischt werden und versorgt die Erdbeerpflanzen über einen langen Zeitraum mit den nötigen Nährstoffen.
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  • Schneiden: Schneiden oder brechen Sie bei im Frühjahr gepflanzten Erdbeeren die ersten Blüten bis Ende Mai ab – auf die Art erzielen Sie einen deutlich höheren Ertrag. Bei im Herbst gepflanzten Erdbeeren ist dies meist nicht nötig, da sie sich bereits gut etablieren konnten. Auch die ersten Ausläufer sollten Sie entfernen, um später eine kräftige Erdbeerpflanze zu erhalten. Werden die Ranken und Triebe zu lang, können sie ebenfalls abgeschnitten werden. Im Spätherbst sollten Sie alle Ranken und Ausläufer abschneiden, um der Mutterpflanze das Überwintern zu vereinfachen.
  • Mulchen: Damit die Früchte im unteren Bereich der Erdbeerpflanze nicht auf dem Boden liegen, sollten Sie dort ab Ende April eine Mulchschicht aus Stroh ausbringen. Somit sind die Früchte vor Dreck und Feuchtigkeit geschützt, sodass sie nicht so schnell zu faulen beginnen.
Pflege von Klettererdbeeren
Eine Mulchschicht aus Stroh schützt die Früchte vor Verschmutzung durch Erde [Foto: Kaichankava Larysa/ Shutterstock.com]

Klettererdbeeren überwintern

Klettererdbeeren sind winterhart, etwas Schutz gegen starken Frost schadet allerdings nicht, egal ob sie im Beet oder im Blumentopf wachsen. Entfernen Sie zunächst die verbliebenen Ranken, sodass nur noch die Mutterpflanze übrig bleibt. Die Erdbeerpflanzen im Beet sollten mit Laub oder Streu bedeckt werden, damit sie vor strengen Frösten geschützt sind. Blumentöpfe mit Erdbeeren stellt man am besten an einen schattigen, geschützten Ort und umwickelt den Topf mit etwas Vlies. Außerdem kann der Blumentopf auch ins Haus geholt werden. Vergessen Sie dann nicht, die Erdbeeren ab und an zu gießen, damit die Pflanze nicht komplett austrocknet. Eine Düngung ist im Winter nicht nötig.

Vermehrung

Rankerdbeeren vermehren sich entweder durch Samen oder durch Ausläufer, welche die Mutterpflanze bildet, wobei Letzteres die einfachste Methode ist. Hierzu bereiten Sie kleine Töpfchen mit Anzuchtsubstrat vor. Dafür eignet sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, da sie eine besonders gute Bodenstruktur für die jungen Pflanzen bietet. Trennen Sie die Ausläufer anfangs nicht von der Mutterpflanze, sondern drücken Sie die Tochterpflänzchen einfach in die vorbereiteten Töpfchen und gießen Sie diese an. Bereits nach 14 Tagen haben die jungen Erdbeeren die ersten Wurzeln ausgebildet, dann können sie von der Mutterpflanze abgeschnitten werden. Genaueres zum Vermehren von Erdbeeren erfahren Sie außerdem in unserem Spezialartikel.

Klettererdbeeren im Topf
Bei der Vermehrung über Ausläufer bleibt die junge Pflanze anfangs an der Mutterpflanze [Foto: Marco de Benedictis/ Shutterstock.com]

Eine ebenso platzsparende Variante für den Erdbeeranbau sind Hängeerdbeeren. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie in unserem Spezialartikel.

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