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Erbsen pflanzen und erfolgreich selbst anbauen

Erbsen sind ein Klassiker unter den Gemüsen, die auch im eigenen Garten angebaut werden können. Doch Erbsen fordern einiges an Pflege und Zuwendung.

Erbse im Garten anbauen
Erbsen sind ein Klassiker unter den Gemüsen, die auch im eigenen Garten angebaut werden können

In Deutschland wird das klassische Gemüse meist aus fernen Ländern importiert – dabei ist der Anbau der proteinreichen Erbse auch problemlos hierzulande möglich und der Geschmack frisch natürlich am besten. Die Erbse (Pisum sativum) gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und stammt ursprünglich aus Kleinasien, wo sie schon vor mehreren tausend Jahren angebaut wurde. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die beliebte Erbsenpflanze im eigenen Garten mit Erfolg anbauen können.

Erbsen anbauen: Der geeignete Standort

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Erbsenpflanzen weniger Ansprüche an den Standort stellen als viele andere Gemüsesorten. Die Pflanze wächst gut an einem sonnigen Standort. Doch auch ein halbschattiger Platz stellt keinerlei Problem dar. Bei der Standortauswahl sollten Sie sich trotzdem den Boden genauer anschauen. Für eine optimale Durchwurzelung sollte dieser nicht zu schwer, dafür aber humos und tiefgründig sein.

Erbsenpflanzen bevorzugen zudem Erde mit einem hohen Kalk- und Kaligehalt – wählen Sie daher keinen zu sauren Boden. Einen Punkt, den Sie unbedingt beachten sollten, ist die Fruchtfolge beim Erbsenanbau. Das Gemüse ist mit sich selbst unverträglich, weshalb Sie eine Anbaupause von 6 Jahren beachten sollten. Dasselbe gilt für andere Hülsenfrüchtler wie Bohnen oder Klee.

Diese Punkte sollten Sie bei der richtigen Standortwahl für Erbsen beachten:

  • Halbschattiger bis sonniger Platz
  • Humoser und tiefgründiger Boden
  • Gute Versorgung mit Kalk- und Kali
  • Anbaupause von 6 Jahren nach dem letzten Erbsenanbau

Erbsen aussäen und selbst vermehren

Das Aussäen von Erbsen in all ihren Variationen (Markerbsen, Palerbsen, Zuckererbsen, Ackererbsen) erfolgt in der Regel direkt ins Freiland und erfordert wenig Aufwand. Setzen Sie ab Ende März die Erbsen zur Saat etwa 5 cm tief in die Erde ein. Halten Sie dazu einen Abstand von 5 – 10 cm zwischen den Pflanzen und einen Reihenabstand von 40 cm ein. Bei Markerbsen sollten Sie die Aussaat erst ab April vornehmen, wenn die Temperaturen etwas höher liegen.

Erbsen auspflanzen:  Der Weg ins Freie

In kühleren Gegenden können Sie die Erbsen ebenfalls auf der Fensterbank vorziehen. Säen Sie die Erbsen ab März circa 5 cm tief in Anzuchttöpfe und pflanzen die Jungpflanzen im April ins Freiland aus.

Erbsen richtig pflegen

Sobald die Temperaturen im Frühling ansteigen, wachsen Erbsenpflanzen so schnell, dass man kaum hinterherkommt und bilden viele Blüten, aus denen später die wohlschmeckenden Hülsenfrüchte wachsen. Trotz des vermeintlich leichten Erbsenanbaus sollten Sie einige Hinweise zur Pflege berücksichtigen.

Erbsen gießen

Erbsenpflanzen haben grundsätzlich keinen hohen Wasserbedarf. Es gilt daher: Lieber weniger als zu viel gießen. Wenn Sie die Pflanze überwässern, kann sie auf Dauer eingehen. Bei langanhaltender Hitze im Sommer sollten Sie trotzdem auf eine regelmäßige Wassergabe achten.

Erbsen düngen

Die beliebte Erbse gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die neben ihrem Nutzen als Gemüse den Boden zudem mit Stickstoff anreichern (Leguminosen). Dies sorgt dafür, dass der Einsatz von zusätzlichem Dünger bei Erbsen nicht notwendig ist. Wichtiger als die Versorgung mit weiteren Nährstoffen ist eine lockere Bodenstruktur, die Sie durch ein regelmäßiges Hacken des Bodens erreichen. Dazu kommt, dass das Hacken auch unbeliebtes Unkraut aus dem Beet entfernt.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Bio-Erde Lecker: Torffreie Bio-Spezialerde, geeignet für Tomaten, Zucchini, Auberginen und anderes Fruchtgemüse. Reiche und gesunde Ernte dank der veganen Dünger Flora-Veggie-Power.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Erbsen eine Rankhilfe bieten

Wie bei den meisten Hülsenfrüchtlern bietet es sich auch bei der Erbse an, eine Rankhilfe in Form von Ästen aufzustellen. Die meisten Erbsensorten wachsen maximal 80 cm hoch, daher genügen Reisig- oder Haselzweige zur Stabilisation. Stecken Sie die Zweige in die Stelle zwischen den Pflanzen, sobald diese eine Höhe von wenigen Zentimetern erreicht haben.

Bei der Pflege von Erbsenpflanzen sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Eher weniger als zu viel gießen
  • Keine Düngung notwendig aufgrund der eigenen Stickstofffixierung
  • Eine Rankhilfe aus Zweigen dient als Stütze

Erbsensorten und Variationen

Die Erbse hat eine große Vielzahl verschiedener Variationen und Sorten für den Anbau im eigenen Garten zu bieten. Wir haben für Sie eine kleine Auswahl ausgesucht:

Ackererbsen (Pisum sativum L. convar. speciosum (Dierb.) Alef.)

Ackererbsen werden auch als Futtererbse oder Felderbse bezeichnet. Der hohe Proteingehalt (20-25% der Trockenmasse) ist gut geeignet zur Tierfütterung:

  • Alvesta: neue Sorte mit hohem Kornertrag und reichlich Protein.
  • Respect: hervorragende Sorte mit gutem Wachstum; hoher Ertrag mit viel Protein.

Markerbsen (Pisum sativum L. convar. medullare Alef.)

Markerbsen werden in der Regel aufgrund des guten Geschmacks von der Industrie verarbeitet. Für dem eigenen Garten empfehlen wir:

  • Vitara: gut geeignete Sorte für den Anbau im eigenen Garten; lange Erntezeit, guter Ertrag und sehr resistent gegen Fusarium und Echten Mehltau.
  • Grandera: Erbsensorte Grandera wächst recht robust und leidet selten an Krankheiten; ertragreich und besonders schmackhaft.
  • Markana: robuste Sorte mit einem kompakten und standfesten Wachstum; benötigt keine Rankhilfe; geschmacklich gut.

Palerbsen (Pisum sativum L. convar. Sativum)

Palerbsen werden meistens nach der Ernte getrocknet und danach gekocht:

  • Allerfrühste Mai: extrem frühe Schalerbse mit gutem Aroma und gutem Ertrag.
  • Kleine Rheinländerin: traditionelle und robuste Sorte mit mittlerer bis früher Reife; tiefgrüne Hülsen mit recht üppigen Körnern.
  • Frühe Harzerin: zeitige und bewährte Sorte mit robustem Wachstum.

Zuckererbsen (Pisum sativum L. convar. axiphium Alef.)

Zuckererbsen haben keine Pergamentschicht in der Hülse, dadurch werden sie auch als Kaiserschoten bezeichneten und sind besonders zart und köstlich:

  • Ambrosia: bekannte deutsche Sorte mit fleischigen Hülsen; sehr gutes Aroma und hoher Ertrag.
  • Halbhoch Normand: frühreife Sorte mit hellgrünen Schoten.
  • Norli: eine neue Sorte; wächst sehr kompakt; ideal für den Balkon oder die Terrasse; guter Ertrag und gutes Aroma.
  • Vroege Hendriks: frühe Sorte; perfekt für den Anbau in deutschen Gärten.

Mehr Sortenvielfalt finden Sie hier.

Erbsen richtig ernten

Schon früh im Jahr sind Erbsen bereit für die Ernte. Dabei hängt der Erntezeitpunkt von der Sorte ab und unterscheidet sich um mehrere Wochen. Während Palerbsen bereits ab Mai geerntet werden können, fängt die Ernte bei Mark- und Zuckererbsen ab Juni an. Kontrollieren Sie die Bestände regelmäßig auf reife Exemplare. Sie erkennen die reifen Hülsenfrüchte an:

  • Fühlbaren Erbsen in den Hülsen
  • Reife Zuckererbsen bei einer Hülsenlänge von über 5 cm

Zeichnen sich die Erbsen ab, sollten Sie nicht länger warten und sofort abernten. Es kann ansonsten passieren, dass die Erbsen überreif werden und statt süß eher mehlig schmecken.

Erbsen verwenden, einfrieren und lagern

Wenn Sie nach und nach die frischen Erbsen ernten, sollten Sie diese am besten frisch zubereiten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das proteinreiche Gemüse verwenden können und wie man es am besten lagert, falls man doch mit dem frischen Verzehr nicht nachkommt.

Erbsen mit Schoten verwenden

Zuckererbsen oder auch gerne Zuckerschoten genannt, können als einzige Sorte mit Schote gegessen werden. Tatsächlich handelt es sich bei der Erbse botanisch nicht wie häufig gedacht um eine richtige Schote, sondern um eine Hülsenfrucht. Wir empfehlen, diese nicht zu lange ausreifen zu lassen, da sie sonst faserig werden können. Für die Zubereitung ist das Blanchieren in Wasser oder Anbraten in der Pfanne ideal.

Erbsen aus den Schoten pulen

Bei Mark- und Palerbsen ist es im Gegensatz zu Zuckererbsen nicht üblich, die Schoten mitzuessen. Vor der Zubereitung sollten Sie daher die Erbsen ausschoten: Das Entnehmen der Erbsen aus den Hülsen geht schnell und unkompliziert. Die Hülsen können Sie anschließend kompostieren.

Erbsen mit und ohne Schoten richtig lagern

Erbsen trocknen:

Eine klassische und zeitsparende Methode, um Erbsen länger haltbar zu machen, ist das Trocknen der Erbsen. Grundsätzlich werden nur Mark- und Palerbsen getrocknet, da die Hülsen nicht mitgegessen werden. Es gibt mehrere Vorgehensweisen zum Trocknen: Sie können die Hülsen nach der Ernte entweder geschlossen lagern, bis die Erbsen im Inneren trocknen.

Es empfiehlt sich aber eher, die Erbsen aus der Hülse zu entfernen und für einige Tage an der Luft trocknen zu lassen. Soll es ein wenig schneller gehen, können Sie die Erbsen auch bei schwacher Hitze (50°C) für einige Stunden in den Ofen stellen. Füllen Sie die trockenen Erbsen am Ende in ein Glas und verschließen Sie es gut.

Erbsen einfrieren:

Das Einfrieren eignet sich für alle Erbsensorten sehr gut, um das Gemüse über Monate frisch und grün zu lagern. Blanchieren Sie zunächst die Erbsen kurz in kochendem Wasser und schrecken diese danach ab. Anschließend können sie im Gefrierbeutel oder einem anderen Behälter eingefroren werden.

Erbsen einkochen:

Eine problemlose Methode zur Lagerung von Erbsen ist das Einkochen. Gehen Sie dafür wie folgt vor: Spülen und kochen Sie ein Einmachglas mitsamt Gummiabdichtung ordentlich ab, damit es nicht zu Verunreinigungen kommt. Füllen Sie die frischen Erbsen in das Glas, fügen Wasser hinzu und verschließen es ordentlich. Kochen Sie die Erbsen nun im Glas bei 100 °C für circa 2 Stunden ein. Dafür können Sie entweder einen Einkochtopf oder ein Wasserbad im Backofen verwenden. Ein entscheidender Nachteil am Einmachen im Gegensatz zum Einfrieren ist der Frischeverlust der Erbsen. Trotzdem eignet sich die Methode, um das Gemüse über mehrere Monate haltbar zu machen.

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