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Der Naturgarten: Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Ein Naturgarten bietet Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und sichert so die Artenvielfalt. Auch der Mensch profitiert durch reiche Ernten.

bunte Wildblumenwiese mit verschiedenen Pflanzen
Wildblumenwiesen sind nicht nur schön anzuschauen, sondern bieten auch Lebensraum für viele nützliche Insekten wie etwa Hummeln, Schmetterling und Schwebfliegen

In einem Naturgarten leben Mensch und Tier im Einklang. Er bietet den Menschen eine frische Ernte und vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf. Er ist zwar geplant und gepflanzt, dennoch wirkt er wie natürlich gewachsen. Bevorzugt wachsen dort einheimische Pflanzen. Diese sind langlebig und bedürfen nur wenig Pflege.

Naturgarten

Um einen echten Naturgarten anzulegen, sind besonders drei Kriterien wichtig. Im folgenden erfahren Sie, um welche Kriterien es sich handelt und wie Sie bei der Planung eines Naturgartens am besten vorgehen.

Drei Kriterien sind für den Naturgarten besonders wichtig:

  • Vollständiger Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel
  • Verzicht auf ebensolche Düngemittel
  • Verzicht auf die Ausbringung von Torf

Der Verzicht auf diese Mittel fördert die heimische Artenvielfalt und erleichtert die Gartenarbeit. Denn durch die große Artenvielfalt ist die Gefahr eines Schädlingsbefalls viel geringer. Vögel fressen Raupen, Igel und Kröten laben sich an Nacktschnecken und Marienkäfer halten Blattläuse fern. Der Boden und die Pflanzen sind im Naturgarten viel robuster und gesünder, was gesünderes Gemüse und Obsthervorbringt.

Eine Unterkunft wie der hier abgebildete Bienennistplatz ist ein typisches Element des Naturgartens [Foto: Andrea Geiss/ shutterstock.com]

Planung eines Naturgartens

Ein Naturgarten kann viele verschiedene Elemente beinhalten. Doch hat nicht jeder Platz, um alles zu realisieren. Also gilt es, aus den möglichen Elementen die für den eigenen Garten und die eigenen Bedürfnisse richtigen auszuwählen.

Typische Elemente eines Naturgartens:

  • Biotope
  • Blumenwiesen
  • Gartenteiche
  • Gemüsebeete mit Fruchtfolge
  • Komposthäufen
  • natürliche Sitzplätze
  • Obststräucher
  • Trockensteinmauern
  • Unterkünfte für Nützlinge
  • Wilde Hecken

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) hat viele Basistipps für die Planung und Gestaltung eines Naturgartens. Dabei dominiert eine bunte und vielfältige Tier- und vor allem Pflanzenwelt. Gärtnerisches Eingreifen ist nicht ganz entbehrlich, deswegen gibt es hier einige Praxistipps, um den Naturgarten selbst anlegen zu können.

Pflanzplan-Tipp: Einheimische Pflanzen bevorzugen

Im Naturgarten haben per Definition weder Umweltgifte noch künstliche Dünger oder Torf Zutritt. Der Naturgärtner pflanzt regionale Arten an und vereint diese zu einer natürlichen Pflanzengemeinschaft. Dazu ist viel Geduld erforderlich – und ein Plan. Statt einer formalen Rasenfläche, die sehr pflegeintensiv ist, bietet sich eine naturnahe Wiese mit heimischen Blumen an, die als Bienen- und Schmetterlingsweide dienen. Als Einfriedung kommen einheimische Blüten- und Beerensträucher infrage, die gleichzeitig den Vögeln Nahrung bieten. Ein Hausbaum darf im Naturgarten nicht fehlen. Dazu eignen sich robuste, heimische Gehölze und Wildobst, wie Linde, Eiche, Kastanie, Speierling oder die Trauben-Kirsche. Die Felsenbirne oder die rote Heckenkirsche sind schöne Ziersträucher.

Typisch im Naturgarten: Feucht- und Trockenbiotope

Feucht- und Trockenbiotope sind typisch für den Naturgarten. Steinhaufen,Trockensteinmauern, Totholz oder Feuchtbiotope bilden nämlich den Lebensraum für die Tiere im Garten. So kann ein alter Baumstamm als Totholzstapel als Heimstatt für Insekten, Pilze und Flechten dienen. Eine Trockensteinmauer ist besonders dekorativ. Und da diese Mauern ohne Mörtel aufgebaut sind, entstehen kleine Nischen, in denen Blindschleichen, Eidechsen, Hummeln, Kröten, Wildbienen oder Wiesel ein Versteck finden. Ist genug Platz im Garten, darf der Gartenteich nicht fehlen. Durch den Aufbau mit unterschiedlichen Tiefen entsteht eine vielfältige Artenzusammensetzung. Teichfolie ist in der Regel nicht notwendig. Als Dichtmaterial gibt es Lehm und Ton aus der Natur. Der Arbeitsaufwand ist damit zwar etwas größer, dafür entsteht ein besseres ökologisches Gleichgewicht.

Baumstumpf als Totholz im Wald
Totholz, wie beispielsweise ein alter Baumstumpf, sind Heimstatt für viele nützliche Insekten

Nistkästen und Nützlingsunterkünfte im Naturgarten

Rückzugsorte und Winterquartiere für Vögel, Insekten und Fledermäuse sind wichtig. Nistkästen sind Brutstätte und Nest zugleich für Jungvögel. Oft werden sie auch als Schlafquartier genutzt. Wer Wespen und anderen Insekten ein Zuhause in seinem Garten schafft, hat Hilfe bei der Bekämpfung von Schädlingen, wie Fliegen, Raupen und Blattläusen. Ein „Insektenhotel“ schafft eine Heimat für Tausendfüßler, verschiedene Käfer oder Regenwürmer. Es besteht aus einem mit verschiedenen Naturmaterialien gefüllten Rahmen, wie beispielsweise aus Stroh, Tannenzapfen, Holzscheiben oder hohlen Ästen. Mit diesen Tipps kann jeder mit einfachen Mitteln ein Insektenhotel nachbauen.

Der Komposthaufen als wichtiges Element im Naturgarten

Verrottete organische Materialien werden in der Natur wieder zu Pflanzen wie in einem ewigen Kreislauf. Es ist sinnvoll, dieses Prinzip im Garten zu nutzen und nichts zu verschwenden. Dabei ist eines zu bedenken: Kompost entsteht nicht von alleine. An der Entstehung sind Mikroorganismen und Bodentiere beteiligt, die unbedingt Luft brauchen. Der Kompost darf also auf keinen Fall gären. Eine gute Luftzirkulation ist Grundvoraussetzung für gesunden Kompost.

Auf den Kompost gehören neben Küchenabfällen, Grasschnitt oder Blättern auch gehäckselte Zweige vom Strauch- oder Baumschnitt. Dabei darf der Komposthaufen auch nicht austrocknen, sonst ziehen sich die Mikroorganismen in die unteren Lagen zurück und arbeiten nicht an der Zersetzung der Abfälle. Wenn zu viel Feuchtigkeit vorhanden ist, faulen die Abfälle.

Tipp: Den Komposthaufen über Winter am besten in Ruhe lassen und im Frühlingnicht umschichten. Der Grund: Es leben dort sehr viele Insekten, Raupen, Würmer und Larven. Ist der Komposthaufen zu Humus verrottet, dient er als nährstoffreicher Dünger im Garten und sorgt für tollen Salat und saftige Tomaten.

Kompost mit Abfällen aus Küche und Garten
Auf dem Kompost verrotten organische Abfälle aus Küche und Garten

Weitere mögliche Elemente im Naturgarten

Eine Wildstrauchhecke ist ganzjährig ein optisches Highlight. Sie blüht im Frühling, trägt im Sommer Früchte und färbt sich im Herbst leuchtend bunt ein. Die Früchte, wie beispielsweise die Hagebutte oder der Holunder, dienen als Nascherei für Menschen und Vögel. Zudem ist die Wildstrauchhecke pflegeleicht und bietet Nützlingen, Vögeln und kleinen Säugetieren einen wichtigen Lebensraum.

Eine Blumenwiese bringt Farbe in den Garten und ist dabei total pflegeleicht. Sie gedeiht auf sehr mageren Böden, braucht keinen Dünger, nur wenig Wasser und lediglich einmal im Jahr einen Rückschnitt. Dort wachsen 50 bis 60 verschiedene Pflanzenarten und jedes Jahr können neue Farben oder Pflanzen hinzukommen. Sie schafft Lebensraum für mehr als 1.000 Insektenarten – unter anderem auch für Bienen und Schmetterlinge.

In einem wilden Eck wachsen Brennnesseln, die Futter für Schmetterlinge sind. Dieser Bereich ist wichtig für das ökologische Gleichgewicht und entwickelt sich ganz von selbst. Dort braucht es keine regelmäßige Pflege. Das kann eine versteckte Ecke hinter dem Hochbeet oder neben dem Komposthaufen sein.

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