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Thymian: Das mediterrane Heil- und Küchenkraut

Thymian begeistert die Menschen schon seit Tausenden von Jahren. Wir geben Ratschläge zum Anbau des Sonnenanbeters im eigenen Garten.

frischer Thymian in Glasschale in der Küche verweden

Frischer Thymian gehört zu den beliebtesten Kräutern [Foto: Rob BertholfCC BY 2.0]

Der echte Thymian (Thymus vulgaris) hat 213 weitere Verwandte, die ebenfalls Mitglied der Gattung der Thymiane (Thymus) sind. Sie gehören zu den Lippenblütengewächsen (Lamiaceae), zu denen zum Beispiel auch die Berühmtheiten Salbei und Lavendel aus unseren heimischen Garten zu zählen sind. Thymus ist vom Griechischen „thymos“, was Kraft und Mut bedeutet, abzuleiten. So erscheint es auch plausibel, dass bereits in der Antike Legionäre vor ihren Kämpfen ein Thymianbad genossen haben. Ob das Kraut wirklich zusätzliche Kräfte akquirieren konnte, die in umkämpften Schlachten zum Sieg verholfen haben, ist sicherlich strittig. Den Titel als Arzneipflanze des Jahres 2006 hat der echte Thymian aber trotzdem sicher! Seine Inhaltsstoffe verhelfen ihm dazu, bei einigen Beschwerden hilfreich für uns Menschen zu sein. Somit sollte das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum Westeuropas stammende Kraut nicht nur auf Grund seiner würzenden Fähigkeiten seinen berechtigten Weg in unsere Gärten finden. Damit er dort aber üppig gedeihen kann, sind beim Anbau des Thymians manche Dinge zu beachten.

Anbau des echten Thymians

Standort

Soll der zierliche Thymian in ein Beet gepflanzt werden, so muss der Standort mit großer Sorgfalt gewählt werden – was den Untergrund betrifft, so ist er nämlich sehr wählerisch und wenig kompromissbereit. Der mediterrane Lippenblütler legt Wert auf einen trockenen und durchlässigen Boden, gerne auch sehr steinig und kalkhaltig. Kalkhaltige Böden weisen jedoch schnell einen hohen pH-Wert auf, was beim Thymian zu Eisenmangel-Symptomen führen kann. Diese sind an Vergilbungen der jüngeren Blätter zu erkennen, wobei die Blattnervatur auffällig grün bleibt.

Auf einem schweren, lehmigen Boden, der schnell zu vernässen droht, wird er nicht sonderlich bis gar nicht wachsen. Seine südländischen Wurzeln spiegeln sich auch in seinem Wärmebedürfnis wider: Der Thymian mag einen Platz in der vollen Sonne, da macht ihm auch die größte Hitze im Sommer nichts. Für die kalte Jahreszeit ist ein geschützter Ort zum Beispiel nahe einer Hauswand optimal.

Vermehrung

Echter Thymian kann durch Aussaat oder über Stecklinge vermehrt werden. Bei der Stecklingsvermehrung werden im Frühjahr junge Triebe entnommen und in Substrat herangezogen. Wichtig ist es, eine Atmosphäre mit hoher Luftfeuchtigkeit zu schaffen. Umso trockener die Luft, desto mehr Wasser müsste der Steckling aufnehmen. Das kann er zu Beginn aufgrund der fehlenden Wurzeln aber noch nicht. Die hohe Luftfeuchtigkeit sollte aber nur so lange aufrecht gehalten werden, bis sich ausreichend erste Wurzeln gebildet haben. Sie begünstigt nämlich die Bildung von pilzlichen Schaderregern am Steckling.

Soll der Thymian über Aussaat vermehrt werden, so ist es ratsam, dies an einem geschützten Ort im Haus vorzunehmen. Der Samen des Thymians ist sehr fein und kann leicht vom Wind in sämtliche Himmelsrichtungen weggetragen werden. Außerdem zählt Thymian zu den Lichtkeimern, sodass das Saatgut keinesfalls mit einer schützenden Substratschicht bedeckt werden sollte. Auch damit man die Keimlinge ab Mitte Mai bereits mit einem Wachstumsvorsprung als Jungpflanzen auspflanzen kann, bietet sich eine Aussaat ab März im Haus an einem hellen Ort an. Bei einer Temperatur von 15°C keimen Thymiansamen ungefähr innerhalb von 15 Tagen.
Mehr zu diesem Thema finden Sie hier: Thymian: anbauen, ernten und lagern.

Gießen und düngen

Echter Thymian ist definitiv eine Pflanze für Gießfaule. Selbst Trockenheit über einen etwas längeren Zeitraum ist für ihn nicht lebensbedrohlich, das Wachstum wird dann allerdings zwischenzeitlich eingestellt. Die Düngung sollte sehr verhalten ausfallen. Allgemein gilt wenig und für Stickstoff noch weniger. Bei einer zu extensiven Düngung schießt Thymian schnell durch. Vor allem sollte darauf geachtet werden, dass ab August nicht mehr gedüngt wird. Das junge Gewebe hat nämlich sonst nicht mehr genügend Zeit, um auszureifen und Frostresistenz zu entwickeln. Da das hitzetolerante Kraut sowieso nicht gänzlich frosthart ist, sollte eine Abdeckung des immergrünen Halbstrauches zum Winter vorgenommen werden.
Eine Kultur im Topf ist natürlich ebenso möglich. Aufgrund der Vorliebe für durchlässige Böden sollte für Thymian jedoch ein Substrat mit hohem Sandanteil (circa 30 %) gewählt werden.

Pflege

Da es sich bei Thymian um einen Halbstrauch handelt, ist es ratsam, die 10 bis 40 cm kleine Pflanze vor dem Austrieb im zeitigen Frühjahr bis in den verholzten Teil zurückzuschneiden. Ist die Pflanze zu alt und verholzt, geht das meist zu Lasten der Aromaintensität. Dann sollte lieber eine neue Pflanze angeschafft werden – vielleicht sogar über Stecklingsvermehrung aus der alten. Doch Vorsicht: Thymian ist selbstunverträglich, weshalb beim Anbau im Beet an der gleichen Stelle zunächst nicht erneut ein Thymian gepflanzt werden sollte. Vier bis fünf Jahre Ruhezeit wird empfohlen bevor an dieser Stelle wieder ein Lippenblütengewächs gepflanzt wird.
Mehr zur Pflege finden Sie in unserem Artikel: Thymian pflegen: Gießen, düngen und scheiden.

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Thymian: Sorten und Arten

Der echte Thymian (Thymus vulgaris) ist eine Art in der Gattung der Thymiane (Thymus). Insgesamt gehören dieser 214 Arten an. Alle dieser kleinwüchsigen Halbsträucher bevorzugen trockene und durchlässige Böden. Neben dem echten Thymian gibt es noch weitere Arten, die ebenfalls als Arzneipflanze bekannt sind:

  • Kopfiger Thymian (Thymus capitata): Erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm. Auffällig sind die in Büscheln gedrungenen Blätter und Blüten am Ende der Triebe.
  • Sand-Thymian (Thymus serpyllum): bodendeckender Wuchs und in der Höhe nicht größer als 10 cm werdend. Beliebt als Zierpflanze in Steingärten.
  • Zitronen-Thymian (Thymus x citiriodorus): Weist eine stärker ausgeprägte Winterhärte auf. Aufgrund grün-gelber Blattkombinationen mit hohem Zierwert. Charakteristischer Zitronenduft.
  • Korsischer Thymian (Thymus herba-barona): Besticht durch seine nach Kümmel schmeckenden Blätter.

Die Vielfalt wird außerdem durch exotische Kreuzungen bereichert. So ist zum Beispiel Ingwerthymian, der mit einem charakteristischen Ingwer-Geschmack auftrumpft, erhältlich. Der Rosenduftthymian lässt hingegen sanften Rosengeruch von sich.

Die populärste Art – der echte Thymian (Thymus vulgaris) – ist ebenso mit verschiedenen Sorten am Markt vertreten. Diese unterscheiden sich zumeist im Gehalt der einzelnen Komponenten des Thymianöls in der Pflanze oder weisen besondere Wuchseigenschaften auf.
Einen ausführliche Sortenübersicht haben wir hier für Sie zusammengestellt: Thymian: Sorten und Arten.

  • Varico 3: Diese Sorte schmückt sich mit einem hohen Gehalt am desinfizierenden Thymol im enthaltenen Thymianöl.
  • Compactus: Sorte, die durch einen noch kompakteren Wuchs vor allem gut für die Kultur im Topf geeignet ist.
  • Deutscher Winter: Großblättrig und intensiv im Aroma.
  • Argentus: Auch Silberthymian genannt; fällt durch seine grün-weiß gemusterten Blätter auf.

Thymian ernten und lagern

Junge Triebe können laufend vom Thymian geerntet werden. Vornehmlich sollte geerntet werden bis die Blüte (Juni bis Oktober) einsetzt. Die Blüte kostet dem Kraut Kraft und endet grundsätzlich in einem Aromaverlust. Bei einer Ernte am Vormittag ist die Konzentration der aromatischen Öle am höchsten. Mit zunehmendem Wasserbedarf der Pflanze bei steigender Tagestemperatur verdünnen und verflüchtigen sich die Inhaltsstoffe zunehmend.

Die Haltbarkeit von Thymian kann auf unterschiedliche Art und Weise verlängert werden. Die wohl bekannteste Methode ist die Trocknung. Dazu werden 10 bis 15 cm lange Triebe abgeschnitten, gebündelt und kopfüber aufgehängt. Zum Trocknen sollte ein trockener aber auch dunkler Raum gewählt werden. Es ist sinnvoll, die Thymiansträuße während des Trocknungsprozesses vor Licht zu schützen, da so ein höherer Gehalt der ätherischen Öle aufrecht gehalten werden kann. Ebenso ist es möglich, die kleinen Thymianblätter zu zupfen und nach anschließendem Waschen einzufrieren. Eine weitere Konservierungsmethode ist das Einlegen der Triebe in Öl oder Essig. Dabei spielt es keine Rolle, ob bereits getrocknete oder frische Triebe verwendet werden.

Thymian: Inhaltsstoffe und Verwendung

Der echte Thymian enthält eine Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe. Je nach Sorte und dem Einfluss äußerer Faktoren kann deren Zusammensetzung variieren. Berühmtester Bestandteil des ätherischen Thymianöl ist wohl das Thymol. Thymol ist auch unter anderem in vielen Mundspülungen als desinfizierend wirkende Substanz enthalten. Neben der vermeidlichen antibakteriellen und antiviralen Wirkung ist Thymianöl vor allem für die ausgeprägte Fähigkeit des Schleimlösens bekannt. Als Tee eingenommen oder inhaliert ist es bei Atemwegsentzündungen, Keuchhusten oder sogar einer Bronchitis nachweislich wirksam. Wird das Öl jedoch in einer zu hohen Konzentration angewendet, so kann es zu unangenehmen und unerwünschten Reizungen der Schleimhäute kommen.

Neben der ausgeprägten Heilwirkung ist der echte Thymian seiner mediterranen Würze beliebt. Zu jeglichen Fleischgerichten sowie Meeresfrüchten passt das Aroma des Thymians hervorragend. Aber auch mediterranes Gemüse und Kartoffelgerichte lassen sich mit dem Heil- und Gewürzkraut im Geschmack abrunden. Zudem regt es die Verdauung nach einer üppigen Mahlzeit an – ein voller Gewinn also.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: Thymian: Verwendung als Heil- und Gewürzkraut.

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