skip to Main Content

Nützlinge im Garten: 10 tierische Helfer, die Sie kennen sollten

Manchmal können die Kleinsten Großes bewirken. Wir stellen Ihnen zehn Nützlinge vor, die uns im Garten unterstützen und die Sie deshalb fördern sollten.

Marienkäfer im Sonnenschein
Manchmal machen die Kleinen den großen Unterschied [Foto: Violetta Honkisz/ Shutterstock.com]

Wenn Schnecken (Gastropoda) das Gemüsebeet plündern und die Blattläuse (Aphidoidea) überhandnehmen, sehen sich viele Gärtner gezwungen, zur Giftspritze zu greifen. Tatsächlich kann man die unerwünschten Gäste aber deutlich sanfter und trotzdem effizient loswerden – sogenannte Nützlinge machen es möglich. Die kleinen Tiere begeistern mit ihrer Eigenschaft, Schädlinge zu vertreiben und so den Garten ganz ohne Chemie und viel Arbeit zu beschützen. Und nicht nur das: Manche Nützlinge sorgen in Ihrem Garten für eine größere Ernte oder verbessern sogar nachhaltig die Bodenstruktur und nehmen dem Gärtner damit eine ganze Menge Arbeit ab. Welche Nützlinge es gibt und wie man es schafft, sie im Garten anzusiedeln, erfahren Sie hier.

Nützlinge im Garten

Nützlinge im Garten sind eine tolle Sache – aber welche Tiere gehören überhaupt dazu? Wir haben die bekanntesten und geeignetsten Nützlinge unter die Lupe genommen. Am Ende des Artikels teilen wir zudem noch unsere Tipps mit Ihnen, wie Sie Nützlinge in Ihrem Garten ansiedeln können.

10. Igel

Er ist nicht nur drollig anzusehen, sondern auch ein toller Helfer im Garten: Der Igel (Erinaceidae) verspeist als Nützling mit Vorliebe Schnecken, aber auch Spinnen und andere Insekten. Zusätzlich räumt der Igel auch gerne den Garten auf, indem er an liegengebliebenem Fallobst knabbert. Besonders gerne lebt die stachelige Gartenpolizei in naturnahen Gärten, welche ihm mit Laubhaufen, Hecken und Holzstapeln auch eine Möglichkeit zum Überwintern bieten. Hier erfahren Sie mehr dazu, wie Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten können. Doch der Vielfraß hat auch seine Schattenseiten: Neben Schädlingen stehen auch Nützlinge wie der Regenwurm oder die Eier von Vögeln auf seinem Speiseplan.

Igel im Garten
Igel mögen naturnahe Gärten [Foto: Coatesy/ Shutterstock.com]

9. Laufkäfer

Zugegeben, Laufkäfer (Carabidae) sind bestimmt nicht die schönsten Nützlinge von allen und werden von den meisten Menschen wohl eher gemieden, denn sie geben bei Gefahr ein stinkendes Sekret ab. Trotzdem sind die dunklen Käfer mit den robusten Beinchen eine tolle Bereicherung für den Garten: Nachts vertilgen sie Schneckeneier, Kartoffelkäferlarven (Leptinotarsa decemlineata), Drahtwürmer (Elateridae), Läuse und sogar Milben und können dabei das Dreifache ihres eigenen Körpergewichts aufnehmen. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist wohl der Goldlaufkäfer (Carabus auratus), der sich mit seinem grüngolden glänzenden Panzer sogar durchaus sehen lassen kann.

Goldlaufkäfer
Der Goldlaufkäfer sieht nicht nur interessant aus, sondern ist auch noch nützlich [Foto: Viktor Loki/ Shutterstock.com]

8. Schlupfwespe

Der Name Wespe mag sich im ersten Moment vielleicht etwas bedrohlich anhören – die nur 0,7 Millimeter winzige Schlupfwespe (Ichneumonidae) ist aber ungefährlich (solange man kein Schädling ist). Trotz ihrer kleinen Größe ist die Schlupfwespe nämlich ein echter Geheimtipp, wenn es um natürliche Schädlingsbekämpfung geht. Besonders die Larven der Weißen Fliege (Aleyrodidae) und der Minierfliege (Agromyzidae) stehen auf ihrem Speiseplan. Manche Schlupfwespenarten können aber auch gegen die Larven von Blattläusen oder gegen die Eier des Maiszünslers (Ostrinia nubilalis) und des Apfelwicklers (Cydia pomonella) eingesetzt werden.

Schlupfwespe auf einer Blume
Die Schlupfwespe ist nur für Schädlinge gefährlich [Foto: Henri Koskinen/ Shutterstock.com]

7. Regenwürmer

Nicht immer bekämpfen Nützlinge Schädlinge an vorderster Front – manche Nützlinge sorgen ganz still und leise dafür, dass die Pflanzen in unserem Garten wachsen und gedeihen können. Ein Paradebeispiel dafür ist der Regenwurm (Lumbricus terrestris): Obwohl er versteckt unter der Erde lebt, trägt er einen wichtigen Beitrag zur Gartenarbeit bei. So lockert er die Bodenstruktur auf, sorgt für eine bessere Belüftung und Wasserspeicherkapazität und gibt wertvollen Wurmhumus ab, der sich als idealer Pflanzennährstoff beweist. Auch die Kompostwürmer können im Garten wahre Wunder vollbringen, denn sie sorgen dafür, dass der Kompost besser verrottet und optimieren sogar seine Qualität.

Regenwurm in einer Hand
Regenwürmer sind tolle Helfer, um die Bodenstruktur zu verbessern [Foto: Mama Belle and the kids/ Shutterstock.com]

6. Raubmilbe

Klein aber oho: Die Raubmilben (Gamasina) sind zwar nur etwa einen Millimeter groß, bekämpfen aber effektiv verschiedene Arten von Schädlingen. So eignen sich verschiedene Arten der Amblyseius perfekt als Nützlinge gegen Thripse (Thysanoptera) und werden auch in Gewächshäusern häufig eingesetzt. Gegen Mückenarten, die ihre Eier im Boden ablegen (z. B. die Trauermücke (Sciaridae)) sind dagegen Hypoaspis aculeifer und Hypoaspis miles perfekt geeignet. Spinnmilben (Tetranychidae) und Rote Spinnen (Panonychus ulmi) werden am besten mit dem Phytoseiulus persimilis bekämpft – bis zu 20 Eier oder Nymphen verspeist ein Einzelner der kleinen Nützlinge an einem Tag.

Kleine Raubmilbe
Die Raubmilbe ist zwar mikroskopisch klein, hat aber eine große Wirkung [Foto: thatmacroguy/ Shutterstock.com]

5. Florfliege

Die Florfliege (Chrysoperla carnea) kommt eher unscheinbar daher, doch wer sie im Garten hat, braucht beinahe keine Sorgen mehr zu haben: Jede Larve des Nützlings frisst in seinem Leben circa 450 Blattläuse. Bedenkt man dabei, dass ein Florfliegenweibchen dreimal im Jahr etwa 350 Eier legt, kann die Zahl der vernichteten Blattläuse auf 500.000 steigen – und das ist nur der Nachwuchs eines einzigen Weibchens. Aber nicht nur Blattläuse stehen auf der Speisekarte der Florfliege: Auch Thripse, Spinnmilben und andere kleine Insekten werden gerne gefressen. Erkennen kann man die Florfliege an ihren grün-schillernden, sehr feinen Flügen, welche oft dachförmig über dem Hinterkörper liegen.

Grüne Florfliege
Die Florfliege kann man an ihren feinen Netzflügeln erkennen [Foto: Henri Koskinen/ Shutterstock.com]

4. Blaumeise

Vögel sind in vielen Gärten beliebte Besucher, schließlich gehören sie zu den interessantesten und auch schönsten Tieren, die hier zu finden sind. Aber die munteren Tiere sind nicht nur zum Beobachten toll – sie eignen sich auch hervorragend als Nützlinge. Besonders die Blaumeise (Parus caeruleus) leistet im Garten einzigartige Arbeit: Bis zu 600-mal täglich versorgt sie ihren Nachwuchs mit einem Schnabel voll Insekten und bekämpft so manchen Schädling. Neben Frostspannerraupen (Operophtera brumata) und Gespinstmotten (Yponomeutidae) stehen auch die Raupen des gefürchteten Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea), welche gefährliche toxische Reaktionen beim Menschen auslösen können, auf dem Speiseplan der Meisen. Damit sich die Meisen auch in Ihrem Garten wohlfühlen, kann es sich lohnen, Vogelhäuser aufzuhängen und natürliche Bruthöhlen (z. B. in morschen Bäumen) zu erhalten. Wichtig: Damit die Nistkästen auch wirklich für Blaumeisen geeignet sind, sollte das Flugloch eine Größe von etwa 26 Millimetern haben.

Blaumeise wird gefüttert
Beim Meisennachwuchs stehen Insekten auf der Speisekarte [Foto: Kletr/ Shutterstock.com]

3. Nematoden

Bei Nematoden denken viele Gärtner erst einmal an Schädlinge, die sich an Kartoffeln (Solanum tuberosum) und Rüben (Beta vulgaris) gütlich tun. Doch nicht bei allen Nematoden steht frisches Gemüse auf der Karte – die Nematoden der Art Steinernema carpocapsae sind Nützlinge, die mit Vorliebe lästige Schädlinge verspeisen. Besonders Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae), aber auch die Larven der Wiesenschnake (Tipula paludosa) und Erdraupen haben bei ihrer Ankunft keine Chance mehr. Die Gattung Heterorhabditis kann dagegen effektiv gegen Dickmaulrüssler (Otiorhynchus), Schnecken und Engerlinge des Gartenlaubkäfers (Phyllopertha horticola) eingesetzt werden. Doch das ist noch nicht alles: Als Fäulnisbewohner tragen die kleinen Fadenwürmer auch noch zur besseren Kompostierung im Boden bei.

Fadenwürmer
Nematoden sind nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge [Foto: toeytoey/ Shutterstock.com]

2. Bienen und Hummeln

Wenn man an Nützlinge denkt, sind Biene und Hummel wohl die Ersten, die einem in den Sinn kommen. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, welche Auswirkungen die kleinen Insekten auf unseren Garten haben: Durch ihre fleißige Arbeit als Bestäuber sind sie nicht unwesentlich an einer guten Ernte beteiligt, besonders wenn man berücksichtigt, dass knapp 80 Prozent der Nutzpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen ist. Bienen sind wegen ihres süßen Honigs als Bestäuber besonders beliebt, doch auch die Hummel ist einer der wichtigsten Bestäuber: Durch ihren langen Rüssel und einer ganz speziellen Vibrationstechnik ist sie in der Lage, viele Pflanzen, zum Beispiel die Tomate (Solanum lycopersicum), deutlich effektiver zu bestäuben, als es die Biene könnte.

Hummel auf einer Blume
Bienen und Hummeln sind als Bestäuber unglaublich wichtig im Garten [Foto: p_mikolajczyk/ Shutterstock.com]

1. Marienkäfer

Nicht nur nützlich, sondern auch schön anzusehen ist der Marienkäfer (Coccinellidae): Mit seinem roten Körper und den schwarzen Punkten bringt der kleine Käfer nicht nur Kinder zum Schwärmen, sondern bereichert auch jeden Garten. Der kleine Käfer hat es nämlich faustdick hinter den Ohren – bis zu 150 Blattläuse kann ein ausgewachsener Siebenpunkt-Marienkäfer am Tag fressen und auch seine Larven sind immer hungrig. Andere Marienkäferarten fressen aber nicht nur Blattläuse, so hat sich der Schwarze Kugelmarienkäfer (Stethorus punctillum) beispielsweise auf Spinnmilben spezialisiert, während der Vierfleckige Kugelmarienkäfer mit Vorliebe (Exochomus quadripustulatus) Schildläuse (Coccoidea) verspeist. Eine Besonderheit bilden die beiden gelben Arten Sechzehnfleckiger-Marienkäfer (Halyzia sedecimguttata) und Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer (Psyllobora vigintiduopunctata): Statt Insekten fressen sie den Echten Mehltau (Erysiphaceae), also einen Pilz, von erkrankten Blättern herunter.

Vierfleckiger Kugelmarienkäfer
Der Vierfleckige Kugelmarienkäfer hat sich auf Schildläuse spezialisiert [Foto: Jaco Visser/ Shutterstock.com]

Nützlinge im Garten ansiedeln

Nützlinge im Garten erleichtern Gärtnern die Arbeit und sind eine tolle Möglichkeit, nachhaltig Pflanzenschutz zu betreiben. Vielen stellt sich jedoch die Frage, wie man Nützlinge überhaupt dazu bringen kann, sich im eigenen Garten niederzulassen. Tatsächlich braucht es nicht viel, damit sich Insekten und Co. im Garten wohlfühlen und anfangen, ihre Arbeit zu erledigen. Besonders sollten Gärtner darauf achten, keine Chemie in Form von Insektiziden oder ähnlichem einzusetzen – diese gehen nämlich nicht nur den Schädlingen an den Kragen, sondern vernichten auch die hilfreichen Nützlinge. Ansonsten gilt bei der Gestaltung eines insektenfreundlichen Gartens das Motto „So natürlich wie möglich“. Einheimische Pflanzen bieten für Bestäuber meist eine deutlich bessere Ausbeute als exotische Raritäten, Wildblumen bieten mehr Versteckmöglichkeiten als ein Englischer Rasen und Hecken und Sträucher ziehen Nützlinge viel mehr an als ein gestrichener Gartenzaun. Wer nicht ganz so viel Wert auf strikte Ordnung legt, hat sogar noch bessere Chancen, denn Totholz, Laubhaufen und Schnittgut bieten Nützlingen einen idealen Lebensraum. Wer nicht die Möglichkeit hat, seinen Garten naturnah zu gestalten, kann auf ein sogenanntes Insektenhotel zurückgreifen – diese selbstgebaute oder gekaufte Unterkunft für Nützlinge sieht nicht nur dekorativ aus, sondern bietet den Tieren auch einen geeigneten Unterschlupf.

Auch nachhaltiges Düngen ist für Nützlinge im eigenen Garten wichtig
Wir empfehlen unsere organischen Dünger:
  • Plantura Bio Universaldünger: 100% bio-zertifizierter und tierfreier Dünger für ein gesundes Bodenleben.
  • Plantura Bio Blumendünger: Bio-zertifizierter und organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.
  • Plantura Bio Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Nützlinge für den Garten kaufen

Normalerweise kommen Nützlinge von ganz alleine in den Garten, wenn man ihnen nur die passenden Gegebenheiten bietet. Trotzdem kann es in einigen Fällen sinnvoll sein, der Natur ein bisschen auf die Sprünge zu helfen: Mit gekauften Insekten kann man deutlich spezialisierter und zeitnah auf akuten Schädlingsbefall reagieren, anstatt darauf zu hoffen, dass sich der passende Nützling in nächster Zeit von selber ansiedeln wird. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, den Garten möglichst nützlingsfreundlich zu gestalten – ansonsten suchen sich die kleinen Helfer schnell ein neues Zuhause. Wie Sie Ihren Garten besonders insekten- und damit auch nützlingsfreundlich gestalten können, erfahren Sie hier.

Back To Top