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Gemüse und Obst einfrieren: Tipps & Tricks zum Haltbarmachen

Bei einer reichen Ernte bleibt oft einiges übrig, das sich nicht sofort verwenden lässt. Wir zeigen, wie man Obst und Gemüse richtig einfriert.

eingefrorenes Gemüse und Obst
Obst und Gemüse kann man einfach selber einfrieren [Foto: BravissimoS/ Shutterstock.com]

Jedes Jahr findet das gleiche Spiel im Garten statt: Erst wartet man ungeduldig auf die ersten erntereifen Früchte und scheinbar über Nacht ist fast der ganze Garten für die Ernte bereit. Schon bald kann man gar nicht mehr so viel essen, wie im Beet geerntet wird – doch wohin mit dem ganzen Obst und Gemüse? Die einfachste Möglichkeit, Gemüse und Obst zu konservieren und sie so vor der Mülltonne zu retten, ist wohl das Einfrieren.

Schnell, einfach und platzsparend ist es nicht nur äußerst praktisch, sondern gilt auch als schonendste Konservierungsart, bei der viele gesunde Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Was Sie beim Einfrieren beachten müssen und welche Obst- und Gemüsesorten sich überhaupt eignen, erfahren Sie hier.

Gemüse und Obst einfrieren: Diese Sorten eignen sich

Leider lassen sich nicht alle Gemüse- und Obstsorten problemlos einfrieren – manche Sorten sind sogar gar nicht für die Tiefkühlung geeignet. Als besonders pflegeleicht gelten dagegen Beeren wie Himbeeren (Rubus idaeus) oder Erdbeeren (Fragaria) beim Einfrieren – diese lassen sich unkompliziert einfrieren und lange tiefgekühlt lagern. Besonders wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten sind dagegen nicht so gut zum Einfrieren geeignet, da sie währen des Tiefkühlens an Aroma verlieren und beim Auftauen matschig werden: Bananen (Musa) und Äpfel (Malus), aber auch Tomaten (Solanum lycopersicum), Kartoffeln (Solanum tuberosum) oder Gurken (Cucumis sativus) sind aus diesem Grund im unverarbeiteten Zustand nicht für die Lagerung in der Gefriertruhe geeignet. Die meisten Gemüsesorten sollte man vor dem Einfrieren kurz blanchieren – Möhren (Daucus carota subsp. sativus), Paprika (Capsicum) oder auch Pilze (Fungi) kann man aber problemlos roh einfrieren.

Welche Obstsorten lassen sich einfrieren?

  • Beeren wie Himbeeren, Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) oder Erdbeeren
  • Steinobst wie Pfirsiche (Prunus persica), Pflaumen (Prunus domestica) und Aprikosen (Prunus armeniaca) (vorher entkernen)
  • Äpfel und Birnen (Pyrus) (kleingeschnitten oder als Mus verarbeitet)
  • Rhabarber (Rheum rhabarbarum) (kleingeschnitten)
  • Banane (nur im reifen Zustand und ohne Schale)

Welche Gemüsesorten lassen sich einfrieren?

  • Paprika, Meerrettich (Armoracia rusticana) und Pilze (roh)
  • Möhren und Zucchini (Cucurbita pepo var. giromontiina) (blanchiert oder roh)
  • Erbsen (Pisum sativum) und Bohnen (Phaseolus vulgaris) (blanchiert)
  • Kohlsorten wie Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis), Brokkoli (Brassica oleracea var. italica), Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) oder Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) (blanchiert)
  • Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris), Porree (Allium ampeloprasum subsp. ampeloprasum), Spinat (Spinacia oleracea) und Steckrübe (Brassica napobrassica) (blanchiert)
  • Aubergine und Grünkohl (fertig gekocht)
Blanchierter Porree
Damit Gemüse wie Porree eingefroren werden kann, muss es kurz blanchiert werden [Foto: Juliette Mages/ Shutterstock.com]

Welche Obst- und Gemüsesorten sollten unverarbeitet nicht eingefroren werden?

Gemüse und Obst in der richtigen Verpackung einfrieren

Wenn es um die Verpackung für das Einfrieren von Lebensmitteln geht, scheiden sich die Geister: Die einen schwören auf die altbewährten Gefrierbeutel, andere dagegen auf kältestabile Dosen. Gefrierbeutel haben vor allem den Vorteil, dass man überschüssige Luft mit der Hand (oder besser noch: Mit dem Vakuumiergerät) entfernen kann, was die Haltbarkeit der Lebensmittel verlängert und hässlichem Gefrierbrand vorbeugt. Kältestabile Dosen lassen sich dagegen deutlich besser stapeln und nehmen so weniger Platz in Anspruch. Zusätzlich können Dosen nach dem Auftauen noch einmal wiederverwendet werden, was sie im Gegensatz zu gängigen Gefrierbeuteln deutlich umweltfreundlicher macht.

Doch egal ob Gefrierbeutel oder Dose – bei beiden Verpackungen ist auch die richtige Befüllung und Portionierung wichtig. Platzsparend und effektiv ist es, große Obst- und Gemüsesorten vor dem Einfrieren in Stücke zu schneiden oder in ihre Röschen zu teilen. Außerdem empfiehlt es sich immer, in Portionen zu denken: Zwar können die meisten Lebensmittel nach dem Auftauen problemlos ein zweites Mal eingefroren werden, doch leidet mit jedem Gefriervorgang die Qualität. Daher empfiehlt es sich, lieber mehrere kleine, anstatt einer großen Tüte einzufrieren. Bei sehr wasserhaltigen Speisen sollten Sie besondere Vorsicht bei der Verpackung walten lassen – da sich das Wasser beim Gefrieren ausdehnt, können zu voll gepackt Boxen und Dosen beim Einfrieren schnell platzen. Hier empfiehlt es sich, die Verpackung nicht bis obenhin zu füllen.

Gemüse und Obst richtig einfrieren: Anleitung

Obst und Gemüse einzufrieren ist gar nicht so schwer. Nach der Ernte muss alles, was später einmal eingefroren werden soll, erst einmal gründlich von Erde, Dreck und anderen Pflanzenteilen wie Stielen und Blättern gereinigt werden. Wie Sie dann weiter mit Ihrer Ernte verfahren, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Beeren einfrieren

Beeren gehören zu den einfachsten Obstsorten, wenn es um das Einfrieren geht. Gewaschen und von ihren Stielen befreit, können sie auch schon in den Tiefkühler wandern. Damit die einzelnen Beeren während des Einfrierens nicht unschön aneinanderkleben, empfiehlt es sich, die Früchte erst einzeln auf ein Tablett oder Backblech zu legen und dieses dann einige Stunden in die Gefriertruhe zu stellen – so frieren sie nicht an einander und behalten ihre Form. Sobald die Beeren gefroren sind, kann man sie einfach in Gefrierbeutel oder –dosen umpacken.

Tipp: Je schneller die Beeren tiefgefroren werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach dem Auftauen matschig sind.

gefrorene Beeren
Beeren sind besonders einfach einzufrieren [Foto: CLICKMANIS/ Shutterstock.com]

Steinobst einfrieren

Steinobst einzufrieren gehört zu den einfachsten Arten, diese Früchte zu konservieren. Jedoch sollte man vor dem Einfrieren stets die Kerne entfernen, da diese sonst einen bitteren Geschmack im Fruchtfleisch hinterlassen. Einzig bei Kirschen (Prunus avium) können die Steine problemlos auch beim Einfrieren in der Frucht verbleiben. Bei größeren Früchten wie Aprikosen oder Pfirsichen empfiehlt es sich aus platztechnischen Gründen, diese in kleinere Stücke zu zerteilen. Damit es bei dem Kontakt mit Luft nicht zu unschönen braunen Verfärbungen kommt, kann zusätzlich etwas Zitronensaft über die Früchte geträufelt werden. Danach können die Früchte verpackt und tiefgekühlt werden.

Äpfel und Birnen einfrieren

Aufgrund ihres hohen Wasseranteils können sowohl Äpfel als auch Birnen nicht als ganze Frucht tiefgefroren werden. Wer seine Ernte trotzdem gefroren lagern will, kann sie zu Mus oder Kompott verarbeiten und sie in dieser Form einlagern. Allerdings empfiehlt es sich auch hier, etwas Zitronensaft hinzuzufügen – ansonsten werden Mus und Kompott nämlich schnell braun und unansehnlich.

Gemüsesorten roh einfrieren

Einige wenige Gemüsesorten, darunter Paprika und Meerrettich, aber auch Pilze können problemlos roh eingefroren werden. Dazu müssen die Pflanzen zunächst gewaschen und (je nach Sorte) sorgfältig vom Strunk befreit werden. Pilze und Meerrettich können im Ganzen eingefroren werden, bei Paprika, Zucchini oder Karotte empfiehlt es sich, das Gemüse vor dem Einfrieren kleinzuschneiden. Karotten und Zucchini können auch blanchiert werden (wie weiter unten beschrieben), wodurch sich ihre Haltbarkeit verlängert. Zucchini sollten vor dem Einfrieren gesalzt werden, damit Wasser austritt – so bleibt das Gemüse auch nach dem Auftauen knackig.

Gefrorene Zucchiniwürfel
Auch Zucchini lässt sich roh einfrieren, sollte jedoch vorher gesalzen werden, damit das Wasser austritt [Foto: Ahanov Michael/ Shutterstock.com]

Gemüse vor dem Einfrieren blanchieren

Die meisten Gemüsearten, beispielsweise Blumenkohl, aber auch Erbsen oder Bohnen, müssen vor dem Einfrieren blanchiert werden. Zunächst sollte man größeres Gemüse aber in kleinere Stücke zerteilen, damit man es portioniert lagern kann. Danach werden die Gemüse kurz in kochendem Wasser blanchiert und dann in Eiswasser abgeschreckt. Dabei verlangsamt das Blanchieren Reife- und Fäulnisprozesse und verlängert so die Haltbarkeit der einzelnen Gemüsesorten während der Tiefkühlung. Das Eiswasser dagegen stoppt den Kochprozess und erhält so die frische Farbe und Vitamine. Nach dem Blanchieren muss das Gemüse gründlich von überschüssigem Wasser befreit werden, beispielsweise durch Abtupfen mit Küchenpapier. Danach kann die Ernte gut verpackt Einzug in den Gefrierschrank finden.

Wie wird Obst und Gemüse richtig eingefroren?

  • Nach der Ernte werden Dreck und überschüssige Pflanzenteile entfernt
  • Beeren können direkt nach der Ernte eingefroren werden; nebeneinander ausgebreitet verkleben sie im Tiefkühler nicht
  • Bei Steinobst werden die Kerne vor dem Einfrieren entfernt und etwas Zitronensaft schützt vor Verfärbungen
  • Äpfel und Birnen sollten aufgrund ihres hohen Wasseranteils als Mus oder Kompott eingefroren werden
  • Manche Gemüsesorten wie Paprika, Meerrettich und Pilze können roh eingefroren werden
  • Blumenkohl, Erbsen und Bohnen werden vor dem Einfrieren blanchiert und mit Eiswasser abgeschreckt

Gemüse und Obst einfrieren: Haltbarkeit beachten

Auch wenn wir es uns wünschen würden – leider ist Obst und Gemüse auch in der Tiefkühltruhe nicht unbegrenzt haltbar. Die Haltbarkeit variiert dabei zwischen den einzelnen Obst- und Gemüsesorten, aber auch zwischen den Zubereitungsarten. So ist blanchiertes Gemüse länger haltbar als rohes und auch gezuckertes Obst übersteigt in der Haltbarkeit unbehandelte Früchte. In der Regel geht man bei Obst und Gemüse von einer Haltbarkeit von 6 bis 12 Monaten aus. Gekochte Speisen sollten dagegen nur maximal 3 Monate tiefgefroren werden. Damit es in der Tiefkühltruhe zu keiner Verwechslung kommt, hilft eine Beschriftung mit Namen und Datum des Einfrierens.

Gemüse und Obst nach dem Einfrieren richtig auftauen

Nicht nur das Einfrieren hat einen hohen Einfluss auf die Qualität von Lebensmitteln – auch das Auftauen kann Aroma und Konsistenz beeinflussen. Häufig gilt dabei die Regel „Schnell Einfrieren – langsam Auftauen“. Vor allem rohes Obst sollte möglichst langsam und schonend, beispielsweise im Kühlschrank, aufgetaut werden, um Inhaltstoffe und Konsistenz zu schonen. Schneller geht das Auftauen zwar in der Mikrowelle, hier werden Beeren und Co. aber matschig und verlieren an Aroma. Die Ausnahme von dieser Regel sind blanchierte Gemüsesorten: Am besten sollten diese direkt aus der Gefriertruhe im Kochtopf landen, damit sie nicht an Konsistenz verlieren. Die Garzeit ist dann übrigens etwa ein Drittel kürzer als bei frischem Gemüse.

Welche weiteren Methoden es gibt, Obst und Gemüse zu konservieren, erfahren Sie hier.

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