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Rettich: Anpflanzen, Aussaat & Pflege des Radis

Rettich ist ein schnellwachsendes, gesundes Gemüse und kann nahezu ganzjährig angebaut werden. Bei uns erfahren Sie alles zu Herkunft und Eigenschaften des Kohlgewächses sowie zum Anpflanzen von Rettich.

Rettich
Rettich oder Radi gibt es in verschiedensten Farben und Formen [Foto: Jane Rix/ Shutterstock.com]

Der Gartenrettich (Raphanus sativus var. niger) gehört zu den beliebtesten Gemüsearten in Asien. In Deutschland ist eher der Bierradi bekannt – doch der Rettich lässt sich weitaus vielfältiger nutzen. Wir stellen den Rettich, seine Eigenschaften sowie Ansprüche vor und geben außerdem Tipps zum Pflanzen und Pflegen.

Rettich: Herkunft und Eigenschaften

Der Rettich, auch Radi oder Räte genannt, gehört zur Familie der Kohlgewächse (Brassicaceae). Er ist eng mit Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) und Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis) verwandt. Rettich stammt vermutlich vom Ackerrettich (Raphanus raphanistrum) ab, welcher in Südeuropa und Asien beheimatet ist. Nach Deutschland gelangte die Kulturform des Rettichs wohl erst im 13. Jahrhundert. Er ist heutzutage weltweit als Gemüsepflanze verbreitet. Das Wort Rettich beziehungsweise Radi stammt vom Lateinischen „Radix“ ab, was „Wurzel“ bedeutet.

Rettiche bilden verdickte Rüben aus Teilen der Wurzel und des Sprosses, dem sogenannten Hypokotyl. Die runden, ovalen oder walzenförmigen Rettiche können außen weiß, rosa, rot, violett, grün, braun oder schwarz gefärbt sein. Im Inneren verbirgt sich das weiße, grüne bis magentafarbene Rübenfleisch mit seinem aromatisch-scharfen, süßlichen Geschmack. Wie alle Kohlgewächse beinhaltet auch der Rettich verschiedene Senföle, welche für den typischen, kohlartig-scharfen Geschmack verantwortlich sind. Sie wirken antibakteriell, weshalb Rettich zu Hustensirup verarbeitet werden kann.

Rettich-Blätter
Rettiche bilden eine tiefe Wurzel und kräftige Blattrosetten aus [Foto: Dudikov Sergey/ Shutterstock.com]

Die Rettich-Wurzel kann bis tief in den Boden reichen und bildet dabei kaum Seitenwurzeln. Die Blätter des Rettichs formen zunächst eine grundständige Blattrosette mit gezähnten, gelappten bis fiederteiligen, teils lang gestielten Einzelblättern. Zur Blütezeit strecken sich die Rettich-Pflanzen in die Länge und bilden hohe Blütentriebe, die mit wechselständigen Blättern besetzt sind. Die Langtagpflanzen blühen erst, wenn die Tageslänge eine bestimmte Stundenanzahl überschritten hat. Dies ist meist zwischen Mai und Ende Juni der Fall. Die Blüten des Rettichs entstehen an 120 – 200 cm hohen Trieben. Sie sitzen in Trauben zu mehreren zusammen und zeigen eine weiße bis rosafarbene Blüte mit teils dunkler Aderung. Rettiche sind selbstunfruchtbar, daher strikte Fremdbestäuber und auf Insekten angewiesen. Die Blüten bieten daher sowohl Nektar als auch Pollen. Nach der Bestäubung bilden sich längliche Schoten, in denen die kantigen, rotbraunen bis dunkelbraunen Rettich-Samen heranreifen. Selbst bei Reife der Schoten platzen sie nicht auf, im Gegensatz zu Raps (Brassica napus) oder Senf (Sinapis). Rettich ist in allen Teilen essbar: Die Blätter, Blüten und jungen Schoten können ebenfalls in der Küche verwendet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Rettich und Radieschen? Rettich und Radieschen gehören zur selben Art, bilden aber jeweils unterschiedliche Varianten. Rettiche sind oft deutlich größer und länger, ihr Geschmack aromatischer, dabei süß bis stechend scharf. Radieschen hingegen besitzen einen mild-scharfen Geschmack und werden nach wenigen Wochen als zarte, kleine Rübchen geerntet. Sie sind jedoch so eng verwandt, dass sie sich miteinander verkreuzen können, wenn sie zur gleichen Zeit blühen.

Rettich-Blüte
Die Blüten des Rettichs erscheinen zwischen Mai und Juni [Foto: HATOH/ Shutterstock.com]

Rettich anpflanzen: Aussaat, Standort und Co.

Der optimale Standort für Rettich liegt auf leichten bis mittelschweren, krümeligen Böden mit guter Wasserführung in voller Sonne bis Halbschatten. Auf zu leichten Böden neigen Rettiche dazu, pelzig und äußerst scharf zu werden, auf zu schweren kann die Rettich-Rübe nicht gut ausgebildet und schwer geerntet werden. Verschlämmende oder schwere Böden mit Neigung zur Staunässe sind ungeeignet, können jedoch mithilfe einer kompostreichen Pflanzerde wie unserer Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde und Sand aufgebessert werden. Das Einbringen von organischer Substanz verbessert den Boden auch langfristig, da das Bodenleben gefördert und der Humusaufbau verstärkt wird.

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Die Aussaat von Rettich erfolgt je nach Anbauart und Varietät direkt ins Freiland oder Kalthaus. Eine Voranzucht ist möglich, aber durch Direktsaat entstehen deutlich schönere Rüben und tiefere Wurzeln, was die Pflege und Ernte erleichtert. Manche Rettich-Sorten eignen sich für den Sommeranbau mit Aussaat im Frühjahr, andere werden als lagerfähiger Herbst- und Winterrettich ab August gesät. In ungeheizten, geschützten Kalthäusern kann Rettich auch den Winter über kultiviert werden. Aufgrund der großen Vielfalt an Sorten und deren Eignung für den Anbau zu verschiedenen Jahreszeiten kann Rettich satzweise alle zwei Wochen ausgesät und somit nahezu ganzjährig geerntet werden. Zunächst erfolgt die Bodenbearbeitung, wobei man unerwünschte Beikräuter entfernt und die Erde großzügig lockert. Die Rettich-Samen werden anschließend in Reihen mit einem Abstand von 25 – 30 cm eng gesät und später auf 20 cm Abstand zwischen den einzelnen Rettich-Pflanzen vereinzelt. Das Saatgut wird 1 – 2 cm tief in den Boden oder die Pflanzerde gelegt und kräftig angegossen. Bei optimaler Keimtemperatur von 14 – 15 °C sind die ersten Keimlinge nach acht bis zehn Tagen zu sehen.

Rettich-Säen
Die Aussaat von Rettich-Samen erfolgt in Reihen direkt in den Boden [Foto: BearFotos/ Shutterstock.com]

Gute und schlechte Nachbarn für Rettich: Eine Mischkultur bei Rettich lohnt sich besonders, da manche Pflanzpartner Schädlinge fernhalten und Krankheiten nicht weiter übertragen. Gute Nachbarn für Rettich sind Salate (Lactuca), Karotte (Daucus carota), Sellerie (Apium graveolens), Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica), Spinat (Spinacia oleracea), Tomate (Solanum lycopersicum), Paprika (Capsicum annuum), Erbse (Pisum sativum) und Bohne (Phaseolus vulgaris). Schlechte Pflanznachbarn sind hingegen verwandte Kohlgewächse (Brassica), Gurken (Cucumis sativus) und Zwiebeln (Allium cepa).

Schnellwüchsige Rettich-Sorten lassen sich als Vorfrucht oder Nachfrucht anbauen. Im Gewächshaus gedeihen die scharfen Rüben im zeitigen Frühjahr optimal und sind abgeerntet, bis Anfang Mai Tomaten, Paprika und Co. einziehen. Als Nachfrucht nach frühen Karottensorten, Buschbohnen, Erbsen oder Salaten können Herbst- und Winterrettiche ab August gesät werden. Rettich sollte nicht direkt nach anderen Kohlgewächsen angebaut werden, um der gefürchteten Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) zu entgehen. Eine Anbaupause von vier bis fünf Jahren wird daher empfohlen.

Rettich-Anbauen
Junge Keimlinge werden nach zwei bis drei Wochen vereinzelt und auf den optimalen Pflanzabstand für Rettiche pikiert [Foto: Denis Pogostin/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Die Pflege von Rettich gestaltet sich recht einfach, auch weil die Kultur raschwüchsig ist. Zwei bis drei Wochen nach der Aussaat werden die Pflänzchen auf ihren endgültigen Abstand vereinzelt. Regelmäßiges Hacken zwischen den Reihen verringert den Aufwuchs von Beikräutern, was besonders in der Keimlingsphase wichtig ist. Weitere Pflegemaßnahmen stellen wir in den folgenden Absätzen vor.

Gießen und düngen

Düngung und Bewässerung sind beim Anbauen von Rettich besonders wichtig, da Trockenheit, Hitze und Nährstoffmangel zu pelzigen, beißend scharfen und verholzten Rüben führen. Im Extremfall schießen die Rettiche aus Stress und gehen vorzeitig in die Blüte. Eine regelmäßige Wasserversorgung ist daher besonders in trockenen Perioden notwendig.

Rettich gehört zu den Mittelzehrern und sollte besonders zur Zeit der Rübenbildung mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Unser Plantura Bio-Tomatendünger ist speziell auf die Bedürfnisse von Tomaten und anderen Gemüsearten abgestimmt. Er wirkt über einen Zeitraum von etwa drei Monaten hinweg und setzt die enthaltenen Nährstoffe langsam und gleichmäßig frei. Eine Auswaschung oder Überdüngung der Pflanzen wird so effektiv verhindert. Der tierfreie Granulatdünger kann zur Aussaat bei der Auflockerung des Bodens oberflächlich eingearbeitet werden. Kurz bevor Sie Rettich säen, sollte kein frischer Stallmist oder Kompost eingearbeitet werden, da dies viel zu scharf für Rettiche ist und die Pflanzen schädigen kann.

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Häufige Krankheiten und Schädlinge am Rettich

Rettich ist eine recht robuste Gemüsepflanze, jedoch können bei ungünstigen Anbaubedingungen verschiedene Schädlinge und Krankheiten auftreten:

  • Erdflöhe (Psylliodes): Winzige, springende, schwarz glänzende Käfer verursachen siebartig durchlöcherte Blätter. Regelmäßiges Hacken zwischen den Reihen, feinmaschige Gemüseschutznetze und Rainfarnbrühe verringern den Befall.
  • Kohlfliege (Delia): Die Maden der Kohlfliege fressen an den Wurzeln der Kohlgewächse und Jungpflanzen sterben oft gänzlich ab. Gemüseschutznetze sowie eine Mischkultur mit Tomaten und Sellerie hält Kohlfliegen fern.
  • Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae): Weißgraue Läuse saugen an den jungen Triebspitzen. Nützlinge gegen Blattläuse und eine Mischkultur mit Bohnen verringern den Befall.
Schädlinge am Rettich
Die Mehlige Kohlblattlaus bildet große Kolonien an Kohlpflanzen [Foto: sophiecat/ Shutterstock.com]
  • Blattfleckenkrankheit: Verschiedene pilzliche Erreger verursachen dunkle Flecken auf den Blättern, die selbst oft nicht gefährlich sind, aber auf andere Krankheiten oder Schädlinge am Rettich hinweisen.
  • Falscher Mehltau (Peronospora parasitica): Auf der Blattunterseite bilden sich grauweiße Pilzrasen, welche sich auf der Oberseite als gelbe Flecken spiegeln. Feuchtwarme Witterung fördert die Krankheit, daher sollte auf ausreichende Belüftung und Pflanzabstände geachtet werden.
  • Weißrost (Albugo candida): Glänzend weiße Pilz-Pusteln auf der Blattunterseite treten vor allem bei hoher Luftfeuchte auf und verbreiten sich durch Wind und Wasser rasch im Bestand. Befallene Blätter sollten entfernt und im Hausmüll entsorgt werden.
Weißrost am Rettich
Der Weißrost kann sich rasch auf alle Kohlpflanzen in der Umgebung ausbreiten [Foto: Rupinder singh 0071/ Shutterstock.com]

Ist Rettich winterhart?

Junge, erntereife Rettiche sind nicht winterhart und werden daher im Herbst komplett geerntet und eingelagert. Ausgewachsene Herbstrettiche ertragen Minusgrade bis etwa – 9 °C und können theoretisch den ganzen Winter über bei frostfreiem Boden geerntet werden, sind in diesem Stadium aber oft bereits zu holzig. Die Rüben können bei Frösten zudem aufplatzen und sind dann nicht mehr genießbar. Ein Winterschutz mit Folie oder Vlies beziehungsweise die Kultur von Rettich im isolierenden, ungeheizten Glashaus ist eine bessere Alternative zum Freilandanbau, wenn die Rüben nicht eingelagert werden können.

Bereits wenige Wochen nach der Aussaat können die ersten aromatischen Rettich-Rüben geerntet werden. Wir geben Tipps zu Ernte und Lagerung von Rettich.

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