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Apfelbaum-Krankheiten: Häufige & gefährliche Krankheiten

Auch der geliebte Apfelbaum bleibt nicht davon verschont und kann von Krankheiten heimgesucht werden. So können Sie wichtige Apfelbaum-Krankheiten erkennen.

Apfelbaum Krankheiten

Apfelbäume können von Krankheiten heimgesucht werden [Foto: Aigars Jansons/ Shutterstock.com]

Wohl jede Pflanze kann von gefürchteten und lebensbedrohlichen Krankheiten heimgesucht werden. So bleibt auch der geliebte Apfelbaum (Malus domestica) im eigenen Garten nicht verschont. Unter Umständen kann einem Befall durch gekonnte Pflegemaßnahmen aber vorgebeugt werden. Jedoch lässt er sich nicht immer verhindern. Erkennen Sie den Befall jedoch frühzeitig, so besteht unter Umständen die Möglichkeit, dass Sie durch schnelles und gekonntes Handeln Ihren Apfelbaum schützen. Wir zeigen, wie Sie einem Befall entgegenwirken, wichtige Schädlinge und Krankheiten rechtzeitig erkennen und was Sie bei Bedarf unternehmen können.

Apfelbaum-Krankheiten: Faktoren für erhöhte Anfälligkeit

Der Apfelbaum ist zwar an sich pflegeleicht, bleibt aber trotzdem nicht von jeglichen Krankheiten verschont. Verschiedene Faktoren erhöhen dabei seine Anfälligkeit. Eine zu dichte Krone kann beispielsweise den Befall des Baumes mit Schadinsekten oder pilzlichen Krankheitserregern begünstigen. Dichte Kronen können nicht gut abtrocknen, diese warme und feuchte Umgebung zieht Schaderreger praktisch an. Starke Düngung fördert das Wachstum und damit die Kronendichte. Außerdem wird der Fruchtsaft des Apfelbaums mit Nährstoffen angereichert. Wenn man es aber mit dem Düngen übertreibt, freuen sich auch Insekten über die reichhaltigen Fruchtsäfte. Stoffwechselkrankheiten werden durch übermäßiges Düngen ebenfalls gefördert, wie zum Beispiel die Stippigkeit – ein Calciummangel in der Frucht aufgrund zu hoher Stickstoffdüngung.

Informieren Sie sich zuvor bei Nachbarn oder der Baumschule Ihres Vertrauens, ob apfel-typische Erkrankungen (beispielsweise Apfelschorf oder Feuerbrand) in Ihrer Gegend verbreitet sind. Der effektivste Schutz vor dem Ausfall aufgrund solcher Erkrankungen ist nämlich die Auswahl resistenter Sorten.

Durch folgende einfache Maßnahmen können Sie Ihren Apfelbaum vor erhöhter Krankheitsanfälligkeit schützen:

  • Auswahl resistenter Sorten
  • Nicht übermäßig düngen
  • Krone regelmäßig schneiden und auslichten

    Bei der Pflege des Apfelbaums ist es wichtig sich über mögliche Krankheiten zu informieren [Foto: Serenko Natalia/ Shutterstock.com]

Apfelbaum-Krankheiten: Die häufigsten Insektenschädlinge

Viele Insekten, wie beispielsweise Bienen, die den Apfelbaum bestäuben, oder auch Marienkäfer, die gerne Blattläuse fressen, helfen dem Apfelbaum. Es gibt aber neben den Blattläusen noch weitere Insekten, die dem Baum schaden können.

Apfel-Gespinstmotte

Die Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus) ist ein kleiner weißer Schmetterling mit schwarzen Flecken. Unangenehm für den Apfelbaum werden jedoch nicht die fliegenden Motten, sondern viel mehr die Raupen, die dabei sind, ein Falter zu werden. Im Frühjahr ist der Befall durch die weißen Gespinste im Apfelbaum zu erkennen. Die Raupen der Apfel-Gespinstmotte schlüpften schon im Sommer zuvor, leben aber erstmal unter einer Schutzschicht weiter. Sobald es im Frühjahr dauerhaft über 12 °C ist, erwachen die Raupen und stillen ihren Hunger in den zarten Knospen des Baums und den Minen der jungen Blätter. Sie können Ihren Baum komplett kahlfressen, bleibende Schäden entstehen dadurch aber zum Glück nicht. Die weißen Gespinste entstehen nachdem sich die Raupen das erste Mal gehäutet haben. Besonders nach einem milden Winter kann es zu starkem Befall kommen, da die Raupen dann noch besser durch die kalte Jahreszeit kommen. Zwingend erforderlich ist eine Bekämpfung der Apfel-Gespinstmotte nicht, da sie dem Apfelbaum nicht nachhaltig schadet. Selbst ein kahl gefressener Baum wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nochmals im gleichen Jahr austreiben – wenngleich keine Früchte mehr zur Erntezeit zu erwarten sind.

Im Frühling kann man den Befall durch weiße Gespinste erkennen [Foto: guentermanaus/ Shutterstock.com]

Was tun gegen die Apfel-Gespinstmotte?

  • Gespinste einfach vom Baum entfernen
  • Biologische Bekämpfung: Erzwespen als natürliche Feinde
  • Chemische Bekämpfung: Im Fachhandel erhältlich; unbedingt über Anwendung informieren
  • Vorbeugung: Weibliche Apfel-Gespinstmotten können nicht fliegen, ein Leimring hält sie davon ab, den Stamm hochzukriechen

Apfelwickler

Der Apfelwickler (Cydia pomonella), auch als Obstmade bekannt, ist der häufigste Schädling an Apfelbäumen. Es handelt sich dabei um braun-graue Falter, deren Raupen nur zwei Millimeter lang und weiß oder gelblich mit dunklem Kopf sind. Der Befall ist an den winzigen Bohrlöchern im noch unreifen Apfel zu erkennen. Befallene Äpfel sind nicht mehr lagerfähig und fallen häufig frühzeitig ab.

Was können Sie gegen den Apelwickler tun?

  • Befallene Äpfel so früh wie möglich entfernen
  • Pheromonfallen mit anschließender Granuloseviren-Spritzung oder biologischer Bekämpfung mit Granulosevirus-Präparaten (Anwendung dreimal im       Abstand von acht Tagen)
  • Vorbeugung: Obstbaumstämme bereits im Winter und Frühling auf verpuppte Apfelwickler-Larven untersuchen und gegebenfalls Larven aufsammeln
    Apfelwickler sitzt auf Apfelbaumblatt

    Der Apfelwickler ist auch als Obstmade bekannt [Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Blattläuse

Blattlaus ist nicht gleich Blattlaus. So haben es auf den Apfelbaum insbesondere die Apfelgraslaus (Rhapolosiphum insertum) und verschiedene Apfelfaltenläuse (Dysaphis spp.) abgesehen. Einen Befall mit Blattläusen erkennt man an Kräuselungen und Fehlbildungen der Blätter. Aufgrund des verstärkten Flusses des süßen Pflanzensaftes sind Blattläuse vornehmlich an jüngeren Trieben anzutreffen. Eine übermäßige Düngung, die zu verstärktem Austrieb von Trieben mit schwammigem Gewebe führt, zieht deshalb ein höheres Risiko des Blattlausbefalls nach sich.

Was hilft gegen Blattläuse am Apfelbaum?

  • Nützlinge fördern: Natürliche Feinde sind beispielsweise Marienkäfer oder Ohrenkneifer
  • Auf Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel im Haus- und Kleingarten nach Möglichkeit verzichten
  • Vorbeugung: Befallene Zweige im Rahmen des Sommerschnitts entfernen; Mischkulturen anlegen

Tipp: Umgedrehte Tontöpfe mit Holzwolle im Apfelbaum platzieren − so werden Ohrenkneifer angelockt.

Apfelbaum-Krankheiten: Die häufigsten Pilze und Bakterien

Neben den Insekten, die dem Apfelbaum zu schaffen machen können, gibt es auch einige Pilze und Bakterien, die ihm schaden. Um einer Verbreitung der Erreger vorzubeugen, ist hier besondere Vorsicht gefragt.

Apfelschorf

Apfelschorf (Venturia inaequalis) erkennen Sie bei empfindlichen Sorten schon im Frühjahr. Er wird in olivgrünen bis braunen Flecken auf den Blättern sichtbar. Diese trocknen von der Mitte her ein und werden braun. Die Blätter werden wellig oder beulig, weil das kranke Blattgewebe aufhört zu wachsen. Das infizierte Laub fällt frühzeitig zu Boden. Besonders stark befallene Apfelbäume sind daher bereits im August fast kahl. Auch die Äpfel weisen braune, oft eingerissene Wundstellen auf. Sie sind trotzdem genießbar, allerdings weniger gut zu lagern. Fäulnispilze können durch die rissige Schale schneller eindringen. Begünstigt wird Apfelschorf durch ein mildes und niederschlagreiches Frühjahr.

Apfelschorf an hängenden Äpfeln

Äpfel weisen braune, oft eingerissene Wundstellen auf [Foto: Vilor/ Shutterstock.com]

Wie kann man Apfelschorf bekämpfen?

  • Infizierte Blätter umgehend entfernen
  • Spritz-Behandlung mit zugelassenem Fungizid (Beratung im Fachhandel)
  • Vorbeugung: Entfernen des Laubs im Herbst, Auslichtungsschnitte und luftiger Standort; kieselsäurehaltige Schachtelhalmbrühe als vorbeugendes Stärkungsmittel (bildet Schutzfilm); Netzschwefelpräparate
  • Schorfresistente Sorten

 Echter Mehltau

Der Mehltau ist eine der bekanntesten Krankheiten bei Apfelbäumen. Der Pilz breitet sich mit hoher Geschwindigkeit aus und kann mitunter zu einem Totalausfall der Apfelernte führen. Symptome von Mehltaubefall können mehliger Belag an den Zweigen, weiße und mehlige Flecken auf den Blättern und netzartige Risse im Farbton der Früchte sein.

Was kann man gegen Mehltau unternehmen?

  • Gezielter Schnitt, um Krone luftig zu halten
  • infizierte Stellen großzügig ausschneiden und befallenes Pflanzenmaterial am besten verbrennen
  • bei starkem Befall Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel nach fachlicher Beratung
    Echter Mehltau

    Mehltau kann man durch weiße und mehlige Flecken auf den Blättern erkennen [Foto: Tunatura/ Shutterstock.com]

Feuerbrand

Feuerbrand wird durch das Bakterium Erwinia amylovora hervorgerufen. Betroffen sind die Blüten und jungen Triebe, die sich dunkelbraun bis schwarz verfärben und somit wie „verbrannt“ aussehen. An den betroffenen Pflanzenteilen des Apfelbaums kann klebriger Bakterienschleim auftreten. Feuerbrand kann leicht über Insekten übertragen werden, aber auch durch den Menschen auf andere Pflanzen verschleppt werden. Da der Verlauf der Krankheit so tragisch, die Übertragung so einfach und die Ausbreitung dementsprechend rasant sind, ist der Befall mit Feuerbrand meldepflichtig. Entdecken Sie eine Pflanze, die eindeutig die Symptome des Feuerbrandes aufweist, zögern Sie nicht nach fachlichem Rat das zuständige Pflanzenschutzamt zu informieren.

Was kann gegen Feuerbrand unternommen werden?

  • Befallene Pflanzen sind nicht behandelbar
  • Den Befall melden: Es besteht sogar eine Meldepflicht für diese Krankheit
  • Bäume werden gerodet, befallene Pflanzen und gerodetes Holz vollständig verbrannt
  • So können Sie sich schützen: Auswahl feuerbrandresistenter Sorten
    Feuerbrand am Apfelbaum

    Der Feuerbrand kann durch Insekten übertragen werden [Foto: Grandpa/ Shutterstock.com]

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David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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