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Bienen im Garten: Alles, was Sie dazu wissen müssen

Bienen sind wichtige Helfer im Garten. Wir zeigen, welche Schutzmaßnahmen (Bienenhaltung inbegriffen) Sie treffen können, um die Bienen zu unterstützen.

Biene sitzt auf Margerite

Bienen sind von enormer Bedeutung für die Pfanzenwelt [Foto: Jack Hong/ Shutterstock.com]

Man hört viel über die Honigbiene, denn sie ist eines der wirtschaftlich bedeutsamsten Nutztiere. Die Ernährung der Weltbevölkerung beruht zu gut einem Drittel allein auf der Bestäubungsleistung der Immen. Und ausgerechnet der Mensch, der so sehr von ihr abhängig ist, ist ihr größter Feind. Mit Gift, durch die weltweite Verbreitung von Krankheiten und durch Zerstörung von Lebensräumen macht er ihr das Leben schwer. Sie fragen sich jetzt bestimmt, was das mit Ihrem Garten zu tun hat. Ziemlich viel sogar, denn gerade als Hobbygärtner haben Sie es in der Hand, den vorherrschenden bienenfeindlichen Bedingungen effektive Maßnahmen entgegenzusetzen. Warum Bienen im Garten wichtig sind, wie Sie auf kleinem Raum Schutzinseln für die gestreiften Insekten schaffen, welche Pflanzen besonders geeignet sind und wie Sie sogar selbst mit dem Imkern starten können, erklären wir in unseren Bienenartikeln.

Bienen im Garten

Dass Bienen einen wichtigen Beitrag in unserem Ökosystem leisten, ist den meisten bekannt. Aber was leisten die fleißigen Helfer eigentlich genau und wie kann man sie unterstützen? Wir gehen der Biene auf den Grund.

Warum Bienen im Garten wichtig sind

Honigbienen waren früher in vielen Gärten und auf den meisten Bauernhöfen zu Hause. Sie sorgten durch ihre Bestäubung für gute Ernten, lieferten Wachs und Honig für den Eigenbedarf und waren wichtige Erhalter einer artenreichen Kulturlandschaft. Vor nicht allzu langer Zeit gab es in Deutschland 2,5 Millionen Bienenvölker – heute sind es nicht einmal mehr ein Drittel, Gesamttendenz sinkend. Diese Zahlen spiegeln direkt die Veränderungen wieder, die sich in den letzten Jahrzehnten in der Landwirtschaft vollzogen haben. Unter der Devise „wachsen oder weichen“ verwandelte sich das bunte Mosaik der kleinstrukturierten Kulturlandschaft zu riesigen Flächen von Monokulturen. Aus Bauernhöfen wurden spezialisierte Fabriken mit hohem Pestizideinsatz. Die Bienen, die Teil der Kreislaufwirtschaft jedes Hofes gewesen waren, verloren ihren Platz. Übrig blieben die Hobbyimker (heute 95 Prozent der Imker) und wenige große Berufsimker. Als Bienenrefugium gewannen vielfältige und kleinräumig strukturierte Gärten und Städte an Bedeutung. Von hier aus leisten die emsigen Insekten – unter den richtigen Voraussetzungen – weiterhin ihre wertvollen Dienste.

Welche immensen Leistungen Bienen zusätzlich leisten, haben wir in unserem Spezial-Artikel hier für Sie zusammengetragen.

Bienen im Garten schützen

Mit Bienen sind hier vorrangig Honigbienen und die zahlreichen Wildbienenarten gemeint. Knapp 700 Bienenarten gibt es in Mitteleuropa, ein Drittel davon gilt als bedroht. Grund genug, sich für den Schutz der Tiere zu engagieren. Als Imker kümmert man sich natürlich direkt um das Überleben der eigenen Honigbienen, doch auch als gärtnernder „Gastgeber“ können Sie mit unseren Tipps Ihren Garten oder Balkon bienenfit machen. Schlüssel dazu ist die richtige Auswahl der Pflanzen und die naturnahe Gestaltung des Gartens. Außerdem sollte im Privatgarten zu jeder Zeit auf chemische Pestizide verzichtet werden.

Ein Bienenstock im grünen Garten

Ein kleiner Bienenstock oder bienenfreundliche Pflanzen im eigenen Garten – so unterstützt man die Insekten [Foto: Indre Pau/ Shutterstock.com]

Pflanzenauswahl für Bienen

Für die Bienen ist wichtig, dass während der gesamten Vegetationsperiode immer etwas blüht. Das bedeutet: Die Mischung macht’s. Allerdings helfen nicht alle blühenden Pflanzen den Bienen. Pflanzen mit langen Blütenröhren etwa sind oft auf Schmetterlinge und Nachtfalter spezialisiert. Und manche Raublattgewächse lassen sich nur von bestimmten Hummelarten bestäuben, die beim Flug in der richtigen Frequenz brummen. Gefüllte Blüten sehen zwar prächtig aus, sind aber meist steril und für Insekten praktisch wertlos. Manche unter den exotischen Pflanzen können zwar als Futterquelle für heimische Bienen dienen, werden aber, wenn überhaupt, meist von einer sehr beschränkten Zahl an Arten besucht. Einige sind beispielsweise in ihrer Heimat an die Bestäubung durch Vögel angepasst und erstrahlen in einer langwelligen Farbfrequenz, die von Insekten gar nicht wahrgenommen wird. Neben der Farbe ist auch die Blütenform zu bedenken: Unter den Exoten sind die weniger spezialisierten Pflanzen, etwa solche mit Scheibenblüten (z.B. Sonnenblumen), eher für heimische Tierarten wertvoll.

Die besten bienenfreundlichen Pflanzen für Ihren Garten haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Natur im Garten für Bienen und Co.

Viel ist schon erreicht, wenn ein bisschen Wildnis den Garten erobern darf. Die Nachbarn werden es schon aushalten, wenn Sie ein paar Unkräuter ausblühen lassen. Schlampert (wie man in Österreich sagen würde) ist schön: Speziell die Wildbienen sind auf das Vorhandensein von Baumaterialien und Nistplätzen angewiesen, wie sie in einem naturnahen Garten vorkommen: Halme, Lehm, Sand, Astwerk und warme offene Stellen des Bodens bieten den perfekten Grundstock. Vielfalt ist das Zauberwort. Insektenhotels können auf kleinem Raum für insektenfreundliche Strukturen sorgen. Stellen Sie noch eine Bienentränke zur Verfügung und fertig ist der Bienengarten. Tipp: Wenn Sie genügend Platz zur Verfügung haben, freut sich sicher der örtliche Imkerverein über einen Standplatz für ein oder zwei Völker in Ihrem Garten.

Eine ausführliche Anleitung für ein Bienenparadies im eigenen Garten finden Sie hier.

Hobbyimker werden

Wenn Sie nun auf den Geschmack gekommen sind und sich selbst an die Imkerei heranwagen wollen, informieren wir Sie nachstehend über die wichtigsten Voraussetzungen dafür und die Praxis der Bienenhaltung.

Imker fährt mit dem Finger über Honigwaben

Auch ohne lange Ausbildung können Bienen gehalten werden [Foto: grafvision/ Shutterstock.com]

Voraussetzungen des Imkerns

Am Anfang gilt es, sich über die Voraussetzungen des Imkerns klar zu werden: Wissen Sie, wie mühselig die Imkerei in Zeiten des großen Insektensterbens ist? Wollen Sie einen guten Honigertrag oder reicht Ihnen eine Guckimkerei? Gibt es Allergien gegen Bienengift in Ihrer Familie? Haben Sie genug Zeit und sind Sie gewillt, eine beträchtliche Summe in die Anschaffung zu investieren? Unterstützt Ihre Familie Sie dabei? Sind Sie körperlich in der Lage, die schweren Lasten zu heben? Als nächstes sollten Sie klären, wo die Bienen stehen können. Gibt es dort genügend Futterpflanzen? Gibt es einen Lagerraum und einen gesonderten Schleuderraum, der die Hygienebestimmungen erfüllt? Das sind Fragen, über die Sie sich auf jeden Fall zu Beginn Gedanken machen sollten.

Fachkundige Unterstützung

Sie müssen nicht gleich eine ganze Ausbildung machen, aber ganz ohne Hilfe wird es auch nicht gehen. Besuchen Sie einen Imkerverein in der Nähe, der Sie vielleicht zu Beginn unterstützt. Denn es macht einen großen Unterschied, ob Sie einen erfahrenen Imker an der Seite haben. So zahlen Sie weniger Lehrgeld und können schwere Anfängerfehler vermeiden, die Ihnen die Freude am Imkern schnell nehmen würden. Informieren Sie sich über Kurse, die durch das ganze Bienenjahr führen, Basiswissen vermitteln und die Bienen direkt am Stand zeigen. Im Verein wird Ihnen auch bei der Entscheidung für eine Betriebsweise und für eine Behandlungsweise gegen die Varroamilbe geholfen. Auch der richtige Zeitpunkt für alle Vorbereitungen im Bienenjahr ist am Anfang nicht leicht zu durchschauen. Gut organisierte Vereine machen gemeinsame Materialbestellungen und erleichtern damit auch diese Hürde. Nicht zuletzt finden Sie im Verein vielleicht andere Jungimker und Jungimkerinnen, mit denen Sie sich zusammenschließen können. Gemeinsam macht es doch einfach mehr Spaß.

Wie Sie zum erfolgreichen Hobbyimker werden können, haben wir ausführlich in einem Spezial-Artikel behandelt, den Sie hier finden können.

Christina

Ich bin begeisterte Hobbygärtnerin und Landschaftsplanerin. Der Garten fasziniert mich als Kunstnatur mit seinen Formen und Möglichkeiten im Spannungsfeld zwischen Zivilisation und Wildnis. Mein eigener kleiner Garten ist mein naturnahes Experimentierfeld, meine Freude und mein Ort zur Erholung. Als gelernte Imkerin gehört meine besondere Liebe den Insekten. Deren Beobachtung und das morgendliche Himbeerpflücken mit meiner Tochter zählen für mich zu den schönsten Tätigkeiten im Garten.

Lieblingsobst: Apfel, Marille
Lieblingsgemüse: Gurke, Sellerie, Pastinake

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