Rosmarin aufbewahren, trocknen & einfrieren

Franziska
Franziska
Franziska
Franziska

Ich studiere ökologische Landwirtschaft an der Uni Hohenheim und bin sehr pflanzen- und naturverbunden. Zuhause bewirtschaften wir einen kleinen Biobetrieb mit einigen Tieren, verschiedenen Ackerfrüchten und etwas Wald. Die Gewinnung von gesunden Lebensmitteln im Einklang mit der Natur begeistert mich jedes Mal wieder aufs Neue.

Lieblingsobst: Apfel, Birne und Zwetschge
Lieblingsgemüse: Kartoffel, Kürbis und Spinat

Nach der letzten Rosmarinernte im Spätsommer stellt sich die Frage, wie man die Zweige am besten haltbar macht und lagert. Schließlich möchten wir auch noch im Winter den mediterranen Rosmaringeschmack genießen.

Rosmarin-Anbau
Rosmarinzweige lassen sich einfach haltbar machen und lagern

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) wird sehr gerne als Gewürz verwendet. Nach einer reichen Ernte kann natürlich nicht alles frisch verarbeitet werden. Wie Sie den geernteten Rosmarin am besten haltbar machen und lagern, erfahren Sie hier.

Rosmarin aufbewahren und lagern

Frisch geerntete Rosmarinzweige lassen sich ungefähr 7 bis 14 Tage lagern. Hierzu wäscht man den Rosmarin und tupft oder reibt die Zweige anschließend trocken. Das ist wichtig, denn nasser Rosmarin wird schnell schleimig und ist dann nicht mehr genießbar. Anschließend schlagen Sie die Kräuter in ein feuchtes Küchenpapier ein und legen sie in einen verschließbaren Gefrierbeutel. Diesen können Sie dann in das Gemüsefach Ihres Kühlschranks legen. Alternativ können die Rosmarinzweige, am besten gleich, nachdem sie frisch abgeschnitten sind, in ein Glas Wasser gestellt werden. Wie Sie Rosmarin richtig ernten und schneiden, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Rosmarin mit Blüten
Durch Trocknen oder Einfrieren hält sich Rosmarin sehr lange [Foto: janaph/ Shutterstock.com]

Rosmarin haltbarmachen

Um Rosmarin für längere Zeit haltbar zu machen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sehr gut geeignet ist zum Beispiel das Einfrieren oder Trocknen von Rosmarin. So können Sie auch in der kalten Jahreszeit noch von Ihrem frischen Kräutervorrat zehren.

Rosmarin trocknen

Ganz klassisch wird Rosmarin wie viele andere mediterrane Kräuter durch Trocknung länger haltbar gemacht. Im Folgenden finden Sie eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Trocknen von Rosmarin.

  • Die Rosmarinzweige vor dem Trocknen vorsichtig abschütteln um Staub und Dreck zu entfernen.
  • Entfernen Sie die Blätter am unteren Teil des Stiels und fassen Sie mehrere Rosmarinzweige zu kleinen, luftigen Bündeln zusammen. Diese werden dann mit einer Schnur zusammengebunden.
  • Hängen Sie die Rosmarinsträußchen an einem trockenen, sauberen und dunklen Ort auf. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, dadurch geht eine Menge von dem mediterranen Aroma verloren.
  • Der Rosmarin sollte regelmäßig kontrolliert werden. Wenn die Blätter in den Fingern zerfallen, ist er komplett getrocknet. Dies dauert meist ein paar Wochen, kann aber auch Monate in Anspruch nehmen.
  • Schließlich können Sie die Blätter von den Stielen trennen und die Blätter in einem luftdichten, beschrifteten Gefäß aufheben.
  • So ist Rosmarin für ein Jahr oder länger haltbar.
  • Falls Sie nicht so viel Zeit haben, können Sie den Rosmarin im Backofen trocknen. Stellen Sie eine Temperatur von maximal 30 °C ein und öffnen Sie während des Trocknens ab und zu den Backofen, um die Feuchtigkeit herauszulassen.
Rosmarin und andere Kräuter trocknen
Neben weiteren Kräutern trocknet Rosmarin langsam und schonend an der Luft [Foto: tchara/ Shutterstock.com]

Rosmarin einfrieren

Im Folgenden finden Sie eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einfrieren von Rosmarin.

  • Waschen Sie die Rosmarinzweige gründlich und trocknen Sie sie gut ab.
  • Lassen Sie die Blätter am Stiel und verteilen Sie die Zweige auf einem Backblech so, dass sich die einzelnen Triebe nicht berühren.
  • Stellen Sie das Backblech für ein paar Stunden ins Gefrierfach, um die Zweige anzufrieren. Das verhindert ein Zusammenfrieren der Stiele und macht es später einfacher, nur einzelne Zweige zu entnehmen.
  • Ist der Rosmarin gut angefroren, werden die Zweige in einen beschrifteten Gefrierbeutel umgefüllt und platzsparend im Gefrierschrank gelagert.
  • Der Rosmarin kann so für ein Jahr oder länger haltbar gemacht werden. Zum Kochen muss der Rosmarin nicht extra auftauen, er darf im gefrorenen Zustand verwendet werden.

Tipp: Eine weitere Möglichkeit ist das Einlegen in Olivenöl. Die von den Zweigen abgestreiften und klein gehackten Rosmarinnadeln werden mit Hilfe eines Trichters in eine Flasche gegeben und dann mit gutem Olivenöl aufgefüllt. Auch zu Rosmarin-Sirup kann die mediterrane Pflanze verarbeitet werden und verleiht Tee oder Erfrischungsgetränken eine besondere Note.

Getrockneter Rosmarin
Getrockneter oder eingefrorener Rosmarin ist bis zu einem Jahr und länger haltbar [Foto: 5PH/ Shutterstock.com]

Verwendung und Heilwirkung von Rosmarin

Rosmarin ist ein idealer Begleiter der mediterranen Küche und eignet sich hervorragend als Kraut zum Grillen. Er passt sehr gut zu Fleisch- und Fischgerichten sowie in Salate und Suppen. Mit seinem leicht bitteren und etwas harzigen Geschmack schmeckt Rosmarin zu deftigen Gerichten und Kartoffeln. In Kombination mit anderen Kräutern verleiht er vielen Gerichten ein frisches, mediterranes Aroma. Wie Sie das beliebte Küchenkraut Rosmarin richtig pflanzen, erfahren Sie hier.

Nicht nur als Gewürz, sondern auch wegen seiner Heilwirkung wird Rosmarin schon lange hochgeschätzt. Zu den Inhaltsstoffen des Rosmarins zählen ätherische Öle wie Borneol, Pinen und Cineol, außerdem Phenolverbindungen wie Rosmarinsäure und Carnosolsäure sowie einige Flavonoide. Anwendung findet Rosmarin bei Verdauungsbeschwerden sowie Entzündungen, sogar bei psychischen Störungen und Unruhe. Meistens kommt Rosmarin in Form von Dampfbädern, Salben und Tinkturen zum Einsatz.

Rosmarinöl
Rosmarinöl wird gerne als Tinktur oder Badezutsatz verwendet [Foto: Halil ibrahim mescioglu/ Shutterstock.com]

Kann Rosmarin giftig sein?

Wird Rosmarin in sehr großen Mengen verzehrt, wirkt er giftig. Eine normale Dosierung als Gewürz ist jedoch bedenkenlos. Aufpassen Sollten Sie eher bei langen, heißen Rosmarinbädern. Nach einer Weile können sie Kreislaufprobleme verursachen, anstatt den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Sind Rosmarinblüten essbar?

Ja, Rosmarinblüten sind essbar. Die hübschen Blüten eignen sich deshalb besonders, um Gerichte liebevoll zu dekorieren. Sie werden auch gern Badesalzen beigemischt. Während der Blüte ist der Gehalt an ätherischen Ölen in der Pflanze am höchsten, weshalb zu diesem Zeitpunkt der Rosmaringeschmack am intensivsten ist.

Ist Rosmarin für Katzen und Hunde giftig?

Nein, Rosmarin ist für Katzen und Hund nicht giftig. Ganz im Gegenteil: Geringe Mengen Rosmarin wirken entzündungshemmend und regen die Verdauung an. Wenn Ihre Haustiere also an einem Rosmarinzweig knabbern, kann das durchaus das Wohlbefinden von Hund und Katze steigern.

Blühender Rosmarin
Die hübschen Rosmarinblüten sind sogar essbar [Foto: LifeCollectionPhotography/ Shutterstock.com]

Voraussetzung für eine reiche Ernte ist natürlich eine gut gepflegte, gesunde Rosmarinpflanze. Alles, was Sie rund um das Thema Rosmarin pflegen wissen sollten, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Jetzt zur Garten-Post anmelden