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Nachhaltiges Gärtnern: 9 Tipps für umweltbewusste Gärtner

Wer gerne gärtnert, dem liegt die Natur meist sehr am Herzen. Wir geben Tipps, wie Sie Ihr Hobby möglichst nachhaltig und umweltschonend gestalten können.

Hand deutet auf kleinen Erdhaufen, aus dem eine Plfanze wächst
Mit ein paar Tricks können Sie im eigenen Garten noch nachhaltiger werden [Foto: lovelyday12/ Shutterstock.com]

Gärtnern gehört für viele wohl zu den umweltfreundlichsten Hobbys überhaupt, schließlich ist man viel in der Natur und kümmert sich darum, dass alles wächst und gedeiht. Leider sieht die Realität häufig anders aus: Plastiktöpfe, mineralische Dünger und sogar Blumenerde sind häufig alles andere als nachhaltig und schaden auf Dauer sogar unserer Umwelt. Zum Glück gibt es einige Ideen, wie wir unsere Umweltsünden aus dem Garten verbannen können – die besten Tipps für nachhaltiges Gärtnern finden Sie hier.

Nachhaltiges Gärtnern: 9 Tipps für Ihren Garten

Sie wollen etwas für die Umwelt tun? Fangen Sie doch in Ihrem eigenen Garten an – wir zeigen Ihnen, wie Sie schnell und einfach zum nachhaltigen Gärtner werden.

1. Artenvielfalt anstatt Kiesbeet

Kiesbeete und englischer Rasen sind nach wie vor in vielen Gärten anzutreffen – pflegeleicht und trotzdem stets sauber und ordentlich eignen sie sich perfekt für Gärtner, die nicht allzu viel Zeit haben. Für die Natur sind solche Gärten allerdings ein Graus, denn besonders Nützlinge wie Bienen oder Hummeln finden hier nicht genug Nahrung. Glücklicherweise gibt es tolle Alternativen, die sich nicht nur in Sachen Optik, sondern auch in puncto Zeitaufwand mit Kiesbeet und Co. messen können: Wie wäre es beispielsweise mit einer schönen Wildblumenwiese? Einmal ausgesät braucht diese kaum noch Pflege und ist nicht nur insektenfreundlich, sondern begeistert auch Menschen mit ihrer Blütenpracht. Auch Laubhaufen, Altholz oder wilde Hecken haben nicht nur ihren ganz eigenen Charme, sondern sorgen auch für Artenvielfalt im Garten.

2. Clever Wasser sparen

Damit der Garten auch im Sommer schön grün bleibt und nicht in der prallen Sonne austrocknet, stellen viele Gärtner den Rasensprenger an oder schleppen schwere Gießkanne durch die Beete. Dabei wird oft mehr von dem, besonders in Dürreperioden kostbaren, Wasser verschwendet, als viele glauben. Statt Trink- oder Brunnenwasser bietet es sich deshalb an, Regenwasser zu sammeln und dieses zum Gießen zu benutzen. Das schont nicht nur die Natur und das Portemonnaie, sondern ist auch besser für die Pflanzen, da es im Regelfall deutlich kalkärmer ist. Doch auch das sparsame Gießen ist wichtig – besonders die passende Uhrzeit macht einen großen Unterschied im Wasserverbrauch: In den frühen Morgenstunden können die Pflanzen das Wasser am besten aufnehmen – in der prallen Mittagssonne verdunstet ein Großteil des kostbaren Nass dagegen, bevor es überhaupt mit der Pflanze in Berührung kommt. Auch der Rasensprenger sollte nach Möglichkeit vermieden werden, denn im Extremfall erreicht auch hier nur etwa ein Drittel des Wassers die Erde, während der Rest verdunstet – stattdessen hat sich das altbekannte Wässern mit der Gießkanne als deutlich wirksamer erwiesen.

Gießkanne gießt einen Tomatenstrauch
Gießkanne statt Rasensprenger – das spart Wasser [Foto: Jaromir Chalabala/ Shutterstock.com]

3. Pflanzenschutz mit Pflanzenkraft

Wer selber Gemüse im Garten zieht, anstatt es im Supermarkt zu kaufen, hat schon den ersten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit getan. Umso ärgerlicher ist es, wenn Unkraut, Schädlinge oder gar Krankheiten die ganze Arbeit zunichtemachen. Schon ist der Griff zu chemischen Mittelchen nicht weit. Doch wer früh genug vorsorgt, kann alleine mit der Auswahl der richtigen Beetpartner in der sogenannten Mischkultur effektiv allerlei Übeltäter vertreiben. So schützt Basilikum (Ocimum basilicum) Tomaten (Solanum lycopersicum) vor Mehltau, Lavendel (Lavandula) beschützt Rosen (Rosa) vor Blattläusen und Ringelblumen (Calendula officinalis) vertreiben Nematoden, die sonst Kartoffel (Solanum tuberosum) und Kohl (Brassica) schaden. Sogenannte Bodendecker unterdrücken dagegen mit ihrem kriechenden Wuchs perfekt Unkraut und können sich sogar zum dekorativen Hingucker mausern. Und auch die Gründüngung durch den Anbau von Bienenfreund (Phacelia) oder Hülsenfrüchten (Fabacae) trägt dazu bei, dass wir für die Bodenverbesserung nicht mehr auf Chemie zurückgreifen müssen.

4. Düngen ohne Chemie

Damit das Gemüse auch wirklich gut wächst und die Rosen in ihrer ganzen Pracht blühen, greifen viele Gärtner schnell zu mineralischen Düngern. Leider sind diese nicht besonders umweltfreundlich: Bei der Herstellung wird eine große Menge Energie benötigt und zudem werden oft fossile Ressourcen abgebaut. Zusätzlich haben viele mineralische Dünger den Nachteil, dass Sie schnell aus dem Boden herausgewaschen werden, sodass sie nicht nur die Pflanzen nicht ausreichend versorgen, sondern auch das Grundwasser belasten können. Tatsächlich gibt es aber gute organische Alternativen, die nicht nur umweltschonend sind, sondern sich auch noch einfach anwenden lassen. Der Kompost ist hier wohl das beste Beispiel: Übrig gebliebene Küchenreste und Gartenabfälle lassen sich durch das Kompostieren in einen hochwertigen Dünger verwandeln, der durch seine Langzeitwirkung nicht nur die Pflanze versorgt, sondern auch den Boden verbessert. Aber auch Pferdemist, Asche, Eierschalen und sogar Kaffeesatz sind umweltfreundliche Hausmittel die Ihre Pflanzen stärken. Beim Kauf von Düngern sollten Sie auf vornehmlich organische Dünger setzen, wie unsere Plantura Bio-Dünger, die Ihre Pflanzen optimal versorgen, den Boden stärken und die Umwelt schonen.

Plantura Bio-Tomatendünger vor einer Tomatenpflanze
Unsere Plantura Bio-Dünger sind mit ihren ausschließlich organischen Bestandteilen absolut umweltschonend
Wir empfehlen unsere vornehmlich organischen Dünger:
  • Plantura Bio-Universaldünger: 100% bio-zertifizierter und tierfreier Dünger für ein gesundes Bodenleben.
  • Plantura Bio-Blumendünger: Bio-zertifizierter und vornehmlich organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als vornehmlich organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

5. Grüne Dächer gegen Hitzestress

Wenn es im Sommer richtig heiß wird, flüchten viele vom Garten ins Haus und hoffen dort auf eine kühle Brise. Doch oft findet man nicht einmal hier die ersehnte Abkühlung, außer man greift zu einem Ventilator oder verschwendet viel Strom an eine Klimaanlage. Einfacher und auch nachhaltiger ist es dagegen, die Temperatur mithilfe von Pflanzen zu senken: Winterharte Kletterpflanzen wie Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) an der Südseite der Hauswand können die Temperatur im Sommer innerhalb des Hauses um mehrere Grad absenken. Noch extremer ist dieses Phänomen bei Häusern mit Flachdach – bis zu 5 °C weniger werden hier gemessen. Optimal ist auch die Kombination aus Dachbegrünung und Solaranlage, denn diese verlieren oft ab einer Betriebstemperatur von 25 °C an Leistungsfähigkeit. Da sich Dächer, die beispielsweise mit Kies bedeckt sind, im Sommer extrem aufheizen, leidet die Effektivität. So kommt es vor, dass eine Solaranlage auf einem begrünten Dach bis zu einem Fünftel mehr Energie liefert als eine vergleichbare Fläche ohne Begrünung.

6. Kreative Pflanzgefäße

Wer sich eigene Pflanzen nachzieht, kennt sie: Die kleinen roten oder schwarzen Plastiktöpfe, die man in jedem Gartenmarkt für die Aussaat neuer Pflanzen finden kann. Leider sind die Töpfe nicht besonders umweltfreundlich und bilden auch optisch keinen gelungenen Hingucker. Auch lassen sich die kleine Töpfe oft nicht wiederverwenden, weil sie schnell brechen. Doch anstatt jedes Jahr neue zu kaufen, lassen sich in beinahe jedem Haushalt Dinge finden, die sich als nachhaltiges Aussaatgefäß eignen. Wie wäre es beispielsweise mit Eierschalen, einer ausgehölten Zitrone (Citrus x limon) oder einer Kokosnussschale? Diese besonderen Aussaatgefäße bilden auf der Fensterbank nicht nur einen besonderen Blickfang, sondern können auch mit dem Setzling das Beet beziehen und zersetzen sich dort ganz natürlich.

Alternative Aussaatgefäße zur Anzucht von Pflanzen
Alternative Aussaattöpfe sind nachhaltig und gleichzeitig ein toller Hingucker

7. Nachhaltige Blumenerde

Besonders Balkongärtner sind darauf angewiesen, Blumenerde zu kaufen. Aber auch im Garten kommt die gekaufte Erde gerne zum Einsatz um beispielsweise beim Heranziehen der Setzlinge zu helfen. Was Wenige wissen: Viele Blumenerden sind oft echte Klimakiller. Und das liegt nicht (wie man vermuten könnte) an der Plastikverpackung, sondern am Inhalt. Tatsächlich enthält ein Großteil der im Handel erhältlichen Blumenerden Torf, welcher aus Hochmooren abgebaut wird. Dabei wird nicht nur das empfindliche Ökosystem der Hochmoore zerstört, das zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten beherbergt, sondern auch große Mengen CO2 freigesetzt, welches vorher natürlicherweise im Moor gespeichert war. Beim Kauf von Blumenerde sollte deshalb immer auf torfreduzierte Varianten zurückgegriffen werden. Geübte Gärtner können sich mithilfe von Kompost aber auch selber eine gute Blumenerde herstellen.

8. Regionales Baumaterial

Möbel aus Holz und Wege aus Naturstein – ziemlich nachhaltig oder etwa nicht? Leider ist diese weit verbreitete Meinung ein tückischer Trugschluss: Denn viele Produkte müssen erst eine lange Reise auf sich nehmen, um bei uns in Deutschland verkauft zu werden. Besonders Tropenholz, das wegen seiner Robustheit gerne für Gartenmöbel verwendet wird, hat meist nicht nur weite Wege hinter sich, sondern wird auch direkt im Regenwald gewonnen, was fatale Folgen für das empfindliche Ökosystem hat. Greifen Sie lieber zu heimischen Hölzern wie Buche oder Esche – diese stehen dem tropischen Holz in puncto Robustheit dank neuer Behandlungsmethode während der Verarbeitung in nichts nach. Auch bei Natursteinen sollte man genau auf das Ursprungsland achten: Da in Deutschland abgebauter Naturstein oft recht teuer ist, bieten viele Märkte günstigen Importstein aus Fernost – meist aus China oder Indien – an. Durch die langen Transportwege vom Steinbruch bis nach Deutschland hinterlassen die Steine leider einen sehr großen ökologischen Fußabdruck und auch ethisch ist der Kauf der Steine meist nicht vertretbar, da in den Steinbrüchen oft Kinder unter unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen arbeiten müssen.

Holzbank vor einer Steinwand
Bei Holz und Naturstein sollten Sie besonders auf die Herkunft achten [Foto: Thomas Holt/ Shutterstock.com]

9. Heimische Pflanzen

Tropische Pflanzen im Garten werden immer beliebter. Aber auch klassische Zuchtblumen wie Rosen (Rosa) sind weiterhin auf dem Vormarsch – kein Wunder, schließlich bestechen diese Pflanzen oft mit einem eindrucksvollen Äußeren. Doch viele Gärtner bemerken schnell, dass die exotischen Schönheiten sehr krankheitsanfällig und pflegeintensiv sind, und auch Nützlinge haben an den hübschen Pflanzen keinen Spaß, da sie besonders bei Blumen mit gefüllten Blüten nicht genug Nahrung finden. Deshalb empfiehlt es sich, auf einheimische Bewohner zurückzugreifen. Alte Obstsorten sind beispielsweise oft sehr robust und mit ihrer Blütenpracht bei Insekten heiß begehrt. Auch einheimische Pflanzen wie die Sonnenblume (Helianthus annuus), Nachtkerzen (Oenothera) oder Malven (Malva) können nicht nur mit ihrer Optik punkten, sondern dienen auch vielen Tieren als Nahrungsquelle.

Sie wollen noch mehr über Artenvielfalt und Biodiversität wissen oder Ihren Garten gar in ein Bienenparadies verwandeln? Dann finden Sie hier alles Wissenswerte rund um das Thema.

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