Feldsalat anbauen: Aussaat, Standort & Pflege

Sebastian
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Als Gartenbaustudent an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf habe ich mich vor allem mit Nutzpflanzen und Anbautechniken auseinandergesetzt. Es fasziniert mich immer wieder, wie sich aus kleinen, oft ähnlich anmutenden Samen so zahlreiche verschiedene Pflanzen entwickeln.

Lieblingsobst: Heidelbeeren, Trauben, Himbeeren, Birnen
Lieblingsgemüse: Pilze, Paprika, Kohlrabi, Zwiebel, Knoblauch

Feldsalat ist ein klassisches Wintergemüse, dabei kann der Anbau sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus erfolgen. Mit ein paar Tipps und Tricks gelingt das Pflanzen von Feldsalat ebenfalls im eigenen Garten.

Feldsalat Keimlinge
Feldsalat anzubauen, erfordert nur wenig Erfahrung [Foto: CarmeMajos/ Shutterstock.com]

Feldsalat (Valerianella locusta) ist ein gerne gesehener Blattsalat, da er ein angenehm nussiges Aroma hat, viele wertvolle Inhaltsstoffe besitzt und zudem recht leicht zu kultivieren ist. Eigentlich ist er eine klassische Herbst- und Winterkultur, aber heutzutage gibt es sogar schossfeste Feldsalatsorten, die im Frühjahr angebaut werden können. Wie auch Sie daheim Feldsalat säen und anbauen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Feldsalat anbauen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Aussaat von Feldsalat erfolgt im Freiland je nach Sorte entweder im Sommer von Juli bis September, im Herbst ab Oktober oder im späten Winter zwischen Februar und Mitte März. Bei der Aussaat im Winter sollte eine Bedeckung wie Vlies vorhanden sein. Alternativ müsste die Aussaat ins Frühbeet, Mistbeet oder Gewächshaus erfolgen. Der Anbau kann mit verschiedenen Sorten fast durchgängig das ganze Jahr über erfolgen – bis auf die Sommermonate, in denen der Feldsalat schnell zur Blütenbildung neigt. So ist beinahe ganzjährig frischer Feldsalat aus dem eigenen Garten verfügbar. Feldsalat säen Sie abhängig davon, für welche Sorte Sie sich entschieden haben und wann Sie den Ackersalat ernten wollen. Für eine Ernte von September bis Oktober etwa müssen Sie zwischen Juli und August aussäen.

Junger Feldsalat
Neben dem Freiland eignet sich auch das Gewächshaus hervorragend zum Anbau von Feldsalat [Foto: bonchan/ Shutterstock.com]

Der passende Standort für Feldsalat

Feldsalatpflanzen haben keine großen Ansprüche und wachsen auf fast jedem Boden. Ein schwerer, verschlämmter Untergrund sollte aufgebessert werden, da es sonst zu Ablaufschwierigkeiten und Kümmerwuchs kommen kann. Wie Sie Ihren Gartenboden verbessern können, haben wir mit hilfreichen Tipps in einem Spezialartikel beschrieben. Wichtig sind allerdings ein sonniger Standort und ein nicht allzu trockener, dafür humusreicher Boden. Wollen Sie Feldsalat im Hochbeet oder im Topf anbauen, sollten Sie eine hochwertige, vorgedüngte Erde wie unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde verwenden. Diese ist bereits vorgedüngt und besteht zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen. Der Verzicht auf Torf spart zudem über 60 % CO₂ im Vergleich zu nicht torffreier Erde ein.

Tipp: Für eine Kultur im Topf sollten Sie am Topfboden eine Drainageschicht einfüllen und die Erde zusätzlich noch mit etwa 30 % grobem Material wie etwa Blähton mischen.

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Feldsalat in der Mischkultur: Da Feldsalat relativ klein wächst und Sonne braucht, ist es ratsam, keine größeren Pflanzen angrenzend zu pflanzen. Gute Pflanznachbarn sind zum Beispiel Fenchel (Foeniculum vulgare), Zwiebeln (Allium cepa), Erdbeeren (Fragaria x ananassa), Endivie (Cichorium endivia), Kohl (Brassica), Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), Ringelblume (Calendula officinalis), Lauch (Allium porrum) oder Buschbohnen (Phaseolus vulgaris).

Feldsalat säen: Schritt für Schritt

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Feldsalat zu säen, denn er eignet sich sowohl für eine Direktsaat als auch für eine Vorkultur. Die Vorkultur von Feldsalat hat den Vorteil, dass Sie weniger wetterabhängig sind und die Pflänzchen bereits einen Vorsprung gegenüber Unkräutern haben. Feldsalat kann man auf der Fensterbank, im Frühbeet oder im Gewächshaus vorziehen. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Schritte für Vorkultur und Direktsaat.

Feldsalat-Aussaat
Wollen Sie Feldsalat vorziehen, sind sogenannte Multitopfplatten geeignet [Foto: Evgenia Tuzinska/ Shutterstock.com]

Vorkultur

Da für eine ausreichende Ernte einige Feldsalatpflanzen benötigt werden, empfiehlt es sich, sogenannte Multitopfplatten oder Quickpotplatten zu verwenden.

  1. Topfplatten mit Anzuchterde füllen
  2. Pro Topf 3 bis 5 Samen etwa 0,5 – 1 cm tief aussäen
  3. Keimtemperatur je nach Sorte zwischen 10 und 20 °C
  4. Erde bis zur Keimung nach etwa 2 Wochen feucht halten

Nachdem sich die ersten Keimblätter gebildet haben, werden die Töpfchen in einem Abstand von etwa 10 x 10 cm gepflanzt.

Direktsaat von Feldsalat

  1. Lockern Sie den Boden auf und streichen Sie ihn glatt.
  2. Es werden 0,5 bis 1 cm tiefe Saatrillen in einem Abstand von etwa 10 cm gezogen.
  3. Säen Sie die Samen im Abstand von ca. 3 cm in die Saatrillen.
  4. Die Saatrillen werden mit Erde bedeckt.
  5. Gießen Sie den Feldsalat gleichmäßig an.
  6. Nach der Keimung, nach 2 – 3 Wochen, kann der Feldsalat bei Bedarf auf 5 – 10 cm in der Reihe vereinzelt werden.

Tipp: Feldsalat braucht zum Keimen eine gleichbleibende Feuchtigkeit. Um den Boden vor dem Austrocknen zu schützen, kann es sinnvoll sein, das Beet mit Vlies abzudecken.

Feldsalat-Vorziehen
Die Vorkultur kann auch in alten Eierkartons erfolgen [Foto: t.sableaux/ Shutterstock.com]

Feldsalat als Gründüngung säen: Feldsalat kann auch als Gründüngung gesät werden, da er mit anderen Gemüsearten nicht verwandt und somit eine gute Vorfrucht ist. Dabei kann er einfach breitwürfig ausgesät und anschließend leicht eingeharkt werden. Er durchwurzelt den Boden relativ gut und kann sehr einfach eingearbeitet werden. So richtig durchgesetzt hat sich Feldsalat als Gründünger allerdings nie, wahrscheinlich weil man ihn schlussendlich doch lieber erntet und isst.

Blühender Feldsalat
Feldsalat sollte noch vor der Blüte geerntet werden [Foto: Dieter G/ Shutterstock.com]

Feldsalat pflanzen

Nachdem der Feldsalat vorgezogen oder im Handel als Pflanze gekauft wurde, gilt es jetzt, ihn einzupflanzen. Man kann den Feldsalat in einen Kübel, Balkonkasten, Hochbeet oder ganz klassisch in ein Gemüsebeet setzen. Achten Sie beim Pflanzen auf einen ausreichenden Abstand von etwa 10 auf 10 cm und pflanzen Sie den Wurzelballen eben ein. Anschließend wird noch gut angegossen.

Tipp: Damit Sie bei der Feldsalat-Ernte weniger Erde an den Blättern haben, kann der Wurzelballen auch etwas höher eingepflanzt werden.

Pflege

Eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen bei Feldsalat im Beet ist – gerade nach einer Direktsaat – das Unkrautjäten. Dabei haben Sie jetzt bei einer Aussaat in einer Reihe den Vorteil, dass man besser mit gröberem Werkzeug arbeiten kann.

Feldsalat-Pflanzen
Feldsalat wird gerne in Reihen angebaut [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Feldsalat düngen und gießen

Entscheidend bei der Kultur von Feldsalat sind meistens die ersten 3 Wochen. Hier muss wie bereits erwähnt darauf geachtet werden, dass das Saatgut ausreichend feucht bleibt. Danach sollte der Salat ebenfalls regelmäßig nach Bedarf gegossen werden – am besten nicht überkopf und möglichst früh am Tag, damit der Bestand noch gut abtrocknen kann.

Eine Düngung ist bei Feldsalat nicht notwendig. Lediglich wenn er überwintert, kann im späten Winter etwas organischer Dünger, zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger, eingearbeitet werden. Dieser sorgt mit seiner Langzeitwirkung für eine gleichmäßige Versorgung mit Nährstoffen und unterstützt das Wachstum des Feldsalates optimal. Eine mineralische Düngung oder überversorgte Böden können bei Feldsalat aufgrund seiner Salzempfindlichkeit zu schlechten Keimraten, Kümmerwuchs bis hin zum Vergilben und Absterben des Bestands führen. Bei hohen Stickstoffgaben kommt es zudem im Winter zur Einlagerung von Nitrat in den Blättern.

Plantura Bio-Universaldünger
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Achten Sie beim Gießen von Feldsalat darauf, ihn möglichst bei schönem Wetter in der Früh zu gießen. Somit können die Blätter gut abtrocknen und die Gefahr von Krankheiten wird reduziert.

Krankheiten und Schädlinge

Besonders seit dem Erwerbsbauern diese Salatart intensiv anbauen, breiten sich Pilzkrankheiten wie Phoma-Fäule (Phoma valerianellae) oder Mehltau beim früher als robust erachteten Feldsalat aus. Bei ungeeigneten Kulturbedingungen wird Feldsalat häufig von Echtem und Falschem Mehltau geplagt. Kultiviert man den Salat in einem Folientunnel oder einem Gewächshaus, kann man dem Falschen Mehltau durch regelmäßiges Lüften vorbeugen. Auch im Freiland sollte man nicht überkopf gießen und den Bestand gut abtrocknen lassen. Ist eine Pflanze von Mehltau betroffen, muss sie entsorgt werden. Zum Schutz kann ebenfalls mit einem Pflanzenschutzmittel auf natürlicher Basis gearbeitet oder auf resistente Feldsalatsorten wie ˈElanˈ, ˈGalaˈ, oder ˈMedaillonˈ zurückgegriffen werden.

Schädlinge treten bei Feldsalat äußerst selten auf, zum Beispiel Blattader-Minierfliegenlarven (Liriomyza huidobrensis).

Feldsalat mit Mehltau
Mehltau kann den Feldsalat bei falscher Bewässerung oder ungünstiger Witterung befallen [Foto: Tunatura/ Shutterstock.com]

Nachdem der Feldsalat ausgesät und richtig gepflegt wurde, steht dem Genuss des köstlichen Salats nichts mehr im Weg. Wie Sie den Feldsalat richtig ernten und lagern, erfahren Sie in einem Spezialartikel.

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