Top 10 der bienenfreundlichsten Pflanzen

Bestimmte Pflanzen verschönern nicht nur Ihren Garten, sie bieten zudem Bienen und anderen Insekten ausreichend Nahrung sowie einen geeigneten Lebensraum.

Kirschblüte mit Biene

Wir geben einen spannenden Einblick in die Vielfalt bienenfreundlicher Pflanzen. [Foto: -col-]

Wir von Plantura haben für Sie eine ausführliche Liste an bienenfreundlichen Pflanzen erstellt, die Ihnen dabei helfen soll, ein kleines Paradies für die fleißigen Honigsammler zu gestalten. Dabei ist die Honigbiene nur eine von vielen Bienenarten, der Sie mit Ihrem Garten helfen können. Buntes Wildblumenmeer statt Einheitsgrün lautet hierbei die Devise. Lassen Sie sich von diversen Pflanzen, die in unterschiedlichen Monaten blühen, inspirieren und tragen Sie Ihren Betrag im Kampf gegen das Bienensterben bei. Konkret: Achten Sie darauf, dass Bienen ein ganzjähriges Angebot an blühenden Pflanzen finden können.

  1. Himbeere

Der Himbeerstrauch (Rubus idaeus) hat eine lange Blütezeit und blüht in der Regel von Mai bis in den August. Dazu bietet sie ein umfangreiches Angebot an Pollen und Nektar, welche besonders zuckerhaltig sind. Daher darf die Himbeere auch bei unserer Auflistung nicht fehlen, auch wenn sie das Schlusslicht bildet. Standort: Ein Himbeerstrauch gedeiht am besten an warmen und sonnigen Standorten.

Himmbeerstrauch

Himbeeren schmecken nicht nur lecker, ihre Blüten sind auch bei Bienen sehr beliebt. [Foto: Sebastian Rittau]

  1. Balkonpflanzen

Wer keinen Garten besitzt, kann trotzdem etwas beitragen. Balkone und selbst Fensterbänke können so manches Bienenparadies beherbergen. Doch nicht alle Zierpflanzen bieten Pollen und Nektar in Hülle und Fülle. Ranken-Glockenblume, Kornblume, Salbei oder Blaukissen sind ideal für die heimischen Wildbienen. Achten Sie darauf, dass Sie keine Pflanzen wie beispielsweise Geranien pflanzen, welche derart gezüchtet wurden, dass sie keinen Pollen mehr produzieren. Diese sehen zwar schön aus, sind für unsere Bienen aber nutzlos.

Pflanzen am Balkon

Pflanzenvielfalt am eigenen Balkon. [Foto: Abi Skipp]

  1. Steinklee

Steinklee (Melilotus officinalis) auch Honigklee genannt, ist eine Sommerblume, die bis Ende September blüht. Er gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Wegen ihres extrem hohen Nektargehalts (daher auch der Name Honigklee), gehört der Steinklee unbedingt in unsere Liste.

  1. Schwarzdorn (Schlehe)

Als Schlehen werden auch die blauen bis schwarzen, etwa haselnusskerngroßen Beeren des Schwarzdorns bezeichnet. Sie sind ein uraltes Nahrungs- und Heilmittel. Schwarzdorn (Prunus spinosa) mit seiner ansehnlichen, weißen Blütenpracht blüht vor allem im August.

Diese Blüten sehen nicht nur traumhaft auch, sie sind es auch für Bienen und Insekten. [Foto: Maja Dumat]

  1. Thymian

Thymian (Thymus vulgaris) ist ein aromatisch riechender Halbstrauch, der bis zu 30 Zentimeter hoch wird. Er blüht von Mai bis Oktober und ist daher sehr beliebt bei unseren Bienen. Auch andere Küchenkräuter wie Salbei, Bohnenkraut beleben ihr Nahrungsangebot. Wenn Sie neben einem Kräuterbeet noch Gemüse anpflanzen, so lassen Sie doch einmal Lauch, Rosen- und Grünkohl, Zwiebeln und Möhren ausblühen. Unsere heimischen Zucchini, Gurken und Kürbisse werden ebenfalls gerne von Bienen aufgesucht.

Thymianblüte

Thymian bringt wunderschöne Blüten hervor. [Foto: TANAKA Juuyoh]

  1. Heckenkirsche

Die Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), auch Geißblatt genannt, ist ein Strauchgewächs, das von Januar bis Ende April blüht. Deshalb ist sie für einen bienenfreundlichen Garten unabdingbar, denn mit ihrer Blütezeit wird garantiert, dass es auch bevor Weiden und Kräuter blühen, genug Nahrung für die fleißigen Bienen gibt. Die Winter-Duft-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii) ist beispielsweise solch ein Winterblüher und trägt ihre Blüten oftmals sogar schon ab Dezember.

Blüte der Heckenkirsche

Ein bienenfreundliches Strauchgewächs – die Heckenkirsche. [Foto: Artep ^_^]

  1.  Seidenpflanze

Die Seidenpflanze (Asclepias syriaca) ist eine ursprüngliche Bewohnerin des nördlichen Amerikas. Für Bienen scheint diese Staude das absolute Paradies darzustellen, denn sie erzeugt am meisten Nektar und Pollen. Ihr Blütezeitraum beginnt im Juni. Interessanterweise ist jede Blüte mit einer Klemmfalle ausgestattet. Erst wenn der Pollen der Blüte zuverlässig am Bein einer Biene klebt, entlässt die Blüte die Biene zum Weiterflug.

orangefarbene Seidenpflanze

Auch die Seidenpflanze darf in unserer Liste nicht fehlen. [Foto: John Flannery]

  1. Weide

Besonders beliebt bei unseren fleißigen Honigsammlern ist auch die Weide (Salix). Sie blüht von März bis Mai. Die Weide ist mit ihrer Vielfalt an Formen kaum zu übertreffen. Von der bis zu 20 Meter hohen, mächtigen Silber-Weide über die mittelgroße Tränen-Weide, die eine typische Trauerform hat, bis hin zu Weide-Sträuchern und Kleinsträuchern. Die Blüten der Weide sind eine der ersten, die in unseren Breiten nach dem Winter als Bienennahrung zur Verfügung stehen. Andersherum sind die Bienen sind ersten Bestäuber, die zu dieser Zeit in größerer Zahl für die Weide zur Verfügung stehen.

Biene auf Weide

Weiden sind besonders gute Nahrungsquellen für Bienen. [Foto: Col Ford and Natasha de Vere]

  1. Apfel

Der Apfel (Malus domestica) ist ein bedeutender Obstbaum aus der Familie der Rosengewächse. Der Apfelbaum blüht in ab Mitte April bis Ende Mai. Dabei ist die Apfelblüte die erste Blüte des Jahres, in der die Bienen sich nicht nur selber versorgen können, sondern auch die ersten Überschüsse entstehen. Hier bleibt einiges für den Imker übrig. Der Apfel erzeugt besonders viel Pollen und Nahrung für Bienen und Insekten jeder Art. Deshalb gehört er bei uns ganz oben in die Liste. Auch der Kirschbaum ist mindestens genauso bienenfreundlich.

rosa Apfelblüte mit Biene

Die Apfelblüte ist nicht nur eine echte Freude, sondern auch ein wertvoller Bienenfreund. [Foto: Washington State Department of Agriculture]

  1. Phacelia

Et voila! Phacelia (Phacelia tanacetifolia) wird auch als Bienenfreund bezeichnet und ist unsere Nummer eins. Sie ist eine Sommerblume, die herausragend viel Nektar und Pollen produziert. Von Juni bis September blühen die hellblauen bis blauvioletten Blütenstände büschelartig und locken vor allem Bienen, aber auch andere nützliche Insekten wie Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge an. Die Pflanzen sind robust, anspruchslos und können fast überall wachsen. Dabei ist die allerdings nicht winterhart. Wird es kälter, erfriert die Pflanze und verrottet. Dadurch gibt sie ihre gesammelten Nährstoffe an die Folgepflanzen ab. So verbessern sich der Humusgehalt und die Bodenstruktur. Dies macht Phacelia nicht nur in Gärten beliebt, auch in der Landwirtschaft.

Phacelia Feld

Ein Feld mit Phacelia, auch Bienenfreund genannt. [Foto: J. Triepke]

Es gibt noch eine ganze Vielzahl bienenfreundlicher Pflanzen, von denen wir nur eine kleine Auswahl getroffen haben. Mit unserer Liste ist Ihr Garten ganzjährig bienenfreundlich. Natürlich sind aber auch andere heimische Obstbäume und Wildsträucher wie Hartriegel, Liguster, Schneeball, Salweide, Süßkirsche, Stachelbeere oder Weißdorn große Lieferanten für Pollen und Nektar.

Wenn sie wenig Zeit haben, können Sie selbst durch Nichtstun helfen: Lassen Sie im Herbst Ihre verblühten Stauden stehen und schneiden Sie sie nicht zurück. Hier finden Wildbienen Unterschlupf für den Winter. Lassen Sie Ihren Garten außerdem doch einfach mal wild wachsen oder suchen Sie sich ein paar Stellen, die Sie nicht mähen. Ein perfekt grüner Rasen ohne auch nur einen einzigen Löwenzahn ist weder bienenfreundlich noch naturnah.

Lassen Sie uns an Ihrem bienenfreundlichen Garten teilhaben. Wir freuen uns!

Ein besonderer Dank geht an die Photographen Sebastian Rittau, -col-, Tommy Hemmet Olesennegi512003, Maja DumatAndreas Rockstein, Abi Skipp, TANAKA Juuyoh, Ralf Wimmer, Armin S Kowalski, volkersworldArtep ^_^John Flannery, Volkmer Becher, John LodderWashington State Department of AgricultureCol Ford and Natasha de VereWissenLeben, Stefan, JouWatchJ. TriepkeGilles San Martin und Andrey Zharkikh.

Lisa

Während ihrer Reisen durch Südamerika hat sich die studierte Politikwissenschaftlerin schon früh für regionale Ernährung interessiert. Besonders Sprachen, verschiedene Kulturen und die kulinarische Vielfalt dieser Welt begeistern sie. Ein großes Anliegen ihrerseits ist dabei die gesunde Verbindung zwischen Mensch und Natur, weswegen sie auch viel Wert auf ökologische Verantwortung legt. Dabei dürfen auch die selbst angebauten Kräuter auf dem Balkon in ihrer Küche niemals fehlen.