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Koriander anbauen: Von der Aussaat bis zur Ernte

Im eigenen Garten kann Koriander im Beet oder im Topf angebaut werden. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

Der Anbau im Topf oder Balkonkasten funktioniert einwandfrei [Foto: jrsnchzhrsCC BY-ND 2.0]

Als Heil- und Würzkraut wird der echte Koriander (Coriandrum sativum) schon seit vielen tausend Jahren angebaut. Im Grab von Tutanchamuns wurde das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Kraut als Grabbeigabe gefunden. Nicht nur der würzige Same des Korianders kann verwendet werden. Das bitterscharfe Blattwerk erfreut sich vor allem in Asien und Südamerika großer Beliebtheit. Doch auch hierzulande erhält das Laub immer mehr Einzug in die Kochkultur, sodass mittlerweile gezielt Sorten für die besondere Eignung als Blattkoriander gezüchtet werden. Doch manche verabscheuen den charakteristischen Geruch und Geschmack des Korianderlaubes stark. Das ist einerseits genetisch bedingt, andererseits kann man sich die sensible Nase gegen Koriander abgewöhnen. Auch der Geruch der unreifen Koriandersamen ist sehr streng und erinnert an den mancher Sekrete, die Wanzen als Verteidigung absondern. Deshalb ist der echte Koriander auch als Wanzenkraut bekannt. Das Aroma nach der Ernte lohnt jedoch allemal, dem facettenreichen Gewürz einen Platz im eigenen Garten zu schenken.

Koriander anbauen – Schritt für Schritt

  1. Standort: Sowohl im Topf als auch im Beet mag es der echte Koriander sonnig aber auch etwas schattig. Ein halbschattiger Platz im Garten empfiehlt sich somit für den Anbau des Doldenblütlers (Apiaceae). Der Boden sollte nicht zu schwer sein und eine gute Wasserdurchlässigkeit besitzen. Für den Anbau im Beet ist sandiger Lehm optimal, im Topf ist handelsübliche Blumenerde ausreichend. Tun Sie sich jedoch den Gefallen und sparen Sie nicht am Substrat. Die Pflanzen werden es danken und es in Form üppigeren Wachstums zurückgeben.
  2. Vermehrung: Der einjährige echte Koriander wird über Aussaat vermehrt. Ab Ende März kann direkt ins Freiland ausgesät werden. Um die optimale Keimtemperatur von 5 bis 25 °C gewährleisten zu können, kann das Saatbett mit einer Folie abgedeckt werden. Sobald sich die ersten Keimlinge zeigen, ist sie jedoch umgehend zu entfernen. Die Keimung erfolgt unabhängig vom Licht. Deshalb kann die Aussaat des echten Korianders auch mit einer samendicken Substratschicht bedeckt und so vor Austrocknung geschützt werden. Im kommerziellen Anbau ist die Aussaat in mehreren Sätzen üblich, um stets das Laub des Gewürzes ernten zu können.
  3. Gießen und Düngen: An sich ist der Koriander hinsichtlich Bewässerung und Düngung relativ anspruchslos. Staunässe ist absolut zu vermeiden. Im Jungpflanzenstadium darf jedoch auch kein Trockenstress herrschen. Sonst gerät der Koriander nach einem stressinduzierten kräftigen Längenwachstum des Sprosses in eine Notblüte. Folglich steht weniger Blattmasse zur Ernte zur Verfügung und das Zeitfenster der Ernte ist zudem verkürzt.
    Bei der Vorbereitung des Saatbettes sollte man am besten organisches Material wie Dung oder Kompost einarbeiten, um die Nährstoffversorgung des Korianders sicherzustellen. Wird das Gewürz im Topf angebaut, ist es ausreichend, alle vier Wochen mit einem Volldünger nach zu düngen.
  4. Pflege: Echter Koriander ist anfällig für den Echten Mehltau. Den Befall mit dem Pilz erkennt man an einem weißen Schimmelrasen auf der Blattoberfläche. Ohne chemische Pflanzenschutzmittel bleibt beim Befall nur die Vernichtung der Pflanzen. Das Laub sollte in jedem Fall nicht mehr geerntet werden. Die infizierten Pflanzen dürfen aber nicht auf dem Kompost entsorgt werden, da man so die Sporen des Pilzes weitertragen und verstreuen würde. Präventiv kann zwischen den Pflanzen etwas mehr Abstand gewählt werden. Förderlich ist es auch, nicht zu spät am Abend zu gießen, damit die Pflanzen nicht befeuchtet in die Nacht gehen.
  5. Ernten: 20 bis 28 Wochen nach Aussaat können die Blütenstände abgeschnitten werden. Wann der genaue Zeitpunkt gekommen ist, hängt von der Sorte sowie den Witterungsbedingungen ab. In jedem Fall sollten die vertrocknenden Blütenstände vor der Vollreife geschnitten werden, da sie sich sonst bereits lösen und die Erntemenge so reduzieren könnten. Das Laub kann bis zur Blüte geschnitten werden. Durch den regelmäßigen Schnitt kann die Blüte des Krautes etwas hinausgezögert werden.
    Blumenwiese Koriander im Garten anbauen

    Koriander hat nicht nur ein fabelhaftes Aroma, auch die Blüte wertet Ihr Beet optisch auf [Foto: Forest and Kim StarrCC BY 2.0]

  6. Lagern: Die Samen werden nach der Ernte etwa zwei Wochen getrocknet und sind so bis zu einem halben Jahr haltbar. Ebenso kann das würzige Blattwerk des Korianders haltbarkeitsverlängernd getrocknet werden. Frisch geerntet hält es sich in einem Glas Wasser bei Kühlschrankkälte immerhin einige Tage. Durch die Trocknung kann die Verwendbarkeit auf circa sechs Monate verlängert werden. Allerdings geht so auch Aromaintensität verloren. Besser kann man Koriander direkt nach der Ernte kleinhacken und einfrieren. So kann er quasi erntefrisch und je nach Bedarf kontinuierlich in der Küche verwendet werden.
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David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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