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Milpa-Beet anlegen: Mischkultur aus Mais, Bohnen & Kürbis

Schon die Maya waren sich der Bedeutung der Mischkultur bewusst. Ein Anbausystem, das sich über die Jahrhunderte gehalten hat, ist die sogenannte Milpa: In einem Beet werden Mais, Bohnen und Kürbis angebaut.

Milpa-Beet
Im Milpa-Beet werden Mais, Kürbis und Bohne gemeinsam angebaut [Foto: Jardipartage/ Shutterstock.com]

Ein südamerikanisches Anbausystem, das bei uns in Deutschland funktionieren soll? Die Mischkulturpartner Mais (Zea mays), Bohne (Phaseolus vulgaris) und Kürbis (Cucurbita spec.) sind auch bei uns Klassiker, die häufig angebaut werden. Von den Ureinwohnern Südamerikas können wir jedoch lernen, wie gut die drei Kulturen zusammenpassen und sich ergänzen. Das macht auch die englische Bezeichnung „Three Sisters“ deutlich. In diesem Artikel erfahren Sie, was es mit Milpa auf sich hat und wie Sie auch in Ihrem Garten ganz einfach ein Milpa-Beet anlegen können.

Milpa-Beet: Was ist das?

Das Wort Milpa bedeutet so viel wie „das nahe Feld“. Es lässt sich darauf zurückführen, dass die Milpa-Felder der Maya tatsächlich nah an ihren Wohnstätten gelegen waren. Milpa bedeutet, dass Mais, Bohnen und Kürbis zusammen auf demselben Feld angebaut werden und sich gegenseitig ergänzen. Damit soll eine reiche Ernte und gesunde Pflanzen erreicht werden. Die drei Schwestern stellten früher die Grundversorgung der indigenen Völker sicher: Mais ist ein energielieferndes Getreide, das lange gelagert werden kann und zum Herstellen von Tortillas und ähnlichem verwendet wurde. Bohnen sind dagegen wichtige Eiweißlieferanten und Kürbisse enthalten weitere Vitamine und Mineralstoffe.

Mais, Bohnen und Kürbis
Die drei Schwestern – Mais, Bohnen und Kürbis – stellten die Grundversorgung der Maya sicher [Foto: igorsm8/ Shutterstock.com]

Was sind die Vorteile eines Milpa-Beets?

Die drei Mischkulturpartner Mais, Bohne und Kürbis unterstützen sich gegenseitig. Der Mais als Hauptkultur dient gleichzeitig den Bohnen als Rankhilfe. Da Bohnen zu den Leguminosen gehören, gehen sie eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein. Diese fixieren dann den Stickstoff aus der Luft, der das Wachstum der Bohnen unterstützt und langfristig über die Verrottung der Pflanzenreste den Boden düngt. Der Kürbis als dritter Partner bedeckt mit seinen großen Blättern den Boden, was den Wuchs von unerwünschtem Beikraut unterdrückt und den Boden durch Beschattung feucht hält.

Weitere Vorteile eines Milpa-Beets sind die effiziente Platznutzung, die auf einer recht kleinen Fläche hohe Erträge ermöglicht, und der geringe Pflegeaufwand. Sobald der Boden vom Kürbis bedeckt wird, überlässt man das Beet mehr oder weniger sicht selbst. Deshalb ist beispielsweise Unkrautjäten nur zu Beginn des Anbaus nötig.

Milpa-Beet anlegen: Schritt für Schritt

Ein Milpa-Beet kann auf viele verschiedene Arten angelegt werden, sodass man nach einer ersten Recherche erstmal mit den vielen Möglichkeiten überfordert sein kann. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung steht einem erfolgreichen Anbau aber nichts mehr im Wege.

1. Flächenauswahl: Für ein Milpa-Beet sollten Sie ein mindestens 1,20 m x 2 m großes Stück von Ihrem Garten auswählen, welches viel Sonne abbekommt. Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Mischkultur sehr hoch wächst. Es kann also leicht passieren, dass andere Kulturen im Garten beschattet werden.

2. Boden verbessern: Alle drei Kulturen bevorzugen einen humosen Boden, der Wasser gut speichert. Wollen Sie Ihren Gartenboden gut für die Kultur vorbereiten, können Sie eine nährstoffreiche Erde, wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Komposterde oder etwas eigenen Kompost, einarbeiten.

3. Anbausystem auswählen: In Südamerika wird die Milpa typischerweise horstweise gestaltet. Das bedeutet, man pflanzt zum Beispiel drei Mais- und zwei Bohnenpflanzen eng zusammen und in einigem Abstand dazu den Kürbis. Alternativ dazu kann man ein Milpa-Beet auch in Reihen anlegen. Dabei wird der Mais mit einem Reihenabstand von 60 bis 80 cm und einem Pflanzabstand innerhalb der Reihe von ungefähr 40 cm angebaut. Um jede Maispflanze herum sät man bis zu drei Bohnen. Zwischen die Maisreihen kommt schließlich noch der Kürbis, bei dem ein Abstand von ungefähr 2 m zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten werden sollte.

Bunte Bohnen im Milpa-Beet
Bunte Bohnen sind im Dickicht des Milpa-Beets leichter zu finden [Foto: Art_Pictures/ Shutterstock.com]

4. Sorten auswählen: Die Sortenwahl ist für eine erfolgreiche Milpa-Kultur von entscheidender Bedeutung. Vor allem die Zusammensetzung von Mais und Bohne muss stimmen. Kombiniert man zum Beispiel eine starkwüchsige Bohne mit einem eher schwachwüchsigen Mais, kann es schnell passieren, dass die Bohne den Mais überwuchert und förmlich zu Boden ringt. Bei Bohnen ist es außerdem vorteilhaft, eine bunte Sorte auszuwählen. Diese kann man im Dickicht des Milpa-Beets später leichter finden als grüne Bohnen. Einige gute Kombinationen haben wir in der nachfolgenden Tabelle für Sie zusammengestellt.

MaissorteBohnensorte
'Black Aztek''Goldsfield', 'Grünes Posthörnchen'
'Golden Bantam''Scarlett Emperor', 'Sunset'
'Rainbow Inka''Markant'
'XT Goldcrest''Neckargold', 'Neckarkönigin'
'SF 201''Markant', 'Matilda', 'Flavourstar', 'Musica', Blauhilde

5. Mais und eventuell Kürbis vorziehen: Mais hat eine langsame Jugendentwicklung und kann in unseren Breiten frühestens ab Mitte April ins Beet. Deshalb bietet es sich an, ihn ab März im Haus vorzuziehen. Geben Sie dabei von Beginn an jedem Maispflänzchen einen eigenen Topf, da Maisjungpflanzen stark wurzeln und so das Pikieren nur schwer möglich ist. Beim Pflanzen von Kürbis haben Sie zwei Möglichkeiten: Er kann entweder ab April vorgezogen oder im Mai zusammen mit den Bohnen direkt gesät werden.

Mais im Milpa-Beet
Mais hat eine langsame Jugendentwicklung und sollte deshalb vorgezogen werden [Foto: flowphoto/ Shutterstock.com]

6. Pflanzen und Säen im Mai: Mitte Mai können dann die selbst gezogenen oder gekauften Jungpflanzen ins Beet umziehen. Dabei sollten die Pflanzabstände wie unter Punkt 3 beschrieben eingehalten werden. Gleichzeitig mit dem Auspflanzen von Mais und Kürbis können auch die Bohnen ungefähr 5 cm tief im Kreis um die Maispflanzen herum ausgesät werden.

Die richtige Pflege

Zu Beginn kann es noch nötig sein, den Boden von Hand unkrautfrei zu halten. Sind die Pflanzen aber erst einmal groß genug, stört sie auch ein bisschen Unkraut nicht und man kann das Beet sich selbst überlassen. Wenn alles geklappt hat, ist ab ungefähr Juli ein wilder, grüner und dennoch fruchtbarer Dschungel entstanden. Natürlich brauchen die drei Gemüsearten genügend Wasser, sodass vor allem bei zunehmenden Trockenperioden regelmäßiges Gießen unerlässlich ist. Besonders Kürbis und Mais haben ab der Blüte einen hohen Wasserbedarf und wenn die Versorgung zu gering ist, bleiben Kolben und Früchte klein.

Werden die drei Schwestern auf einem fruchtbaren, gut vorbereiteten Feld angebaut, muss in der Regel nicht gedüngt werden. In Südamerika wird Milpa normalerweise nur drei Jahre lang intensiv bewirtschaftet, worauf eine zehnjährige Brache folgt. Denn vor allem Mais und Kürbis zählen zu den Starkzehrern. Eine weitere in Südamerika übliche Praxis ist die Brandrodung. Dadurch gelangen Nährstoffe und organisches Material wieder in den Boden. Da das bei uns nicht möglich ist, kann man auch einfach die Pflanzenreste direkt auf der Fläche als Mulch kompostieren und im Frühjahr vor der nächsten Pflanzung untergraben.

Brandrodung
Nach einigen Jahren Brache wird in Südamerika das Feld durch Brandrodung vorbereitet [Foto: S.Narongrit99/ Shutterstock.com]

Tipp: Selbst in einem großen Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse kann man eine kleine Milpa-Kultur starten. Dafür wählt man einen kleinwüchsigen Mais, wie zum Beispiel die Sorte ‘Supai Red’, von der vier bis fünf Pflanzen in die Kübelmitte gepflanzt werden. An den äußeren Kübelrand kommen im Kreis vier Buschbohnen. Zwischen Mais und Bohnen setzt man einen kleinwüchsigen Kürbis. Als Substrat sollte eine nährstoffreiche Erde, wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Komposterde, verwendet werden. Sie ist komplett torffrei und damit nachhaltiger als viele gewöhnliche Pflanzerden.

Plantura Bio-Komposterde
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Ideal auch für Hochbeete geeignet,
sorgt für eine reiche, aromatische Ernte

Wenn Sie mehr über den Anbau verschiedener Pflanzen in einem Beet erfahren möchten, können Sie in unserem Artikel zur Mischkultur weiterlesen. Dort erfahren Sie zum Beispiel, warum Tomate und Basilikum nicht nur auf dem Teller, sondern auch im Beet sehr gut zusammenpassen.

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