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Winterharte Bodendecker: Robuste, schöne & wüchsige Sorten

Bodendecker sollen meist möglichst schnell und dicht Flächen decken. Umso wichtiger ist, dass der wüchsige Bodendecker auch strengen Frösten trotzen kann.

Bergenie im Schnee

Auch winterharte Bodendecker, wie die Bergenie, wachsen dicht und breiten sich rasch aus [Foto: Olga_Kuzmina/ Shutterstock.com]

Welcher Gärtner kennt die Situation nicht? Das letzte Unkrautjäten ist erst eine Woche her und schon zeigen sich wieder grüne Spitzen von der lästigen Quecke (Elymus) oder der unnachgiebigen Ackerwinde (Convolvulus arvensis). Bevor der Rücken starke Schmerzen von weiteren Pflegedurchgängen erleidet, kann eine intelligente Bepflanzung, welche die Fläche dicht bedeckt, Abhilfe schaffen. Und hierbei ist „Bodendecker“ das Zauberwort. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel besonders winterharte Pflanzen mit einem bodendeckenden Wuchs vor, die auch nach strengen Wintern in Ihrem Beet noch dicht und effektiv vor unerwünschten Beetbewohnern schützen.

Winterharte Bodendecker: 5 besonders robuste Arten

In raueren Gegenden sollte man unbedingt auf winterharte Pflanzen zurückgreifen, die auch mit schwierigen Wetterbedingungen gut zurechtkommen. Bei der Bezeichnung „winterhart“ ist jedoch Vorsicht geboten. Die Einteilung erfolgt meist in Winterzonen, welche einen sehr großen Temperaturbereich von Z11 (über +4,4 °C) bis Z1 (unter -45 °C) abdecken. Zudem kann die Winterhärte je nach Region leicht variieren. In Deutschland sollten Sie für Ihren Garten Pflanzen mit einer Winterhärte von mindestens Z7 (etwa -15 °C) auswählen. Nachfolgend zeigen wir Ihnen eine Auswahl verschiedener besonders winterharter Pflanzengattungen und -arten, sodass Sie vielleicht neue, kreative Ideen für Ihre Beetflächen gewinnen können.

  • Kissen-Aster (Aster dumosus)
    Die Kissen-Aster stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist äußerst robust und nicht nur zur Blütezeit schön anzusehen. Ihren Namen verdankt die Kissen-Aster dem polsterartigen Wuchs. Sie bildet sehr schnell geschlossene Blütenteppiche und sollte daher auch regelmäßig zurückgeschnitten werden.
Kissen Aster

Die Kissen-Aster macht ihrem Namen alle Ehre und wächst in geschlossenen Teppichen [Foto: Kikkia Jackson/ Shutterstock.com]

  • Bergenie (Bergenia)
    Die immergrünen Bergenien begeistern das ganze Jahr über mit buntem Laub und sind zudem auch noch äußerst winterhart. Im Frühjahr blüht die Schmuckstaude je nach Sorte meist in wunderschönen Rosa- oder Rottönen. In der Regel sind Bergenien sehr pflegeleicht und müssen nicht einmal zurückgeschnitten werden.
  • Himalaya-Storchschnabel (Geranium himalayense)
    Pflanzen der Gattung Geranium werden sehr vielfältig im Garten eingesetzt. Der Himalaya-Storchschnabel wächst in seiner ursprünglichen Heimat auf alpinen Wiesen von bis zu 4.440 Höhenmetern und ist daher sehr robust. Bis zu -20 °C machen ihm im Winter nichts aus. Die leuchtend blauen Blüten zeigen sich von Mai bis Juni.
Himalaya Storchschnabel

Der Himalaya-Storchschnabel ist besonders robust [Foto: mizy/ Shutterstock.com]

  • Polster-Phlox (Phlox subulata)
    Die Sorte ‘Emerald Cushion Blue’ stellt eine Besonderheit unter den Phlox subulata-Arten dar. Sie ist in allen Teilen gröber als ihre Verwandten und bildet dichte Polster aus grobnadeligen Blättern, die sehr langlebig sind. Zudem sind auch die hellen, lavendelblauen Blüten von Mai bis Juni sehr schön anzusehen.
  • Teppich-Sedum (Sedum spurium)
    Diese Staude eignet sich sehr gut als kleinflächiger, wintergrüner Bodendecker. Zur Blüte gelangt das Teppich-Sedum leider nur selten. Ursprünglich stammt diese Pflanze aus rauen Gebieten im Kaukasus und Vorderen Orient, daher verträgt es auch kühlere und feuchtere Bedingungen als die meisten anderen Sedum-Arten.
Teppich Sedum

Das wintergrüne Teppich-Sedum zeigt seine Blüten leider nur selten [Foto: CarlosR/ Shutterstock.com]

Winterharte Bodendecker: 5 besonders schöne Arten

Neben ihrer bloßen Funktion der Bodendeckung können diese Pflanzen natürlich auch ästhetisch Ihren Garten verzaubern. Die Auswahl der Duftnoten, Blattstellungen, Blütenformen und -farben ist dabei nahezu unermesslich. Die schönsten winterharten Bodendecker stellen wir Ihnen nun vor:

  • Blauer Bubikopf (Pratia pedunculata)
    Dieser rasch wachsende Bodendecker stammt aus Neuseeland. Er zeichnet sich durch seine lange Blütezeit von Mai bis Oktober aus. Die kleinen porzellanblauen Blüten bilden dabei dichte Matten. Bei uns ist die kriechende Polsterpflanze in der Regel winterhart, sollte aber unter Umständen zum Schutz vor der Wintersonne abgedeckt werden.
Blauer Bubikopf

Die Blüten des Blauen Bubikopfs zeigen sich von Mai bis Oktober [Foto: knelson20/ Shutterstock.com]

  • Scheinwaldmeister (Phuopsis stylosa)
    Der Scheinwaldmeister blüht sehr schön in verschiedenen Rosa- und Rottönen. Die robuste Staude ist zudem sehr wüchsig und bildet regelrechte Matten, wenn es ihr an ihrem Standort gefällt. Die Blütezeit ist von Juni bis August. In dieser verströmen die Blüten und Blätter zudem noch einen wunderbar herben Duft.
  • Silberimmortelle (Anaphalis triplinervis)
    Diese attraktive Staude mit den kleinen weißen Blütenköpfen wird auch gerne als Perlkörbchen bezeichnet. Ihre Blüten zeigt die Silberimmortelle erst ab August, dafür dann aber bis in den Oktober hinein. Durch ihren horstartigen Wuchs ist sie auch sehr gut als Einfassungs- oder Schnittstaude geeignet.
Silberimmortelle

Die Silberimmortelle ist sehr gut als Einfassungs- oder Schnittstaude geeignet [Foto: mizy/ Shutterstock.com]

  • Gefüllte Taglilie (Hemerocallis fulva)
    Eine der schönsten Stauden ist wohl die Taglilie. Sie ist sehr pflegeleicht und kann über die Jahre einen imposanten Horst bilden. Man findet mittlerweile Züchtungen von Taglilien in vielen verschiedenen Farben. In Ostasien wird sie nicht nur als Zierform kultiviert, sondern findet auch Verwendung als Heilpflanze und in der Küche.
  • Teppich-Japan-Segge (Carex morrowii foliosissima)
    Die Teppich-Japan-Segge braucht keine prächtigen Blüten, um schön auszusehen. Das Sauergrasgewächs (Cyperaceae) gefällt auch mit seinen langen Blättern mit weiß-gelblichen Randstreifen. Durch die Bildung von Ausläufern findet rasch eine starke Bestockung statt, die zur Unkrautunterdrückung beiträgt.
Teppich Segge

Bodendeckende Gräser, wie die Teppich-Japan-Segge, können zur Unkrautunterdrückung beitragen [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Winterharte Bodendecker: 5 besonders wüchsige Arten

Für eine besonders schnelle Deckung von Beetflächen eignen sich Pflanzen, die einen hohen Jahreszuwachs aufweisen. Diese müssen nicht schlicht grün sein, sondern können durch ihre Blattfärbungen oder Blütenformen im Garten zu wahren Augenweiden werden – gerade dann, wenn viele Pflanzen nebeneinander stehen. Folgende Bodendecker sind besonders wüchsig:

  • Kaskaden-Thymian (Thymus longicaulis odoratus)
    Diese Thymianart wächst gerne dicht und kissenförmig über Trockensteinmauern. Von Juni bis Juli zeigen sich die wunderschönen rosaroten Blüten und machen den Kaskaden-Thymian zu einem richtigen Hingucker im Garten. Die aromatischen Blätter finden auch in der Küche Verwendung.
Kaskaden Thymian

Der wüchsige Kaskaden-Thymian findet auch in der Küche Verwendung [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

  • Wild-Aster (Aster ageratoides)
    Die Art der Wild-Astern ist sehr sortenreich. Relativ robust und breitwüchsig ist zum Beispiel die Sorte ‘Asran’. Die hellvioletten Blüten zeigen sich ab August. Die Wild-Aster ist zudem sehr trockenheitsresistent und benötigt kaum Pflege. Durch kurze Ausläufer entstehen sehr schnell große Bestände.
  • Blauminze (Nepeta sibirica)
    Die Blauminze, auch besser bekannt als Traubige Katzenminze, breitet sich relativ schnell bestandsbildend aus. Die lilablauen Lippenblüten öffnen sich von Juni bis Juli und ziehen dann eine Vielzahl an Insekten, wie zum Beispiel Bienen und Schmetterlinge, an. Nepeta-Arten sind auch sehr gut als Beetnachbarn für Rosen geeignet.
Blauminze

Die Blüten der Blauminze ziehen eine Vielzahl von Insekten an [Foto: Trybex/ Shutterstock.com]

  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
    Die Zypressen-Wolfsmilch ist sogar in unseren Breiten heimisch und breitet sich stark über Ausläufer aus. Die kleinen, zitronengelben Blüten duften außerdem intensiv nach Honig. Bevorzugt wächst sie an trockenen Magerstandorten und erreicht dort Höhen von bis zu 40 cm. Im Umgang mit der Pflanze ist jedoch Vorsicht geboten, denn der austretende Milchsaft kann unangenehme Kontaktallergien auslösen.
  • Lampionblume (Physalis aklekengi franchetii)
    Die leuchtend orangen Lampions sind ein Hingucker in jedem Garten. Fühlt sich die Staude wohl, breitet sie sich allerdings sehr stark aus und kann dann auch schon einmal lästig werden. Das giftige Nachtschattengewächs sollte daher am besten dorthin gepflanzt werden, wo der Ausbreitungsdrang nicht stört.
Lampionblume

Die Lampionblume breitet sich besonders stark aus [Foto: DONGSEUN YANG/ Shutterstock.com]

Die hier vorgestellten Pflanzen bieten Ihnen vielerlei Möglichkeiten, die braunen, nackten Stellen im Beet ästhetisch aufzuwerten. Besonders lohnt sich das Zusammenspiel dieser Bodendecker mit anderen Stauden, da Sie somit blütenfreie Wochen ergänzen oder deren Blüte noch stärker zur Geltung bringen können. Neben diesen Vorteilen kann sich zudem der Pflegeaufwand in Form des Unkrautjätens bei einer geschlossenen Pflanzendecke erheblich verringern. Vorsicht ist nur bei sehr wüchsigen Arten geboten, denn diese können am falschen Standort sehr schnell selbst zu unbeliebtem Unkraut werden.

Welche Bodendecker tatsächlich auch essbar sind, haben wir hier für Sie zusammengetragen.

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