skip to Main Content

Top 10 der bienenfreundlichsten Pflanzen

Bestimmte Pflanzen verschönern nicht nur Ihren Garten, sie bieten zudem Bienen und anderen Insekten ausreichend Nahrung sowie einen geeigneten Lebensraum.

Wir von Plantura haben für Sie die Top 10 der bienenfreundlichsten Pflanzen versammelt, um sie Ihnen vorzustellen. Die Liste soll Ihnen dabei helfen, Ihr Gartenparadies auch für die fleißigen Nektar-Sammler attraktiv zu gestalten. Denn Bienen im Garten vermitteln nicht nur eine romantische Land-Idylle, sie sind auch relevant für unsere Ökosysteme. Hier können Sie sich noch einmal ins Gedächtnis rufen, warum die Unterstützung der Bienen sinnvoll ist.

Top 10 der bienenfreundlichsten Pflanzen

Leider ist nicht alles Gold was glänzt und das gilt auch für die Bienenfreundlichkeit vieler Gartenpflanzen. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Top 10 der bienenfreundlichsten Pflanzen für Ihren Garten und Balkon vor mit einer nützlichen Übersichtstabelle am Ende.

10. Himbeere

Die Himbeere (Rubus idaeus) hat eine lange Blütezeit, die sich von Mai bis August erstreckt. Die Produktion von Nektar und Pollen kann als gut bis sehr gut beschrieben werden. Sie ist auch für Wildbienen eine wichtige Nahrungsquelle und wächst im Garten, in Waldzonen und an Wegen in halbschattigen bis sonnigen Bereichen. Weil Sie sich über Wurzelschosser verbreitetet, ist sind die regelmäßige Pflege oder der Einbau einer Wurzelsperre unerlässlich, wenn nicht der gesamte Garten mit Himbeeren bewachsen sein soll.

Bienen an Himbeerpflanze in der Sonne
Himbeeren liefern Nahrung für Insekten und süß-saure Leckereien für uns [Foto: AlexeyNikitin1981/ Shutterstock.com]

9. Balkonpflanzen

Gerade in stark bebauten Bereichen sind Insekten für jede Nektar- und Pollenquelle dankbar. Die bienenfreundlichsten Balkonpflanzen sind der Oregano (Origanum vulgare), die Sonnenblume (Helianthus spec.) und der Thymian (Thymus vulgaris). Auch die Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae ), die Trollblume (Trollius europaeus ), alle Lilien-Arten (Lilium spec.) und der kleine Winterling (Eranthis hyemalis) sind wertvolle Anlaufstellen für Honig- und Wildbienen. Die genannte Kombination würde übrigens die gesamte Flugzeit der nektarsammelnden Insekten abdecken. Die klassischen Balkonblumen sind leider allzu häufig kaum hilfreich:  Geranien (Pelargoinum) etwa, die oft nur hübsch aussehen, doch für Insekten nichts zu bieten haben.

Geranien in Pink
Pelargonien (Geranien) produzieren weder Pollen, noch Nektar und sind für Insekten nutzlos

8. Steinklee

Der Steinklee (Melilotus officinalis) wird nicht zufällig trivial als Honigklee bezeichnet. Er blüht von Juli bis September und seine gelbe Blüte hat für Honigbienen durch ihren Nektar-Reichtum einen großen Wert. Auch einige spezialisierte Wildbienen können vom Honigklee profitieren, was nicht zuletzt an der viermonatigen Blütezeit liegt. Als Pionierpflanzen gedeiht der Steinklee sehr gut an sonnigen Standorten und auf armen Böden. Er ist eher ein Kandidat für die „wilde Ecke“ eines Gartens und verbessert als Stickstoffsammler (Leguminose) nebenbei den Boden, auf dem er wächst.

Honigkleefeld in Gelb
In einer wilden Ecke Ihres Gartens großflächig ausgesät, ist der Honigklee durchaus eine Zierde [Foto: Starover Sibiriak/ Shutterstock.com]

7. Schlehe

Die Schlehe (Prunus spinosa) wird wegen ihrer dornigen, schwarzen Triebe auch als Schwarzdorn bezeichnet. Sie gilt deswegen als wertvolle Bienenweide, weil sie eines der früh blühenden Gehölze ist. Von April bis Mai, wenn Bienen durch die steigenden Temperaturen zum Flug animiert werden, liefert die Schlehe wertvollen Nektar, eine ausreichende Menge Pollen und bedient sowohl Honig- als auch Wildbienen und Schmetterlinge. Außerdem ist die Schlehe fast immer von Blattläusen befallen, die als zusätzliche Energiequelle für Insekten Honigtau ausscheiden. Die weiße Blütenpracht duftet auch für uns umwerfend und die sich daraus entwickelnden Früchte können nach dem ersten Frost roh verzehrt oder verarbeitet werden – oder Vögeln als Winternahrung dienen. Die Schlehe ist sehr genügsam was ihren Standort angeht und gedeiht fast überall – außer in Überschwemmungsgebieten.

Blühende Schlehe
Die Schlehe ist nicht nur für Insekten wichtig, sie bietet auch Kleintieren ein geschütztes Versteck

6. Saat-Esparsette

Die heimische Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) ist eine Staude mit außergewöhnlich hohem Nektar- und Pollenwert. Weil sie sehr eiweißreich ist und als tiefwurzelnden Leguminose weniger fruchtbare Standorte verbessert, wurde und wird sie als Futterpflanze und zur Gründüngung genutzt. Doch auch ihre Ästhetik muss sich nicht verstecken: Die rosa Schmetterlingsblüten erscheinen von Mai bis Juni und die gefiederten Blättchen an den aufrechten Stängeln lassen sich sehr gut in eine klassische Staudenrabatte integrieren oder verschönern trockene und schwer zu bepflanzende Bereiche des Gartens. Die Saat-Esparsette bevorzugt sonnige, warme Standorte.

Saat-Esparsette mit pinken Blüten
Ohne Zweifel ist der Zierwert der Saat-Esparsette ebenfalls ein Pflanzargument [Foto: Emilio100/ Shutterstock.com]

Tipp: Zwar konzentriert sich das allgemeine Interesse momentan stark auf die Bienen, doch hier können Sie sich Tipps für einen insgesamt insektenfreundlichen Garten abholen.

5. Efeu

Unser heimischer Efeu (Hedera helix) ist für Bienen und Schmetterling eine wichtige Verlängerung der Nahrungsperiode, denn er gilt als einer der wenigen echten Herbstblüher. Die grüngelben, kugeligen Dolden bieten von September bis Oktober leicht zugänglichen Nektar und Pollen für Wespen, Käfer, Fliegen und Bienen. Zusätzlich stellt das dichte Gewirr aus Trieben und immergrünem Laub eine Heimstatt für schutzbedürftige Kleintiere bereit. Zu beachten ist, dass die Pflanzen nur dann blühen, wenn sie etwa 8 bis 10 Jahre alt sind und an einer Stütze in die Höhe geklettert sind. Efeu wächst auf allen Böden – abgesehen von reinem Torf – und in schattigen bis sonnige Lagen. Nur im Winter wird die pralle Sonne schlecht vertragen.

Efeublüte mit Biene
Die Blüte des Efeus ist offen und für alle interessierten Insekten zugänglich

 4. Seidenpflanze

Die Seidenpflanze (Asclepias syriaca) wird auch „Papageienpflanze“ genannt, weil die Form ihrer Früchte an den exotischen Vogel erinnert. Die Seidenpflanze ist eine im östlichen Nordamerika beheimatete Staude und kommt auch bei uns verwildert vor. Für Bienen scheint sie das absolute Paradies darzustellen, was bei der gewaltigen Nektar- und Pollenproduktion nicht verwunderlich ist. Ihr Blütezeitraum liegt zwischen Juni und August. Interessanterweise ist jede Blüte mit einer Klemmfalle ausgestattet, welche die Beine von Blütenbesuchern festhält. Bei der Befreiung aus der Umklammerung nimmt das jeweilige Insekt eine klebrige Pollenmasse mit sich. Im Garten wird die ein bis zwei Meter hohe Seidenpflanze in nährstoffreichen, sonnige Staudenbeeten mit ausreichender Wasserversorgung gut gedeihen. Weil sie sich durch Wurzelausläufer verbreitet, muss sie eventuell gelegentlich in ihrer Ausbreitung begrenzt werden.

Seidenblume in der Sonne
Die Seidenblume wird bisher wenig in unseren Gärten verwendet und ist ein echter Geheimtipp

3. Weide

Besonders beliebt bei unseren fleißigen Nektarsammlern sind alle Arten von Weiden (Salix). Ihre Blütezeiten liegen zwischen März und Juni, damit gehören sie zu den ersten, die in unseren Breiten nach dem Winter als Bienennahrung zur Verfügung stehen. Weil früh im Jahr für die empfindlichen Honigbienen noch zu kalt, nass oder windig sein kann, kommt das Angebot speziell den robusteren Hummeln und Wildbienen entgegen. Die große Formenvielfalt der Weidenarten erstreckt sich von der bis zu 20 Meter hohen, mächtigen Silber-Weide (Salix alba) über die 5 bis 8 Meter hohe Sal-Weide (Salix caprea) bis hin zur strauchigen Schweizer Weide (Salix helvetica), die gerade einen Meter hoch wird. Alle Weidenarten bevorzugen feuchte bis nasse und nährstoffreiche Böden in sonniger bis halbschattiger Lage.

Weidenkätzchen mit gelben Pollen
Die Blüten der Weide erscheinen früh und sind auf die Bestäubung durch robuste Insekten angewiesen [Foto: Kati Kemppainen/ Shutterstock.com]

2. Phacelia

Natürlich ist es kein Zufall, dass Phacelia (Phacelia tanacetifolia) auch als Bienenfreund bezeichnet wird. Die einjährige Pflanze blüht von Juni bis September und die leuchtend hellblau-violetten Blütenbüschel produzieren dabei herausragend viel Nektar und Pollen. Der Geruch und die Farbe locken nicht nur Honigbienen, sondern auch Hummeln und Schwebfliegen an. An ihren Standort stellt Phacelia kaum Ansprüche und wurzelt sehr tief und ausgiebig, sodass nach dem Absterben mit den ersten Herbstfrösten ein feinkrümeliger, gut strukturierter Boden vorliegt. Dies macht Phacelia nicht nur in Gärten, sondern auch in der Landwirtschaft als Gründüngung beliebt. Optimal gedeiht der Bienenfreund auf sonnigen, frischen Orten auf einem lehmig-sandigen Boden.

Phaceliafeld in Lila
Weil Phacelia den Boden verbessert, wird sie auch gern in der Landwirtschaft verwendet [Foto: Anett Horvath/ Shutterstock.com]

1. Apfel

Der Apfel (Malus) ist nicht nur ein beliebter Obst- und Zierbaum, sondern er ergattert auch den ersten Platz in unserem Ranking der bienenfreundlichen Pflanzen. Neben den kultivierten Apfelsorten von Malus domestica existiert der Holzapfel (Malus sylvestris), dessen Blüten nicht weniger wertvoll sind, der jedoch keine für uns genießbaren Früchte liefert. Die nektar- und pollenreiche Blüte erstreckt sich von April bis Juni und liefert so viel Futter für Honigbienen, dass zum ersten Mal im jahr ein für Imker nutzbarer Überschuss entsteht. Auch Wildbienen und andere Insekten finden den Apfel attraktiv, unter anderem weil er durch einen gemäßigten Blattlausbefall zusätzlich Honigtau liefert.

Biene auf Apfelblüte
Eine der liebsten und relevantesten Blüten für Bienen sind die des Apfelbaumes

Tipp: Auch Süßkirsche (Prunus avium), Sauerkische (Prunus cerasus) und Pflaume (Prunus domestica) sind außerordentlich gute Bienenweiden, die es nur aus Platzgründen nicht in unsere Top 10 geschafft haben.

Zusammenfassung der bienenfreundlichsten Pflanzen:

In Blütezeitenkalendern werden für die jeweiligen Pflanzen nur die Monate markiert, in denen diese blühen. Mithilfe dieser Tabellen kann leicht so geplant werden, dass in jedem Monat eine Nahrungsquelle für Bienen und Insekten bereitsteht.

PflanzeMärzAprilMaiJuniJuliAugustSeptemberOktober
Himbeerexxxx
Balkonpflanzenxxxxxxxx
Steinkleexxx
Schlehexx
Saat-Esparsettexx
Efeuxx
Seidenpflanzexxx
Weidexxxx
Phaceliaxxxxx
Apfelxxx

Tipp: Wenn Sie wenig Zeit haben, können Sie selbst durch Nichtstun helfen. Lassen Sie im Herbst Ihre verblühten Stauden stehen und schneiden Sie sie nicht zurück. Hier finden Wildbienen Unterschlupf für den Winter. Außerdem können Sie – falls der Platz es hergibt – eine wilde Ecke im Garten einrichten. Dort kann sich aussähen, was dort wachsen möchte und es wird nur einmal im Herbst gemäht. Sie werden vielleicht überrascht sein, welch interessante und zierende Wildpflanzen sich ansiedeln. Das fördert insgesamt die Artenvielfalt und Biodiversität in ihrem Garten.

Back To Top